8. Juli 2021
#neustartkultur, #portrait

Neue Formate der Bildungsarbeit – Die Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid

Von:  Ingo Nachtigall

Die Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid ist ein interdisziplinär arbeitendes Fort- und Weiterbildungsinstitut der kulturellen Kinder- und Jugendbildung mit vielfältigem Themenspektrum, weit verzweigtem Netzwerk, großer Reichweite und langer Tradition. Im Zuge der Corona-Lockdowns musste die Akademie neue Konzepte entwickeln und ihre Bildungsangebote in die digitale Welt übersetzen. Dabei setzte sie auf die Kraft der Partizipation: Im digitalen Raum wurden gemeinsam mit Teilnehmer*innen neue Kursformate erdacht und ausprobiert. Gleichzeitig machte die Förderung durch NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur Investitionen zur Verbesserung des Infektionsschutzes vor Ort möglich. Seit Kurzem kann die Akademie ihre Türen wieder für Besucher*innen öffnen und einen kreativen Mix aus Präsenz- und Onlineveranstaltungen anbieten.

Die Akademie der Kulturellen Bildung ist das zentrale Fort- und Weiterbildungsinstitut für Fachkräfte der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie liegt in einer der reizvollsten Gegenden des Bergischen Landes und grenzt unmittelbar an das Naturschutzgebiet Wupper – ein lebhaftes und inspirierendes Umfeld für Gäste und Besucher*innen.

Der Verein qualifiziert seit 1958 im gesamten Themenspektrum der Kulturarbeit: Musik, Medien, Tanz, Theater, Literatur, Bildende Kunst, Baukultur, Performance, Spiel sowie Sozialpsychologie und Beratung. Die Betonung von Langfristigkeit und Nachhaltigkeit der Fort- und Weiterbildungen, spartenübergreifende Konzepte, Partizipation, Diversität sowie ein intensiver Praxisbezug – das Leitbild der Akademie zeugt von dem besonderen Selbstverständnis und den hohen Qualitätsstandards des Instituts.

Akademie der kulturellen Bildung - Unter den Bedingungen des Lockdowns musste zunächst vieles neu gedacht werden. So auch die Besuchersteuerung im Gebäude.

Akademie der kulturellen Bildung – Unter den Bedingungen des Lockdowns musste zunächst vieles neu gedacht werden. So auch die Besuchersteuerung im Gebäude.

Foto © Akademie der Kulturellen Bildung

Die Akademie der Kulturellen Bildung ist Teil eines weit verzweigten Netzwerks von Institutionen und Personen aus dem Feld der Kulturellen Bildung – auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Darüber hinaus gestaltet die Akademie im Rahmen von Fachtagungen, Theoriebildung, Forschung, Konzeptentwicklung und Fachdiskurs die außerschulische kulturelle Bildungslandschaft aktiv mit.

Das Themenspektrum des Kursangebots ist sehr breit und reicht von Workshops zum Baustoff Lehm bis hin zu Kreativkursen zum Thema „Protest“ („Die Ästhetik des Widerstands in der Bildenden Kunst“). Dabei ist das Tätigkeitsfeld der Akademie nicht auf das Bildungsangebot beschränkt. Unter anderem als Heimat des „Deutschen Kinder- & Jugendfilmzentrums“ engagiert sie sich auch in der Kinder- und Jugendarbeit. Als Anlaufstelle für viele Kulturschaffende etablierte sich die Akademie als zentraler Knotenpunkt für Beratung, Austausch und Vernetzung verschiedenster Institutionen und stellt ihre Räumlichkeiten kostengünstig Kultureinrichtungen zur Verfügung.

Als besonders wichtiges und aktuelles Thema behandelt die Akademie beispielsweise die millieuübergreifende kulturelle Bildung. Die Pandemie macht deutlich: Bereits bekannte Spannungsfelder verschärfen sich. Sogenannte „bildungsferne“ Bevölkerungsteile drohen abgehängt zu werden. Welche Konzeptansätze haben das Potenzial, junge Menschen aus unterschiedlichen Milieus gemeinsam künstlerisch-kreativ tätig werden zu lassen und trotz unterschiedlicher Lebenswelten zur Entwicklung von gegenseitigem Interesse und Verständnis beizutragen? Das ist eine der zentralen Fragen, die in der Jahrestagung 2020 erörtert wurden. Die Vorträge der Jahrestagung sowie viele weitere Inhalte werden im Sommer 2021 der interessierten Öffentlichkeit über eine digitale Wissensplattform zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise vermittelt die Akademie nachhaltig Wissen und verwebt Präsenzveranstaltungen sinnvoll mit Online-Angeboten.

„Wir haben unsere Fortbildungsangebote unter den Aspekten digital, kontaktarm und kontaktstark neu systematisiert und neue Formate gestaltet bzw. angepasst“, sagt Akademie-Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel.

„Wir haben unsere Fortbildungsangebote unter den Aspekten digital, kontaktarm und kontaktstark neu systematisiert und neue Formate gestaltet bzw. angepasst“, sagt Akademie-Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel.

Foto © Akademie der Kulturellen Bildung

Im Zuge der Corona-Pandemie und des Lockdowns musste die Akademie der Kulturellen Bildung Fort- und Weiterbildungen sowie Tagungen digitalisieren, verschieben oder absagen. Mit digitalen Kursen versuchte die Akademie in den Wochen des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 die Aussetzung des Kursbetriebs vor Ort zu kompensieren und bot ihren Teilnehmer*innen zunächst kostenfreie Zugänge zur Fort- und Weiterbildung an. Die digitalen Kurse waren als gemeinsamer Experimentierraum gedacht, um interaktive Online-Angebote auf die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmer*innen und ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zuzuschneiden. Die neuen Formate evaluierte die Akademie im Sommer 2020 und integrierte sie während des zweiten Lockdowns in ihr Programm.

„Wir haben unsere Fortbildungsangebote unter den Aspekten digital, kontaktarm und kontaktstark neu systematisiert und neue Formate gestaltet bzw. angepasst“, sagt Akademie-Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel. „Wir haben die Chance genutzt, um unser Fortbildungskonzept nicht nur im Kontext einer zeitgemäßen Transformation weiterzuentwickeln, sondern auch vor dem Hintergrund, dass wir mit weiteren Wellen der Pandemie rechnen müssen bzw. Pandemien uns auch zukünftig treffen könnten.“

Während der Pandemie hat die Akademie der Kulturellen Bildung ihre Webseite um zusätzliche digitale Funktionen erweitert. In digitalen Kurs- und Gruppenräumen haben die Teilnehmer*innen nun die Möglichkeit, sich über Video und Audio zu treffen, auszutauschen und gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Interaktive Lernplattformen, die erlauben, synchron und asynchron kooperativ zu arbeiten, sollen folgen. Hierbei legt die Akademie Wert auf datenschutzkonforme Infrastrukturen.

Im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur konnte die Akademie ihre Präsenzformate unter Pandemiebedingungen neu aufstellen. In Vorbereitung auf eine für Besucher*innen und Dozent*innen sichere Wiedereröffnung nach dem Lockdown wurde in einer Größenordnung in zusätzliche Schutz- und Hygienemaßnahmen investiert, die ohne die Fördergelder nicht denkbar gewesen wäre. Einerseits wurde für das Team Ausstattung für dezentrale Arbeitsplätze benötigt, um die Bürotätigkeiten ohne Ansteckungsgefahr fortzusetzen. Andererseits herrschte vor Ort Bedarf an vielfältigen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Schnelltests und Raumluftreinigern.

Akademie der kulturellen Bildung - Der erste Kurs nach der Wiedereröffnung übt sich beim Essen im Social Distancing.

Akademie der kulturellen Bildung – Der erste Kurs nach der Wiedereröffnung übt sich beim Essen im Social Distancing.

Foto © Akademie der Kulturellen Bildung

Heute freut sich die Akademie, nach der Schließungsphase den öffentlichen Betrieb wieder aufnehmen zu können. Die Fort- und Weiterbildungen finden mit dem bewährten Schutzkonzept statt, das die existierenden Hygiene- und Gesundheitsbestimmungen für Gäste und Mitarbeiter*innen berücksichtigt.

Das vom Bundesverband Soziokultur e. V. umgesetzte Förderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien war für die Akademie eine große Hilfe. Die Förderung hat nicht nur einen hochwertigen Infektionsschutz für alle Teilnehmenden und das eigene Personal ermöglicht sondern auch dabei geholfen, neue Konzepte, Formate und Plattformen zu entwickeln, die das Angebot der Akademie noch weit in die Zukunft hinein bereichern werden. So wurde die Akademie in die Lage versetzt, auch langfristig auf mögliche Veränderungen der Pandemiesituation zu reagieren.


Die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW
Küppelstein 34
42857 Remscheid

Tel.: +49 21917940
Email: info@kulturellebildung.de

Website: www.kulturellebildung.de/
Facebook: www.facebook.com/AkademieDerKulturellenBildung/

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13. September 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Die SCHOTTE in Erfurt

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1. September 2021
#neustartkultur, #pressemeldung

Pressemeldung – Bundesverband Soziokultur fördert erneut pandemiegerechte Programmarbeit

Berlin, 01.09.21: Heute hat der Bundesverband Soziokultur die Ausschreibung von NEUSTART KULTUR in der Fördermaßnahme Programm 2 veröffentlicht. Die Antragstellung für NEUSTART KULTUR - Programm 2 ist ab dem 15.09.2021 möglich. Im Vorfeld bietet der Bundesverband öffentliche Videokonferenzen zur Antragsberatung an und hilft bei Fragen zur Antragstellung per E-Mail und Telefon weiter. Die Ausschreibung sowie weitere Informationen zu NEUSTART KULTUR - Programm 2 gibt es unter soziokultur.neustartkultur.de/programm2. Bundesgeschäftsführerin Ellen Ahbe erwartet großes Interesse: „Die erneute Ausschreibung bildet voraussichtlich die letzte Möglichkeit für finanzielle Unterstützung der Programmarbeit im Jahr 2022 durch unseren Verband. Ich hoffe, dass diesmal auch kleinere Einrichtungen die Entwicklung neuer, pandemiegerechter Formate und die Anpassung bestehender Angebote über NEUSTART KULTUR fördern lassen. Gerade in überwiegend ehrenamtlich geführten Organisationen erfordern die interne Abstimmung und die Beratung zu förderrechtlichen Bestimmungen seitens unseres Verbandes zeitlichen Vorlauf, den wir diesmal einräumen konnten.“ Programm 2 ist die Neuauflage der im vergangenen Jahr vom Bundesverband Soziokultur durchgeführten NEUSTART KULTUR Förderung zur Stärkung kultureller und soziokultureller Programmarbeit unter Pandemiebedingungen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) stellt dafür erneut 15 Millionen Euro zur Verfügung. Antragsberechtigt sind Kulturzentren, soziokulturelle Zentren und weitere Einrichtungen und Initiativen mit kulturellem Schwerpunkt und entsprechendem Aktivitätsprofil – auch dezentrale Träger. Einzelunternehmer*innen, die eine entsprechende Kultureinrichtung betreiben, können ebenfalls einen Antrag stellen. Die Förderung der Programmarbeit umfasst einzelne Veranstaltungen sowie kontinuierliche Angebote wie Kurse, Workshops und offene Treffs. Dabei werden Grundkosten, aktivitätsbezogene Kosten und Personalkosten für die Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Programmarbeit unter Pandemiebedingungen gefördert. Einrichtungen, die bereits eine NEUSTART KULTUR Förderung erhalten haben, können erneut eine Förderung ihrer Programmarbeit beantragen.
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23. August 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Das Jugendzentrum Aurich

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Sandra Grau | Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR Das Jugendzentrum Aurich - Schlachthof besteht seit 1980 in der heutigen Form und ist seit jeher wegen seines vielfältigen Veranstaltungs- und Kulturangebots überregional bekannt. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit Aurich setzt sich für Toleranz und Gleichberechtigung ein. Fremdenfeindliche, rassistische, homophobe und undemokratische Strukturen werden nicht geduldet, im Gegenteil sind interkulturelle sowie toleranzfördernde Angebote die Regel. Partizipation und Bürger-/Jugenbeteiligung stehen im Vordergrund. Das Jugendzentrum fungiert als Teil des Familienzentrum Aurich, welches im Förderprogramm Mehrgenerationenhaus und als Ehrenamtsagentur aktiv ist. Hier engagieren sich mehr als 60 Vereine, Gruppen, Initiativen, Selbsthilfegruppen, Kulturangebote und Bündnisse in den Handlungsfeldern Begegnung, Bildung, Beratung und Betreuung. Von: Sandra Grau, Leitung Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR Die Veranstaltungshalle des JUZ bietet unter normalen Bedingungen Raum für eine Vielzahl von Events für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen. Aufgrund der Corona-Krise ergibt sich nun jedoch die Notwendigkeit, auch alternative Veranstaltungsorte - vor allem Outdoor - zu erschließen, um den unterschiedlichen pandemiebedingten Vorgaben gerecht werden zu können und Kultur dennoch zu leben. Der schöne Innenhof des Jugendzentrums bietet hierfür durch seine charmante Atmosphäre genau den richtigen Rahmen. Unser Konzept macht aus unserem Hof einen Outdoor-Veranstaltungsbereich, der durch flexible und mobile Gestaltungsmöglichkeiten (Möbel, Bühne, Licht und Technik) ein breites Spektrum an neuen und alten Veranstaltungsformaten ermöglicht. [caption id="attachment_1588" align="aligncenter" width="929"] Der charmante Innenhof mit Baumbestand bietet vielfältige Möglichkeiten für Outdoor-Veranstaltungen.Foto © Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR[/caption] NEUSTART direkt nach dem Lockdown – Aktionstage Mehrgenerationenhaus mit "Puppets in Minutes" und "La Jazz" Eingeweiht wurde der neue Innenhof schließlich bei den bundesweiten „Aktionstagen Mehrgenerationenhaus“ im Jugend-und Familienzentrum Aurich. Am Samstag, dem 29. Mai 2021 wurden am Morgen die Loungemöbel mit den orangefarbenen Sitzkissen aufgebaut, die Stehtische und Hocker im Innenhof verteilt und die mobilen Bühnenelemente für die Eröffnungsshow platziert. Pünktlich mit den ersten Lockerungen nach dem Lockdown, der die erste Jahreshälfte 2021 überschattet hatte, konnte somit der neu gestaltete Innenhof endlich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das Bühnenprogramm wurde von den „Puppets in Minutes“ gestaltet - einem ebenfalls über NEUSTART KULTUR geförderten, pandemiegerechten mobilen Figurentheaterprogramm aus Aurich - gemeinsam mit dem Ensemble „La Jazz“, die eine bunte Show mit Marionetten und Musik zeigten. Das altersgemischte Publikum zeigte sich begeistert: Von der Möglichkeit, endlich wieder zusammenkommen zu dürfen, von der unterhaltsamen Mischung aus Poesie und Comedy des Programms und vom neuen Charme des Innenhofs des Jugendzentrums Aurich. An diesem Nachmittag zeigten sich nun erstmals die vielfältigen Perspektiven für einen NEUSTART KULTUR im Jugendzentrum Aurich, der insbesondere Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien zu Gute kommen soll. [caption id="attachment_1583" align="aligncenter" width="949"] Auftritt der „Puppets in Minutes“ bei der Eröffnungsveranstaltung des neu gestalteten Innenhofs.Foto © Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR[/caption] NEUSTART der offenen Kinder- und Jugendarbeit am 01.06.2021 – Begeisterung durch chilligen Loungeflair im Außenbereich Das neue Außenmobiliar kam bei den Besucher*innen sehr gut an: „Nach dem langen Lockdown wirkt das wie ein kleiner Urlaub“. Ein Bestuhlungsmix aus Sitzhockern, Lounge- Ecken und verschiedene Sitzkissen ermöglichen den Kindern und Jugendlichen, sich in gemütlicher Atmosphäre auszutauschen, Freunde zu treffen, neue (kulturelle) Ideen zu entwickeln und ein wenig Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. NEUSTART Jugendbeteiligung JUGA - Jugend gestaltet Aurich Auch bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „JUGA – Jugend gestaltet Aurich“ am 25.06.2021 kam das flexibal nutzbare zum Einsatz. Paletten Möbel, Stehtische, Hocker und verschiedene Sitzkissen ermöglichten es Jugendlichen, in gemütlicher Atmosphäre über ihre individuellen Vorstellungen, Sorgen und Wünsche für die Zukunft der Stadt Aurich zu sprechen. Gerade nach bzw. in der Corona-Krise sind neue Ideen und Beteiligungsformate relevant, um Entwicklungsmöglichkeiten kennenzulernen und zu nutzen. Kulturelles Entwicklungspotential stand bei der Ideenentwicklung im Vordergrund. [caption id="attachment_1589" align="aligncenter" width="854"]Auch das Format "JUGA - Jugend gestaltet Aurich" wurde durch das über NEUSTART KULTUR geförderte Mobiliar wieder möglich.Foto © Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR[/caption] JUGA - Jugend gestaltet Aurich geht am 16.07.2021 in die nächste Runde Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung „JUGA – Jugend gestaltet Aurich“ wurde bereits im Anschluss an den Termin ein neues Treffen vereinbart, bei welchem sich die interessierten Jugendlichen speziell zu dem Thema Kultur und Freizeitangebote austauschen sollten. Neben dem bereits erprobten Mobiliar, welches sowohl Outdoor als auch Indoor eingesetzt wurde, kamen – passend zum inhaltlichen Schwerpunkt der Veranstaltung – auch erstmalig die aufblasbare Kinoleinwand sowie der Beamer zum Einsatz. Dank NEUSTART KULTUR konnten alle Beteiligten diesen produktiven und kreativen Tag bei einem gemeinsamen Filmabend ausklingen lassen. Geplant sind viele weitere Angebote und Veranstaltungen, bei denen auch noch weiteres angeschafftes Ausstattungsmobiliar wie die Outdoor-Lichtanlage, das Outdoor-Thekenhäuschen, die Feuerschalen und die Pelletheizöfen eingesetzt werden. Wir freuen uns über die Möglichkeiten, die sich uns durch die Förderung im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur eröffnen und sagen auch im Namen unserer Besucher*innen und Gäste DANKE!!! Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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16. August 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Das KOMM-Haus in Leipzig

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Birgit Grunewald | KOMM-Haus Leipzig Das KOMM-Haus ist ein soziokulturelles Zentrum im Wohnkomplex 8 in Leipzig Grünau. Das Zentrum ist offen für alle Menschen unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen oder religiösen Herkunft und versteht sich als ein Begegnungs- und Kommunikationsort für Bürger, Familien, Vereine und Institutionen aus Grünau und darüber hinaus. Ziel ist die Schaffung eines Orts für Kunst, Kultur und Bildung. Ebenso bietet das Zentrum einen Nachbarschaftstreff, den Freizeittreff »Wilde 11« und einen Treffpunkt für Selbsthilfegruppen. Das Soziokulturelle Zentrum "KOMM-Haus" wird betrieben durch die VILLA gGmbH für Jugend, Kultur & Soziales in Leipzig. Von: Birgit Grunewald, Öffentlichkeitsarbeit Soziokulturelles Zentrum "Die VILLA" Unser Soziokulturelles Zentrum »KOMM-Haus« in Leipzig Grünau, einem Sozialen Brennpunkt ganz im Westen von Leipzig, steht für Gemeinschaft, Kultur und Engagement. Der Stadtteil leidet unter mehreren Herausforderungen. Eine davon: Im Umkreis gibt es keine Gaststätte oder ähnliches. Diesen Mangel thematisieren unsere Besucher*innen und die Bewohner*innen des Stadtteils immer wieder. Mit unserer Mitmach-Pizzeria gingen wir dieses Thema an. Unsere Idee: Zusammen mit den Bewohner*innen organisieren wir einen temporären Gemeinschaftsort in Grünau. So verwandelte sich im Juni 2021 wieder eine Brachfläche in eine Freiluft-Pizzeria mit traditionellem holzbefeuerten Pizzaofen. An einer Theke belegte sich jeder seine Pizza und ließ diese backen. Die originelle Gestaltung des Ofens und die bunten Sitzmöglichkeiten luden zum Kontakt und Gespräch zwischen den Besucher*innen ein. Die Freiluft-Pizzeria ist dabei auch ein prima Ort für kulturelle Aktivitäten: Konzerte, Lesungen und Workshops fanden hier statt und erreichten Menschen, welche sonst vielleicht das KOMM-Haus nicht besuchen. Die Rollen der Organisatoren und Besucher*innen waren fließend: Bewohner*innen übernahmen das Pizza backen; wir kamen ins Gespräch mit anderen Akteur*innen. Die Pizza und deren Belag sowie die Getränke konnten gegen eine Spende erworben werden. [caption id="attachment_1567" align="aligncenter" width="886"] Zahlreiche Künstler*innen spielten 2021 bei der Mitmach-PizzeriaFoto © KOMM-Haus Leipzig[/caption] Warum wählten wir als Mittel Pizza? Pizza bietet viele Anschlussmöglichkeiten: Alle mögen sie, sie lässt sich individuell belegen und eine Pizza wird gern geteilt. Dadurch ist es möglich, mit einfachen Mitteln und ohne mitgebrachte Fähigkeiten etwas zum Gemeinschaftserlebnis beizutragen. Das gemeinsame Kochen und Essen ist ein ideales Werkzeug für niederschwellige und gemeinschaftliche Erlebnisse im öffentlichen Raum. Es ist anknüpfungsfähig für jede Altersstufe, benötigt keine Sprachkenntnisse und weist im Falle der auf Spendenbasis basierenden Pop-Up Pizzeria keine monetäre Einschränkung auf. Unser Anliegen ist es, Impulse für Grünau zu setzen. Wir greifen den Bedarf der Bewohner*innen nach einer Gastronomie auf und geben einen temporären Lösungsvorschlag. Wir beziehen die Besucher*innen direkt in die Arbeit ein und lassen sie erleben, dass Engagement etwas verändern kann. Mit einem Pop-Up-System laden wir innerhalb des Stadtteils zum Begegnen und Verweilen ein und ermöglichen auf diese Weise Kultur. Wir gestalten öffentliche Orte und erreichen niederschwellig die vielfältigen Bewohner*innen von Grünau. Bereits im vergangenen Jahr fand die Mitmach-Pizzeria an einem anderen Ort in Grünau zum ersten Mal statt. Damals noch etwas improvisierter. Es zeigte sich, dass die Idee sehr großen Anklang fand und sehr gut in die Corona-Situation passte. Die Open-Air Situation auf einer vergleichsweise großen Fläche ermöglicht Aktivitäten mit wenigen Pandemie-Einschränkungen. Auch in diesem Jahr war unsere Mitmach-Pizzeria eine der ersten größeren kulturellen Aktivitäten in Grünau. [caption id="attachment_1568" align="aligncenter" width="886"] Die mobile Pizzeria ist auf einem umgebauten PKW-Anhänger installiert, auf dem Pizza-Ofen, Kühlschrank und Waschbecken Platz finden.Foto © KOMM-Haus Leipzig[/caption] Dafür entwickelten wir mithilfe der Förderung im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur unsere Idee noch einmal weiter. Entstanden ist eine mobile Pizzeria. Auf einem PKW-Anhänger installierten wir einen robusten Pizzaofen, welcher zünftig mit Holz geheizt wird. Dazu gibt es Kühlschränke für den Teig, ein Waschbecken und die Möglichkeit, einiges an Material zu verstauen. Zusammen mit einem mobilen Tresen für das Belegen der Pizzen und flexibler Möblierung können wir die Pizzeria mit relativ geringem Aufwand wieder aktivieren. So machte die Förderung unsere Mitmach-Pizzeria fit für die Zukunft. Zahlreiche Künstler*innen spielten 2021 bei der Mitmach-Pizzeria. Wir eröffneten feierlich bei Pizza und Getränk den Grünauer Kultursommer, ein großes Angebot, an welchem wir uns mit beteiligen. Neben unterschiedlichen Workshops zu Umweltthemen oder Nachhaltigkeit gab es in den Tagen der Pizzeria Musik von Thomas Katrozan, Franz Belger & Isabel Korda, Markus Dietrich, Carolin Greiner, CarPoSol, Mayakan, Savannah Soul, Maria Schüritz und Weltwärts. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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