Artikel der Kategorie: #neustartkultur

26. Juli 2021
#neustartkultur

Finanzierungsvielfalt im Programm NEUSTART KULTUR

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe 2/21 des Magazins SOZIOkultur. Die Bedeutung von Drittmitteln und der Einsatz kommunaler Kulturförderung. Eine Analyse der Drittmittel im Förderprogramm NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur zeigt: Querfinanzierungen haben für Kultureinrichtungen eine große Relevanz. Mit Hilfe von Drittmitteln aus diversen Quellen entstehen Finanzierungsmodelle, die die Spielräume für Kultureinrichtungen im Rahmen bestehender Förderprogramme erweitern. Dabei spielt die kommunale Kulturförderung eine wichtige Rolle. Von: Jana Mießner und Tobias Voigt Das Förderprogramm Seit Mitte 2020 verwaltet der Bundesverband Soziokultur e.V. die beiden Fördermaßnahmen „Zentren“ (Programmteil „Pandemiebedingte Investitionen“) und „Programm“ (Programmteil „Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur“) im Rahmen des von der Beauftragten für Kultur und Medien aufgelegten Förderprogramms NEU-START KULTUR. Mit Hilfe der Förderung werden (sozio-)kulturelle Einrichtungen und Initiativen bei Weiterbetrieb und Wiedereröffnung in Zeiten der Corona-Pandemie unterstützt. Während im Bereich „Zentren“ investive Maßnahmen wie der Einbau von Schutzvorrichtungen, der Ausbau der digitalen Infrastruktur oder die Modernisierung von Sanitäranlagen im Fokus stehen, sollen durch die Förderung im Bereich „Programm“ Kulturarbeit und -angebote auch unter unwirtschaftlichen Pandemiebedingungen ermöglicht werden. Festbetragsfinanzierung Das auf Bundesebene aufgelegte Förderprogramm NEUSTART KULTUR wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss in Form einer Festbetragsfinanzierung gewährt. Bei dieser Form der Finanzierung wird im Zuge der Antragsprüfung ein fixer maximaler Förderbetrag bewilligt. Der entscheidende Vorteil für die Kultureinrichtungen ist, dass Erhöhungen der eigenen Deckungsmittel keine reduzierende Auswirkung auf die Zuwendungshöhe haben. Am Beispiel des Lagerhalle e.V. aus Osnabrück wird deutlich, was dies in der Praxis bedeutet: Im Bereich „Zentren“ hatte das soziokulturelle Zentrum einen Antrag für den Einbau einer Raumluftanlage gestellt und bewilligt bekommen. Die Anlage soll den regelmäßigen Luftaustausch in den Räumlichkeiten gewährleisten, zu einer Reduktion der Aerosole beitragen und damit einen sicheren Kulturbetrieb auch unter Pandemiebedingungen möglich machen. Die Kosten für eine Investition dieser Größenordnung überstiegen jedoch die im Bereich „Zentren“ mögliche Maximalfördersumme von 100 000 Euro. Die einzige Möglichkeit zur Umsetzung des Vorhabens war eine deutliche Erhöhung des Eigenanteils. Durch die Bedingungen des Förderprogramms war eine solche Erhöhung möglich – ohne Auswirkungen auf die Zuwendungshöhe. Eine Analyse der Daten zeigt: Unter den über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderten Projekten ist der Lagerhalle e.V. nicht das einzige Projekt mit erhöhtem Eigenanteil. Obwohl die geforderte Mindesthöhe des Eigenanteils bei zehn Prozent liegt, macht dieser im Bereich „Zentren“ durchschnittlich elf Prozent aus. Im Bereich „Programm“ werden durchschnittlich sogar knapp 15 Prozent Eigenanteil eingebracht. [caption id="attachment_1492" align="aligncenter" width="1024"] Dank der Drittmittel von Land und Kommune wurde die Finanzierung einer neuen Lüftungsanlage im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR erst möglich. Die Anlage soll einen wichtigen Beitrag zum Infektionsschutz leisten, wenn sich die Türen der Lager-halle bald wieder für Besucher*innen öffnen.Foto © Jens Meier / Lagerhalle e.V.[/caption] Drittmittel zur Deckung des Eigenanteils Das Einbringen des Eigenanteils im Rahmen von Förderprogrammen stellt im soziokulturellen Bereich insbesondere kleinere Kultureinrichtungen und Initiativen in der Praxis oft vor große Herausforderungen. Eine Erhöhung des Eigenanteils aus Eigenmitteln ist für viele Einrichtungen erst recht nicht möglich. Für diese Projekte wird der Zugang zu Förderprogrammen mit Eigenanteil erleichtert, wenn dafür neben Eigenmitteln auch Drittmittel erlaubt sind. Für den Lagerhalle e.V. erklärte sich das Land Niedersachsen zur Kofinanzierung bereit und öffnete so den Weg zur Realisierung der neuen Lüftungsanlage. Insgesamt bringen 20 Prozent der Letztempfänger*innen Drittmittel ein und bestreiten damit knapp 25 Prozent des eingebrachten Eigenanteils. Drittmittel werden dabei auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene oder von weiteren Dritten wie Stiftungen sowie über Sponsoring oder zweckgebundene Spenden eingeworben. In vielen Bundesländern wurden sogar explizite Kofinanzierungsprogramme aufgelegt, um den Kultureinrichtungen beim Einbringen ihres Eigenanteils unter die Arme zu greifen. Die Bedeutung kommunaler Kulturförderung Kommunale Kulturförderung spielt für viele (sozio-)kulturelle Zentren eine wichtige Rolle, weil deren institutionelle Finanzierung auf kommunaler Ebene angesiedelt ist oder weil kommunale Kulturfördertöpfe oft mit einem geringeren verwaltungstechnischen Aufwand genutzt werden können. Bundes- und Landesförderungen sind, obwohl sie höhere Fördersummen versprechen, für kleinere Kultureinrichtungen wegen fehlender zuwendungsrechtlicher Kenntnisse, geringer personeller Ressourcen für die Antragstellung oder des oftmals zu hohen einzubringenden Eigenanteils oft nicht nutzbar. Das Förderprogramm NEUSTART KULTUR ist eine Unterstützung, die allen Einrichtungen in Zeiten der Corona-Pandemie zugutekommen soll. Dazu tragen die geringe Eigenanteilsquote ab zehn Prozent und die Möglichkeit, diese durch Drittmittel zu stemmen, bei. Die eingebrachten kommunalen Mittel beim Förderprogramm NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur stammen aus verschiedenen Töpfen. Neben institutionellen oder allgemeinen Projektfördertöpfen sind das auch spezielle Förderungen für beispielsweise investive Maßnahmen, Corona-Hilfeprogramme der Kommune oder Kofinanzierungen. [caption id="attachment_1490" align="aligncenter" width="1024"] Am 10. Juni 2021 wurde das Kernstück der Lüftungsanlage geliefert und mit Hilfe eins Krans auf das Dach des Hauses gehoben.Foto © Mieke Winkler / Lagerhalle e.V.[/caption] Beim Lagerhalle e.V. reichten die Mittel von Land und Bund für den Ausbau der Lüftungsanlage in allen Räumlichkeiten nicht aus. So stand zur Entscheidung, das Vorhaben auf weniger Räume zu beschränken und damit die Kosten zu reduzieren oder weitere Mittel einzuwerben. Die Kommune entschied sich nach umfangreichen Gesprächen mit der Kultureinrichtung, das Projekt so zu unterstützen, dass es in vollem Umfang durchgeführt werden kann. Dafür gewährt die Stadt einen Zuschuss, der die Differenz zwischen Bundes- sowie Landesförderung und den Kosten der Anlage deckt. Mit dieser Entscheidung würdigt die Stadt Osnabrück zum einen das Bemühen des Lagerhalle e.V. um die Einwerbung von Fördermitteln, zum anderen erkennt sie damit die Bedeutung der Kultureinrichtung für die Stadt und deren Bürger*innen an. "In der Lagerhalle schlägt das Herz der Soziokultur in Osnabrück. Ich bin deshalb froh, dass der Rat der Stadt die Initiative des Kulturausschusses aufgegriffen hat, den städtischen Anteil aufzustocken. Dass jetzt die Sanierung aller Räume möglich wird, ist im Interesse der Kultur und der Stadt. Zumal es sich um ein städtisches Gebäude handelt, für das die Lagerhalle erhebliche Drittmittel nach Osnabrück eingeworben hat." SEBASTIAN BRACKE (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Vorsitzender des Kulturausschusses des Rates der Stadt Osnabrück Fazit Die dargestellten Daten und Beispiele zeigen: Drittmittel können – insbesondere bei Festbetragsfinanzierung – Synergien zwischen diversen Finanzierungsquellen herstellen und so die Handlungsspielräume für Kultureinrichtungen und Initiativen im Rahmen bestehender Förderprogramme deutlich erweitern. Kommunale Kulturförderung spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle und empfiehlt sich durch die oft leichte Zugänglichkeit und Bekanntheit. Gerade wenn Kommunen die Bedeutung der Kulturarbeit erkennen und bereits in der Vergangenheit eine enge Zusammenarbeit stattgefunden hat, wie bei dem Lagerhalle e.V., ergeben sich neue Finanzierungsmodelle, die auch kleinen Kultureinrichtungen mit geringen Eigenmitteln die Umsetzung großer Vorhaben ermöglichen können.
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19. Juli 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Das Glasperlenspiel in Asperg

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Klaus Bühlmeyer | Glasperlenspiel Asperg Das Glasperlenspiel in Asperg e.V. ist ein eingetragener, gemeinnütziger Kulturverein mit eigener Amateurtheaterbühne in Asperg bei Ludwigsburg / Stuttgart. Der vor über 30 Jahren gegründete Verein hat knapp 200 Mitglieder und bietet ca. 150 Veranstaltungen pro Jahr in den Bereichen Theater, Kabarett, Chanson, Kinderveranstaltungen, Klassik, Musik und Jazz. Die Leitung (Vorstand) und Organisation des Spielbetriebs (Abendkasse, Vorverkauf, Theke und Technik) werden komplett durch ehrenamtliche Kräfte abgedeckt. Die Einnahmen fließen in die Gestaltung des Kulturprogramms und in den Erhalt der Institution "Das Glasperlenspiel in Asperg". Von: Klaus Bühlmeyer, Schatzmeister des Kulturvereins Das Glasperlenspiel in Asperg e.V. #Frische Luft im Theater Über die Programme „Neustart – Sofortprogramm für Coronabedingte Investitionen für Kultureinrichtungen“ und „Neustart Kultur – Zentren“ war es uns möglich, die Lüftungs- und Klimaanlagen in Theatersaal und Foyer auf einen modernen und sicheren Stand zu bringen. Ein herzliches Dankeschön hierfür. #Lockdown 1 Coronabedingt hatten wir vom 15. März bis Mitte September 2020 geschlossen. Wir haben am 11. September 2020 – nach sechsmonatiger Spielpause – mit unserem Herbstprogramm begonnen. Dank der finanziellen Unterstützung durch „Neustart – Sofortprogramm für Corona-bedingte Investitionen für Kultureinrichtungen“ konnten wir alle Hygienemaßnahmen, die für eine Wiedereröffnung geplant waren, umsetzen: Dies war u.a. die Verkleidung mit Plexiglas für Abendkasse / Vorverkauf und für die Theke. Auch die Tische zur Besuchersteuerung im Theatersaal sowie die Stehtische zur Besuchersteuerung in der Pause im Freien konnten realisiert werden. Zudem haben wir die Lüftungsanlage überarbeiten lassen: Es wurde ein leistungsstärkerer Motor zur Erhöhung der Abluftleistung eingebaut; die Steuerungselektronik für die Zu- und Abluft wurde aktualisiert; zudem wurden Filterelemente zur Reinigung der Zuluft verbaut. [caption id="attachment_1498" align="aligncenter" width="1024"]Mindestens bis zur Sommerpause Mitte August 2021 bietet das Glasperlenspiel eine coronataugliche Bestuhlung von 30% an.Foto © Sabine Geiger[/caption] #Lüftungsanlagen - Sicherheit im Theater Die genannten Maßnahmen stellen einen wesentlichen Baustein unseres Hygienekonzepts dar. Vom Publikum wurde das Gesamtkonzept im September 2020 positiv gewürdigt. Die Rückmeldungen vom Publikum waren durchweg positiv – alle Besucher hatten ein sehr gutes und sicheres Gefühl, sich während der Veranstaltungen im Innenraum des Glasperlenspiels aufzuhalten. #Lockdown 2 Aufgrund steigender Inzidenzen und neuer Virusmutationen wurden die Theater ab Anfang November 2020 erneut geschlossen. Dieses Mal sollte der Lockdown bis Juni 2021 dauern. In dieser Zeit beantragten wir über „Neustart Kultur – Zentren“ die Modernisierung der bestehenden Klimaanlagen in Theatersaal und Foyer mit Reduktion der Aerosol- und Virusbelastung. #Virusreduktion und Energieeffizienz Von April bis Mai 2021 wurden die neuen Klimaanlagen in Theatersaal und Foyer eingebaut. Die bestehenden Klimaanlagen waren bereits 25-30 Jahre alt, und so war eine Modernisierung, gerade im Hinblick auf die Virusreduktion, äußerst sinnvoll. Die neuen Klimaanlagen sind zudem energieeffizienter und geräuschärmer, sowohl im Innenraum als auch in der Umgebung der beiden Außengeräte. [caption id="attachment_1500" align="aligncenter" width="1024"]Seit dem 16. Juni 2021 wird die Bühne des Glasperlenspiels wieder bespielt.Foto © Sabine Geiger[/caption] #Klimaanlage - Sicherheit Mit der Maßnahme „Modernisierung der Klimaanlage mit Reduktion der Aerosol- und Virusbelastung“, welche über „Neustart Kultur – Zentren“ finanziert wurde, tragen wir zur nachhaltigen Reduktion von Ansteckungsgefahren (insbesondere mit dem SARS-CoV-2-Virus) bei. Unsere Kleinkunstbühne wird somit dauerhaft attraktiv für unsere Gäste. #Spielbetrieb ab Juni 2021 Am 16. Juni 2021 haben wir den Spielbetrieb im Glasperlenspiel wieder aufgenommen. Das bestehende Hygienekonzept wurde hierzu um die neuen Vorgaben ergänzt: Wir bieten (mindestens) bis zur Sommerpause Mitte August 2021 eine 30% Bestuhlung an. Somit entfällt bei Inzidenzstufe 1 die 3G Regel, ab Inzidienzstufe 2 müssen die Besucher den entsprechenden Coronanachweis an der Abendkasse vorlegen. [caption id="attachment_1499" align="aligncenter" width="1024"]Premiere „Arthur und Claire“ - Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte von Stefan Vögel. Regie: Margarete VolzFoto © Mark Schuler[/caption] #Juhu, es geht weiter Wir sind guter Dinge, dass wir nun dauerhaft den Spielbetrieb in unserer Innenraumbühne aufnehmen können - natürlich unter Einhaltung des Hygienekonzepts und gerne mit eingeschränkter Platzanzahl. Bis Jahresende haben wir rund 80 Veranstaltungen geplant, darunter drei Theater-Eigenproduktionen über unsere eigene Amateurtheaterbühne.
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8. Juli 2021
#neustartkultur, #portrait

Neue Formate der Bildungsarbeit – Die Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid

Die Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid ist ein interdisziplinär arbeitendes Fort- und Weiterbildungsinstitut der kulturellen Kinder- und Jugendbildung mit vielfältigem Themenspektrum, weit verzweigtem Netzwerk, großer Reichweite und langer Tradition. Im Zuge der Corona-Lockdowns musste die Akademie neue Konzepte entwickeln und ihre Bildungsangebote in die digitale Welt übersetzen. Dabei setzte sie auf die Kraft der Partizipation: Im digitalen Raum wurden gemeinsam mit Teilnehmer*innen neue Kursformate erdacht und ausprobiert. Gleichzeitig machte die Förderung durch NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur Investitionen zur Verbesserung des Infektionsschutzes vor Ort möglich. Seit Kurzem kann die Akademie ihre Türen wieder für Besucher*innen öffnen und einen kreativen Mix aus Präsenz- und Onlineveranstaltungen anbieten. Die Akademie der Kulturellen Bildung ist das zentrale Fort- und Weiterbildungsinstitut für Fachkräfte der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie liegt in einer der reizvollsten Gegenden des Bergischen Landes und grenzt unmittelbar an das Naturschutzgebiet Wupper – ein lebhaftes und inspirierendes Umfeld für Gäste und Besucher*innen. Der Verein qualifiziert seit 1958 im gesamten Themenspektrum der Kulturarbeit: Musik, Medien, Tanz, Theater, Literatur, Bildende Kunst, Baukultur, Performance, Spiel sowie Sozialpsychologie und Beratung. Die Betonung von Langfristigkeit und Nachhaltigkeit der Fort- und Weiterbildungen, spartenübergreifende Konzepte, Partizipation, Diversität sowie ein intensiver Praxisbezug – das Leitbild der Akademie zeugt von dem besonderen Selbstverständnis und den hohen Qualitätsstandards des Instituts. [caption id="attachment_1444" align="aligncenter" width="1024"] Akademie der kulturellen Bildung - Unter den Bedingungen des Lockdowns musste zunächst vieles neu gedacht werden. So auch die Besuchersteuerung im Gebäude.Foto © Akademie der Kulturellen Bildung[/caption] Die Akademie der Kulturellen Bildung ist Teil eines weit verzweigten Netzwerks von Institutionen und Personen aus dem Feld der Kulturellen Bildung – auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Darüber hinaus gestaltet die Akademie im Rahmen von Fachtagungen, Theoriebildung, Forschung, Konzeptentwicklung und Fachdiskurs die außerschulische kulturelle Bildungslandschaft aktiv mit. Das Themenspektrum des Kursangebots ist sehr breit und reicht von Workshops zum Baustoff Lehm bis hin zu Kreativkursen zum Thema „Protest“ („Die Ästhetik des Widerstands in der Bildenden Kunst“). Dabei ist das Tätigkeitsfeld der Akademie nicht auf das Bildungsangebot beschränkt. Unter anderem als Heimat des "Deutschen Kinder- & Jugendfilmzentrums" engagiert sie sich auch in der Kinder- und Jugendarbeit. Als Anlaufstelle für viele Kulturschaffende etablierte sich die Akademie als zentraler Knotenpunkt für Beratung, Austausch und Vernetzung verschiedenster Institutionen und stellt ihre Räumlichkeiten kostengünstig Kultureinrichtungen zur Verfügung. Als besonders wichtiges und aktuelles Thema behandelt die Akademie beispielsweise die millieuübergreifende kulturelle Bildung. Die Pandemie macht deutlich: Bereits bekannte Spannungsfelder verschärfen sich. Sogenannte „bildungsferne“ Bevölkerungsteile drohen abgehängt zu werden. Welche Konzeptansätze haben das Potenzial, junge Menschen aus unterschiedlichen Milieus gemeinsam künstlerisch-kreativ tätig werden zu lassen und trotz unterschiedlicher Lebenswelten zur Entwicklung von gegenseitigem Interesse und Verständnis beizutragen? Das ist eine der zentralen Fragen, die in der Jahrestagung 2020 erörtert wurden. Die Vorträge der Jahrestagung sowie viele weitere Inhalte werden im Sommer 2021 der interessierten Öffentlichkeit über eine digitale Wissensplattform zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise vermittelt die Akademie nachhaltig Wissen und verwebt Präsenzveranstaltungen sinnvoll mit Online-Angeboten. [caption id="attachment_1446" align="aligncenter" width="1024"] „Wir haben unsere Fortbildungsangebote unter den Aspekten digital, kontaktarm und kontaktstark neu systematisiert und neue Formate gestaltet bzw. angepasst“, sagt Akademie-Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel.Foto © Akademie der Kulturellen Bildung[/caption] Im Zuge der Corona-Pandemie und des Lockdowns musste die Akademie der Kulturellen Bildung Fort- und Weiterbildungen sowie Tagungen digitalisieren, verschieben oder absagen. Mit digitalen Kursen versuchte die Akademie in den Wochen des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 die Aussetzung des Kursbetriebs vor Ort zu kompensieren und bot ihren Teilnehmer*innen zunächst kostenfreie Zugänge zur Fort- und Weiterbildung an. Die digitalen Kurse waren als gemeinsamer Experimentierraum gedacht, um interaktive Online-Angebote auf die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmer*innen und ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zuzuschneiden. Die neuen Formate evaluierte die Akademie im Sommer 2020 und integrierte sie während des zweiten Lockdowns in ihr Programm. „Wir haben unsere Fortbildungsangebote unter den Aspekten digital, kontaktarm und kontaktstark neu systematisiert und neue Formate gestaltet bzw. angepasst“, sagt Akademie-Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel. „Wir haben die Chance genutzt, um unser Fortbildungskonzept nicht nur im Kontext einer zeitgemäßen Transformation weiterzuentwickeln, sondern auch vor dem Hintergrund, dass wir mit weiteren Wellen der Pandemie rechnen müssen bzw. Pandemien uns auch zukünftig treffen könnten.“ Während der Pandemie hat die Akademie der Kulturellen Bildung ihre Webseite um zusätzliche digitale Funktionen erweitert. In digitalen Kurs- und Gruppenräumen haben die Teilnehmer*innen nun die Möglichkeit, sich über Video und Audio zu treffen, auszutauschen und gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Interaktive Lernplattformen, die erlauben, synchron und asynchron kooperativ zu arbeiten, sollen folgen. Hierbei legt die Akademie Wert auf datenschutzkonforme Infrastrukturen. Im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur konnte die Akademie ihre Präsenzformate unter Pandemiebedingungen neu aufstellen. In Vorbereitung auf eine für Besucher*innen und Dozent*innen sichere Wiedereröffnung nach dem Lockdown wurde in einer Größenordnung in zusätzliche Schutz- und Hygienemaßnahmen investiert, die ohne die Fördergelder nicht denkbar gewesen wäre. Einerseits wurde für das Team Ausstattung für dezentrale Arbeitsplätze benötigt, um die Bürotätigkeiten ohne Ansteckungsgefahr fortzusetzen. Andererseits herrschte vor Ort Bedarf an vielfältigen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Schnelltests und Raumluftreinigern. [caption id="attachment_1441" align="aligncenter" width="1024"] Akademie der kulturellen Bildung - Der erste Kurs nach der Wiedereröffnung übt sich beim Essen im Social Distancing.Foto © Akademie der Kulturellen Bildung[/caption] Heute freut sich die Akademie, nach der Schließungsphase den öffentlichen Betrieb wieder aufnehmen zu können. Die Fort- und Weiterbildungen finden mit dem bewährten Schutzkonzept statt, das die existierenden Hygiene- und Gesundheitsbestimmungen für Gäste und Mitarbeiter*innen berücksichtigt. Das vom Bundesverband Soziokultur e. V. umgesetzte Förderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien war für die Akademie eine große Hilfe. Die Förderung hat nicht nur einen hochwertigen Infektionsschutz für alle Teilnehmenden und das eigene Personal ermöglicht sondern auch dabei geholfen, neue Konzepte, Formate und Plattformen zu entwickeln, die das Angebot der Akademie noch weit in die Zukunft hinein bereichern werden. So wurde die Akademie in die Lage versetzt, auch langfristig auf mögliche Veränderungen der Pandemiesituation zu reagieren. Die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW Küppelstein 34 42857 Remscheid Tel.: +49 21917940 Email: info@kulturellebildung.de Website: www.kulturellebildung.de/ Facebook: www.facebook.com/AkademieDerKulturellenBildung/
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1. Juli 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: kreativ:LABOR der Kulturetage Oldenburg

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Susan Mertineit | kreativ:LABOR der Kulturetage gGmbH Oldenburg Die Kulturetage gGmbH ist ein soziokulturelles Zentrum in Oldenburg. Als Schnittstelle für Stadt und Region gestaltet das Team des Zentrums ein spartenübergreifendes Kulturangebot für unterschiedliche Bevölkerungskreise und Altersgruppen, setzt innovative Impulse, stärkt interkulturelle Vernetzung und bereichert die Lebensqualität in Oldenburg nachhaltig. Mit ca. 60.000 Besucher*innen und über 500 Veranstaltungen jährlich ist das soziokulturelle Zentrum eine der größten Kultureinrichtungen (4000 qm) in Oldenburg. Hinzu kommen ca. 80.000 Besucher*innen bei Open-Air Veranstaltungen des Oldenburger Kultursommers. Das Kreativ:LABOR in der Kulturetage sind Räume, Menschen und eine Plattform für kreatives Engagement. Pioniergeist wird unterstützt und ein Experimentierfeld geschaffen und zur Verfügung gestellt zur Unterstützung von gesellschafltichem Wandel hin zu einer sozial gerechteren und ökologisch tragfähigeren Welt. Von: Susan Mertineit, Möglichmacherin des kreativ:LABORs PLATZ:schaffen KUNST | KULTUR | ZUKUNFTSFRAGEN Mit der Unterstützung durch NEUSTART KULTUR konnten wir uns aufmachen und den (Park-)Platz hinter der Kulturetage als einen temporären Kulturplatz umgestalten — einen lebendigen und öffentlichen Ort für Kunst, Kultur und Zukunftsfragen, auch und gerade in Pandemiezeiten. Ab Juni 2021 finden an den Wochenenden und bei Anbruch der Dunkelheit Draußen-Kino und bunte Vorabendprogramme mit Musik, Literatur und Kleinkunst statt. Das rettet unser Kino, das schafft Aufführungsmöglichkeiten für Soloselbständige, das gibt uns Unabhängigkeit von unseren Indoor-Räumen. #kooperation Im Sommer 2020 haben im Rahmen des Arbeitskreises “Corona: Wir lassen uns nicht unterkriegen, bestehend aus kreativ:LABOR, Kulturetage gGmbH, Medienbüro e.V. und Jugendmigrationsdienst e.V., unsere Nöte, Wünsche, Erfahrungen und mögliche Perspektiven ausgewertet. Ergebnis: Wir haben Ziele für einen zu gestaltenden Kulturplatz (auf unserem Parkplatz) und Anforderungen an mobiles Outdoor-Equipment formuliert. #covid-19 Mit COVID-19 und den notwendigen Einschränkungen des kulturellen Angebotes im Indoor-Bereich hat die Weiterentwicklung der Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche auf dem Platz hinter der Kulturetage eine neue Dynamik erfahren. Im Hinblick auf verschärfte Sicherheitsanforderungen haben wir ein zukunftsweisendes und flexibles Konzept für die Nutzung des Platzes hinter der Kulturetage als Open-Air-Spielfläche entwickelt. [caption id="attachment_1418" align="aligncenter" width="1024"] Kulturetage Oldenburg / kreativ:LABOR - Ab Juni 2021 finden auf neu gestalteten "Kulturplatz" an den Wochenenden und bei Anbruch der Dunkelheit Draußen-Kino und bunte Vorabendprogramme mit Musik, Literatur und Kleinkunst statt.Foto © Rike Schroer[/caption] #ohnemoosnichtslos Mit Neustart Kultur hat die Bundesregierung im Sommer 2020 ein umfassendes Rettungs- und Zukunftsprogramme für den Kultur- und Medienbereich geschaffen, um den Kulturbetrieb und die kulturelle Infrastruktur dauerhaft zu erhalten. Über die vom Bundesverband Soziokultur ausgereichte Förderung können wir über 90% der Kosten unseres Vorhabens finanzieren und freuen uns, mit dem Umbau des Kulturplatzes beginnen zu können. #container Um eine flexible Nutzung des Platzes zu gewährleisten, werden ein 20ft Seecontainer als offener Bühnenraum für unterschiedliche Formate sowie ein 10ft Container als Kassenhäuschen, Kiosk und Infopoint ausgebaut und aufgestellt. Darüber hinaus markiert ein mobiler und schöner Zaun das Kulturareal in Abgrenzung zu den Parkmöglichkeiten und reguliert die Besucher*innenführung und die Feuerwehrzufahrten durch ausgewiesene Ein- und Ausgänge. [caption id="attachment_1399" align="aligncenter" width="1024"] Kulturetage Oldenburg / kreativ:LABOR - Über NEUSTART KULTUR finanzierte Container sollen als Kassenhäuschen, Kiosk und Infopoint genutzt werden.Foto © Holger de Graf / BauCon Vertriebs GmbH & Co.KG[/caption] #zaun Für die Pläne des Zauns haben wir den Metallbaumeister Hans-Jürgen Raabe beauftragt. Hans Jürgen hat sich total ins Zeug gelegt und den Zaun zu seiner Herzensangelegenheit gemacht. In Anlehnung an ein geschmiedetes maritimes Kunstwerk bekam der Zaun eine netzartige, wellenförmige Anmutung. Fest verankerter, etwa 80 cm tiefe Bodenhülsen mit Betonsockelt trotzen der Windlast und sorgen für einen flexiblen Auf- und Abbau des Gestänges. Danke an Profil, die Schlosserei – ein schöner Zaun! #behördengänge Ideen und Pläne müssen zunächst dem Bauordnungsamt für Leib und Leben vorgelegt werden, um das geltende Baurecht auf dem Platz zu klären. Der Oldenburger Bereichsleiter Matthias Wagner stand uns beratend zur Seite und hat uns mit wertvollen Tipps versorgt. Für Bodenarbeiten und Konstruktion des Zauns müssen Sondergenehmigungen beim Tiefbauamt eingeholt werden. Architektin aus dem Wasserturm, Sandra Giese, fertigt maßstabsgerechte Pläne inkl. aller verborgenen Unwegsamkeit auf dem Platz. Das Tiefbauamt zeigte sich bemüht, die Kunst- und Kulturlandschaft nicht hängen zu lassen; jedoch könne eine Genehmigung nur in Absprache mit der Feuerwehr hinsichtlich des Brandschutzes ausgestellt werden. Die Feuerwehr wies uns an, das Gewicht der Zaunelemente zu reduzieren und die Zufahrt auf den Platz zu vergrößern. Anfang Februar erhielten wir die Zusage, das Projekt umsetzen zu können. [caption id="attachment_1403" align="aligncenter" width="1024"]Das kreativ:LABOR-Team: von links: Alexandra Meier, Rike Schroer, Susan MertineitFoto © Jörg Hemmen[/caption] #barrierefreiheit Lange haben wir gewartet bzw. ging es häufig nur sehr langsam voran, doch nun sind wir auf dem besten Weg in Richtung eines barrierefreien kreativ:LABORs. Bereits im letzten Jahr wurde der Fahrstuhl in dem dafür vorgesehenen Schacht installiert. Nun erhielt der Fahrstuhl endlich den letzten Feinschliff. Dank NEUSTART KULTUR begannen die Bauarbeiten für eine rollstuhlgerechte Sanitäranlage im 1. OG des Hauses. Wir freuen uns auf viele tolle Formate und Veranstaltungen, welche wir aufgrund des Umbaus ermöglichen können! #shopping Um den Platz optimal bespielen zu können, sind neben den Containern auch verhältnismäßig kleinere Anschaffungen vorgesehen. Uns ist besonders wichtig, dass all diese Dinge mobil und flexibel einsetzbar sind, um Kunst & Kultur an unterschiedlichen Orten möglich zu machen. So haben wir uns mit anderen Initiativen zusammengetan, um gemeinsam dieselben Kopfhörer zu bestellen, damit in Summe auch für größere Veranstaltungen ausreichend zur Verfügung stehen. Zudem Stühle und Tische für pandemiebedingte Picknick-Formate; LED-Lichter, um den Platz schöner zu machen; sowie einen individuell gestalteten Technik- und Projektionsanhänger. Unglaublich, dass manche Lieferzeiten sich immer wieder verzögern – Corona, Panamakanal…. Aber die Vorfreude war und ist riesig. #shipping Unsere Container wurden per LKW von BauCon geliefert. Am 10. Mai rollten die beiden ausgebauten Container auf den Platz hinter der Kulturetage. Keine zwei Stunden später standen sie bereits an Ort und Stelle und luden zur ersten improvisierten Lesung auf dem Kulturplatz ein. [caption id="attachment_1415" align="aligncenter" width="1024"]Improvisierte Lesung im gerade erst gelieferten ContainerFoto © Susan Mertineit / kreativ:LABOR[/caption] Es fehlt noch der letzte Feinschliff, bevor es im Juni mit Programm losgehen kann. Michael Olsen von Kunstbauten Olsen wird noch einige Anpassungen vor Ort vornehmen. Er fertigt einen Tresen für den Kiosk-Container auf Maß und auch der Zaun wir eine passende Plane erhalten. Auch muss die gesamte Elektrik nach dem Transport von einem Meister durchgemessen und abgestempelt werden und wir haben ordentlich geschwitzt, als die Erdungskabel 3m in die Erde gebuddelt und geschlagen werden mussten. Aber wir haben großartige Spannungswerte und haben alle Zertifikate bekommen. #Kunst, Kultur und Zukunftsfragen Am 03. Juni konnten wir mit den Veranstaltungen starten. Alle Verordnungen waren uns gnädig, alle Hygienekonzepte wurden eingereicht und es gab das "Go!" – und eine saftige Rechnung – von den kommunalen Ordnungsbehörden. Schaut auf unsere Webseite – es gibt eine Reihe von Veranstaltungen vom kreativ:LABOR und ein Umfangreiches Programm vom cine K und dem Medienbüro Oldenburg e.V. Einen riesen Dank an das Team von NEUSTART KULTUR und unsere tolle Beraterin Katharina. Bis hierhin sind wir supergut und glücklich gekommen. Nun hoffen wir noch auf Support und Unterstützung bei der Abrechnung und Berichtslegung.
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27. Mai 2021
#neustartkultur, #portrait

Neue Wege in digitale Welten – der Felsenkeller im Aufbruch

Der Haus Felsenkeller e.V. ist eine feste Instanz des soziokulturellen Lebens im ländlichen Raum im nördlichen Rheinland-Pfalz und arbeitet seit 1986 in den Bereichen Kultur und Bildung. Die Pandemie stellt das Team des Hauses vor große Herausforderungen. Lockdown bedeutet im Felsenkeller: Keine Kurse, keine Veranstaltungen, keine Menschen im Haus. Doch die Akteur*innen des Zentrums verzweifeln nicht, sondern richten den Blick nach vorn. Improvisation, Innovation und die Digitalisierung von Bildung stehen auf dem Plan. Die Förderung von NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur sorgt für die nötige Unterstützung und macht viele neue Wege begehbar. Der Verein „anderes lernen – Haus Felsenkeller – Soziokulturelles Zentrum e.V.“ lebt von seinen Fördermitgliedern, Netzwerken und den regionalen Betrieben – vor allem aber von den Besucher*innen, Teilnehmer*innen und Gästen. Die naturnahe Lage im grünen Westerwald, am Rand des Kleinstädtchens Altenkirchen, macht das Haus auch zum Anziehungspunkt für viele überregionale Gruppen, die die gemütlichen Übernachtungszimmer nutzen und Haus und Außengelände beleben. [caption id="attachment_1311" align="aligncenter" width="1024"] Blick über Altenkirchen - am Rand der Kleinstadt in Rheinland-Pfalz befindet sich das "Haus Felsenkeller.Foto © Haus Felsenkeller / Ingo Nachtigall[/caption] Traditionell bietet das Team im Bereich der Bildungsarbeit ein sehr breites Spektrum an Themen für sehr unterschiedliche Zielgruppen an. Die bunte Angebotspalette reicht von Fortbildungen, die im persönlichen und beruflichen Alltag Entwicklungsspielräume öffnen (Alphabetisierung, Kommunikation, Fortbildungen für Pädagog*innen) bis zu Seminaren zur Persönlichkeitsentwicklung (auch spirituelle und erlebnisorientierte Angebote). Für Körper und Geist sind Kurse in Tai Chi und Yoga im Programm, ebenso sind Freizeitangebote konstant nachgefragte Bestandteile des Angebots. Das Team des Felsenkellers greift in der Auswahl der Themen und Inhalte immer wieder das aktuelle politische und gesellschaftliche Geschehen auf. Vortrags- und Diskussionsabende mit namhaften Referenten sind seit je her ein integraler Bestandteil der Bildungsarbeit im soziokulturellen Zentrum. Daneben nutzen verschiedene unabhängige Gruppen die Räume: Stammtische, Vereine und Initiativen treffen sich ganzjährig regelmäßig im Felsenkeller und auch Selbsthilfegruppen finden hier Raum. Gelegentliche Kunstausstellungen oder Lesungen runden das Programm ab. Die Corona-Krise und die mit der Pandemie einhergehenden Beschränkungen haben das kulturelle Leben im Felsenkeller grundlegend verändert. Im letzten Jahr konnten nur wenige Kurse und Veranstaltungen stattfinden. Seit dem zweiten Lockdown im November letzten Jahres steht die soziokulturelle Arbeit im Felsenkeller still. Doch das Team des Felsenkellers ist im Umgang mit existenziellen Herausforderungen geübt. Mit finanziellen Engpässen konfrontiert zu werden, gehörte von Beginn an zur Geschichte des Hauses. Schon häufiger mussten Inhalte neu erfunden, unbekannte Wege beschritten und bestehende Strukturen neu gestaltet werden, um die Erfolgsgeschichte des Zentrums weiter zu schreiben. [caption id="attachment_1307" align="aligncenter" width="1024"] Das Haus um die Jahrhundertwende erbaute Haus Felsenkeller liegt für sich allein am Waldrand, umgeben von einem 8000 qm großen Gelände mit alten Obstbäumen und Wiesen.Foto © Haus Felsenkeller / Ingo Nachtigall[/caption] Auch in der aktuellen Situation versucht das Team des Felsenkellers, die Krise als Chance zur Erneuerung zu begreifen. Die Vision: Auf Basis der bestehenden Bildungsangebote neue Inhalte, Themen und Formate entwickeln, um diese über das Internet anzubieten. Die Übersetzung der Bildungsangebote in die digitale Sphäre verspricht Unabhängigkeit von den aktuell schwierigen Bedingungen für Präsenzveranstaltungen. Dabei sollen die Online-Angebote die klassischen Präsenzveranstaltungen nicht ersetzen, sondern perspektivisch ergänzen und erweitern, sobald die Bildungsarbeit auch im Haus wieder wie gewohnt stattfinden kann. Getragen wird diese Vision von der Idee der Digitalisierung und Dezentralisierung von Bildung. Das Internet macht es möglich, das bestehende Bildungsangebot mit Referent*innen aus der Region durch andere, überregionale Bildungsinhalte zu ergänzen. Überregionale Themen aufzugreifen und als Bildungsangebot im Felsenkeller zu verankern eröffnet gleichzeitig die Chance, das Angebot des Felsenkellers auch über die Region hinaus bekannt zu machen und somit neue Zielgruppen zu erreichen. Das Förderprogramm NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur kam für den Felsenkeller gerade im richtigen Moment. Ohne die finanzielle Unterstützung durch die Förderung im Bereich „Programm“ wäre die Umsetzung des Projekts nicht möglich gewesen. Aufgrund der Corona-Krise arbeitete zuletzt nur noch ein stark verkleinertes Kernteam für das soziokulturelle Zentrum. Um weitere Helfer*innen für die Umsetzung des Projekts und die inhaltliche Weiterentwicklung des Programms zu finden, startete das Team einen Rundruf im weit verzweigten Kontaktnetzwerk des Hauses. Mit Erfolg: Mit neuer Dynamik im erweiterten Projektteam machten sich die Akteur*innen an die Aufgaben. Um frischen Wind in Prozesse und Arbeitsabläufe zu bringen, modernisierte das Team zunächst die internen Strukturen. Parallel dazu begann das Team mit der Neugestaltung der Bildungsangebote für die digitale Sphäre. Die ToDo-Liste der hierfür neu zusammengestellten Arbeitsgruppe war lang: Da Online-Formate von Bildungsveranstaltungen neue Anforderungen mit sich bringen, musste zunächst die Homepage des Felsenkellers erneuert werden. Daneben konzipierten die Akteur*innen neue Formate für E-Learnings, kümmerten sich um die Prozessgestaltung zur Entwicklung und Umsetzung von Inhalten und Themen und machten sich auf die Suche nach Referent*innen, die auch für das digitale Lernen zu begeistern sind. [caption id="attachment_1309" align="aligncenter" width="1024"] Die neue Webseite ist inzwischen fertig und bietet Besucher*innen die Möglichkeit, Bildungsangebote direkt zu buchen.Screenshot © Bundesverband Soziokultur e.V.[/caption] Inzwischen konnte das Team viele Ziele erreichen. Die neue Homepage strahlt heute in neuem Glanz und präsentiert das runderneuerte, digitale Bildungsprogramm. Ein neues Programmheft ist in der Vorbereitung für den Druck und viel Spannendes wird darin zu finden sein. Ab Juli 2021 werden viele neu entwickelte Inhalte im und mit dem Felsenkeller erlebbar sein. Es gibt Online-Kreativangebote und neue Bewegungskurse, an denen Besucher von zuhause aus teilnehmen können. Und nicht zuletzt gibt es viele neue Menschen, für die und mit denen das Angebot des Hauses lebendig bleibt. Der Stillstand im Haus hat sich dadurch noch nicht aufgelöst. Der Übernachtungsbetrieb konnte unter Pandemiebedingungen nicht wieder anlaufen, da die Verordnungen es nicht zulassen. Präsenzveranstaltungen im Rahmen der Bildungsangebote sind vorerst nicht möglich. Doch die Akteur*innen des Felsenkellers bleiben optimistisch und setzen auf die Mischung aus Glück, Zusammenhalt und Durchhaltevermögen, die sie bis hier getragen hat. Anderes lernen – Haus Felsenkeller – Soziokulturelles Zentrum e.V. Heimstraße 4 57610 Altenkirchen Website: www.haus-felsenkeller.de Facebook: www.facebook.com/Haus-Felsenkeller-eV-anderes-lernen-852158364804488/
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20. Mai 2021
#neustartkultur, #portrait

Fit für die Zukunft – der Kunsthof Friedrichsrode macht sich bereit für den NEUSTART

Der im weiten ländlichen Raum zwischen den Städten Nordhausen und Mühlhausen gelegene Kunsthof Friedrichsrode lädt die Menschen der Umgebung seit knapp 30 Jahren zu gelebter kultureller Vielfalt ein – als kulturelle Bildungsstätte, Veranstaltungsort und Schullandheim. Doch im Lockdown ist es in dem sonst so lebendigen Ort der Begegnung still geworden. Fördermittel aus NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur machen Investitionen möglich, die den Hof fit für die Zukunft machen sollen. Doch noch ist unklar, wie diese Zukunft aussehen wird und wann die Türen wieder für Besucher*innen geöffnet werden können. Mitten im Kern eines 70-Seelen-Dorfs im Norden Thüringens befindet sich der Kunsthof Friedrichsrode. Im Laufe der Jahre seit seiner Gründung im Jahr 1993 hat sich das soziokulturelle Zentrum nicht nur einen festen Platz im Leben und Herzen der Dorfbewohner*innen erarbeitet, sondern mit seinem diversen Angebots-Mix aus kultureller Bildung, Kunsthandwerk und Veranstaltungen auch überregionale Wahrnehmung und Strahlkraft erlangt. [caption id="attachment_1282" align="aligncenter" width="1024"] Der Innenhof des Kunsthof Friedrichsrode - Im Lockdown ist es in dem sonst so lebendigen Ort der Begegnung still geworden.Foto © Kulturland Hainleite e. V. / T. Kümmel[/caption] Der Hof besteht aus zwei Gebäudekomplexen mit historischer Bausubstanz und einem großzügigen Außengelände. Neben den Aufenthalts-, Speise- und Übernachtungsräumen beherbergt das Ensemble künstlerische Werkstätten, Räume für Seminare und Workshops sowie eine Theaterbühne. Die Angebote des Kunsthofs richten sich an alle Altersgruppen, vorrangig jedoch an Kinder und Jugendliche. Vor der Pandemie besuchten jährlich mehr als 10.000 Nutzer*innen den Kunsthof Friedrichsrode und seine Veranstaltungen. Der Hof bietet Raum für Klassenfahrten, Kindergeburtstage, Mehrtagesprojekte, Kreativurlaube und -freizeiten sowie Workshops für Erwachsene. Daneben lädt der Kunsthof die Menschen der Region als Veranstaltungsort zu Ausstellungen, Konzerten und Theateraufführungen ein. Beim „Kunstmarkt“ an jedem dritten Samstag im Juni, dem wichtigsten Event des Jahres, verwandelt sich das gesamte Dorf in eine pulsierende Kunstmeile mit über 100 Kunsthandwerkern, Bands, Straßenkünstlern, Ausstellungen und Theater. Doch den überregional bekannten und beliebten Kunstmarkt musste der Kulturland Hainleite e.V., welcher auch Träger des Kunsthofs ist, nach 2020 – dem dreißigsten Jubliläumsjahr – nun zum zweiten Mal schweren Herzens absagen. Die nach wie vor dynamische Pandemielage macht die Planung und Durchführung von Veranstaltungen dieser Größenordnung zurzeit unmöglich. Corona-Krise und Lockdown bestimmen den Alltag im Kunsthof Friedrichsrode. Im dem sonst so lebendigen Ort der Begegnung ist es still geworden. [caption id="attachment_1281" align="aligncenter" width="1024"] Seit fast 30 Jahren ist der Kunsthof Friedrichsrode fester Bestandteil des kleinen Dorfs in Thüringen.Foto © Kulturland Hainleite e. V. / T. Kümmel[/caption] Als sich Thomas Kümmel im Februar 2020 für die Leitung des Kunsthofs entschied, konnte er nicht ahnen, dass vor allem die Bewältigung von Problemen, die mit Begriffen wie „Pandemie“ und „Lockdown“ zusammenhängen, im Mittelpunkt seiner neuen Tätigkeit stehen würde. Als der zuvor als Kulturagent tätige Hallenser schließlich im Juni 2020 seine Zweitwohnung in Friedrichsrode bezog und seine Arbeit aufnahm, bestand seine erste Aufgabe in der Ausarbeitung eines umfassenden Infektionsschutzkonzeptes für die unterschiedlichen Angebotsformate des Kunsthofes. Dieses Konzept war die Grundlage für die schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs ab Juli 2020. Über die Sommerferien kehrte das kulturelle Leben allmählich in den Kunsthof zurück. Auch Gruppen- und Klassenfahrten wurden unter Auflagen wieder möglich. Im September und Oktober traute sich das Team des Kulturzentrums sogar die Ausrichtung von größeren Veranstaltungen zu. Dank Sicherheitsmaßnahmen wie Einlasskontrollen und Verlagerung von Angeboten nach draußen konnte beispielweise die ursprünglich für Juni geplante Ausstellungseröffnung der 11. Jugend-Kunst-Biennale auf dem Gelände des Kunsthofs verspätet stattfinden. Doch bereits im November mussten die Türen des Kunsthofs im Zuge des nächsten Lockdowns erneut schließen. Seitdem steht das kulturelle Leben wieder still. Die Umsatzausfälle, die der Kunsthof seitdem verkraften muss, sind enorm. Im November mussten drei der Mitarbeiter*innen zum wiederholten Mal in Kurzarbeit gehen. Der in Normalzeiten bis zu 70 Prozent über Umsätze aus Beherbergung, Bildungsangeboten und Veranstaltungen eigenfinanzierte Kunsthof hätte die Gehälter ansonsten nicht mehr bezahlen können. Einer Beantragung von November- und Dezemberhilfe standen bürokratische Hürden im Weg. Der Trägerverein Kulturland Hainleite e.V. wandte sich deshalb mit einem Spendenaufruf an die Nutzer*innen. Mit Erfolg: Über 13.000 Euro kamen in kurzer Zeit über die Kampagne zusammen, der überwiegende Teil davon ergab sich aus zahlreichen Kleinspenden zwischen 10 und 50 Euro. „Das Echo auf die Spendenkampagne seit November hat uns echt überwältigt und sehr geholfen, die laufenden Betriebskosten der letzten drei Monate aufzufangen.“, schreibt das Team Anfang des Jahres auf der eigenen Homepage. Doch die Betriebskosten liefen weiter, während die Spendengelder schon bald wieder aufgebraucht waren. Umso größer war die Erleichterung, als der Bundesverband Soziokultur e.V. den Zuwendungsbescheid für die Fördermittel aus NEUSTART KULTUR schickte. Mit Hilfe der Förderung in Höhe von knapp 34.000 Euro aus dem Förderbereich „Zentren“ kann sich der Kunsthof Friedrichsrode nun auf die Wiedereröffnung unter Pandemiebedingungen vorbereiten und gleichzeitig veraltete Infrastruktur erneuern, um den Hof auch über die Pandemie hinaus fit für die Zukunft zu machen. [caption id="attachment_1283" align="aligncenter" width="1024"] Die Bauarbeiten laufen an: Dank der Förderung kann die teils veraltete Infrastruktur des Hofs erneuert werden.Foto © Kulturland Hainleite e. V. / T. Kümmel[/caption] Neben der Anschaffung von Barrieren zur Besuchersteuerung wurden über die Fördermittel Türen und Fenster erneuert, um eine bessere Belüftung und Abtrennung der Räume im Sinne des Infektionsschutzes zu ermöglichen. Darüber hinaus wurde in Ausstattung für Open-Air-Veranstaltungen investiert: Neue akkubetriebene Lautsprecher, Funkgeräte, Sonnenschirme, Stühle und Pavillons sollen es zukünftig erlauben, einen großen Teil der Angebote auf das weitläufige Außengelände zu verlagern. Eine zusätzliche Töpferscheibe wird es möglich machen, dass in Zukunft mehrere Kleingruppen oder Einzelpersonen in der Werkstatt parallel töpfern können. Neben dem Förderprogramm NEUSTART KULTUR hat der Verein auch Anträge bei anderen Landes- und Bundesprogrammen gestellt. Hier wartet man derzeit noch auf Antwort. Für die staatlichen Hilfsgelder ist Thomas Kümmel dankbar, sieht aber auch Probleme: Die Beantragung von Fördermitteln als auch die Umsetzung der Förderung sowie deren formelle Abwicklung erfordern viel Fachkompetenz und Zeit – Ressourcen, die nicht jedes Kulturzentrum im Krisenmodus zur Verfügung hat. Aktuell läuft der Betrieb im Kunsthof auf absoluter Sparflamme. Die meisten Investitionen sind bereits abgeschlossen, das neue Equipment liegt für den ersten Einsatz bereit. Doch noch ist unklar, wann und unter welchen Bedingungen die Türen wieder für Besucher*innen geöffnet werden können. Die damit verbundene Machtlosigkeit und Unsicherheit machen das Warten auf die Wiedereröffnung für Thomas Kümmel und sein Team zum zermürbenden Marathon. Zum Glück ist der Kontakt zum Publikum nie abgerissen. Über seinen Newsletter und die Social-Media-Kanäle auf Facebook und Instagram steht der Kunsthof Friedrichsrode in direktem Austausch mit den Nutzer*innen. „Als wir vor kurzem den Kunstmarkt abgesagt haben, standen die Telefone nicht mehr still. Das zeigt mir, dass die Menschen uns nicht vergessen haben. Sie warten darauf, dass es endlich wieder losgeht.“, berichtet Thomas Kümmel. [caption id="attachment_1294" align="aligncenter" width="1024"] Teil der geförderten Investitionen: Eine neue Töpferscheibe.Foto © Kulturland Hainleite e. V. / T. Kümmel[/caption] Da auch Beherbergungen auf längere Frist nur sehr eingeschränkt möglich und beispielsweise Klassenfahrten bis zum Sommer in Thüringen ganz verboten sind, gab es in den letzten Wochen viele Absagen für das Schullandheim. Doch auch hier zeigt sich, dass die Menschen nicht so einfach aufgeben: „Bei jeder Absage fragen die Menschen direkt nach einem neuen Termin für die zweite Jahreshälfte.“, sagt Thomas Kümmel. Auch wenn er persönlich nicht daran glaubt, dass es ein einfaches Zurück zur alten Normalität geben wird – das große Interesse der Menschen gibt ihm und seinem Team Hoffnung für die Zukunft. Kulturland Hainleite e. V. In Friedrichsrode 14 99713 Helbedündorf / OT Friedrichsrode Website: www.kunsthof-friedrichsrode.de Facebook: www.facebook.com/Kunsthof.Friedrichsrode
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3. Mai 2021
#neustartkultur, #pressemeldung

Aufstockung BKM-Förderprogramm NEUSTART KULTUR: BUNDESVERBAND SOZIOKULTUR erneut mittelausreichende Stelle

Der Bundesverband Soziokultur e. V. begrüßt die zweite Kulturmilliarde für das BKM-Programm NEUSTART KULTUR. Der Verband sichert der Kulturstaatsministerin seine volle Unterstützung als mittelausreichende Stelle bei der Umsetzung weiterer Teilprogramme in Höhe von 20 Mio. Euro zu, womit sich das Fördervolumen auf insgesamt 68,7 Mio. Euro erweitert. Alle bisher eingereichten förderfähigen Anträge aus der ersten Runde können somit mit einem Zuwendungsvertrag versehen werden. Weitere Ausschreibungsrunden sind für September und November 2021 geplant. Auch Einzelpersonen, die eine Kultureinrichtung betreiben, sind antragsberechtigt. Dies kommt vor allem den kleinen soziokulturellen Zentren und Initiativen in den ländlichen Räumen entgegen. Die Ausschreibungen werden auf unseren Webseiten und Social-Media-Kanälen angekündigt: www.soziokultur.de, www.soziokultur.neustartkultur.de, Facebook und Twitter. Im Rahmen der Ausschreibung des Förderprogramms NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur e. V. im Herbst 2020 reichten Kultureinrichtungen und Initiativen mehr als 1.000 Anträge ein. Der Bedarf an finanzieller Unterstützung, um die Kultureinrichtungen kurzfristig und flächendeckend den gesundheitspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung anzupassen und auf eine Wiedereröffnung unter Pandemiebedingungen vorzubereiten, war und ist groß. Deshalb begrüßen wir als Bundesverband die erneute Aufstockung des Programms und freuen uns, dass wir als mittelausgebende Stelle für zusätzliche Fördermittel im Rahmen von 20 Mio. Euro auch im Jahr 2022 einen Beitrag zur Aufrechterhaltung und Stärkung von Kultureinrichtungen leisten können. Durch die Aufstockung erhöht sich die verfügbare Fördersumme für die vom Bundesverband im Rahmen von NEUSTART KULTUR betreuten Kulturbereiche auf insgesamt 68,7 Mio. Euro. Dank der Verlängerung der Fristen für die Weiterreichung der Fördermittel ist nun zudem sichergestellt, dass die Mittel in diesem Umfang auch ausgegeben werden können. Der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, sichern wir weiterhin unsere volle Unterstützung bei der bundesweiten Verteilung der Mittel zu, verbunden mit großem Dank für ihr persönliches Engagement in dieser Sache! Eine Zwischenbilanz zur Umsetzung beim Bundesverband zeigt die großen Erfolge des Programms: Mit Hilfe der Fördermittel sind die teilnehmenden Kultureinrichtungen bereit für die Wiedereröffnung. Der vielfältige und intelligente Einsatz der Fördermittel in den Einrichtungen wird im Blog der Webseite zum Förderprogramm illustriert. Wirksame und nachhaltige Investitionen im Förderbereich „Zentren“ Über die Hälfte der bisher eingereichten Anträge bezog sich auf den Förderbereich „Zentren“ im ersten Programmteil „Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Erhaltung und Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft“. Die in diesem Bereich verfügbaren Fördermittel von initial 31 Mio. Euro werden derzeit im Rahmen der Förderung an Kulturzentren, Literaturhäuser und soziokulturelle Zentren ausgereicht. Die Mittel fließen in Investitionen für eine baldige und sichere Wiedereröffnung. Aktuell zeigen sich erste Erfolge des Programms: Bisher wurden allein für neue Lüftungssysteme Fördergelder in Höhe von 5 Mio. Euro bewilligt. Daneben können weitere Millionen in Schutzvorrichtungen, Wegeleitsysteme und Open-Air-Bühnen investiert werden – essentielle Maßnahmen, um sich auf eine Wiedereröffnung unter Pandemiebedingungen vorzubereiten und die Sicherheit von Akteur*innen und Nutzer*innen zu gewährleisten. Darüber hinaus ermöglicht die Förderung nachhaltige Investitionen in technische Ausstattung und IT-Infrastruktur. Diese bilden unter anderem die Basis für die Entwicklung von Streaming-Angeboten, über die die Einrichtungen und Initiativen trotz des anhaltenden Lockdowns ein digitales Lebenszeichen in Richtung ihres Publikums senden können. So entstehen zukunftsfähige Infrastruktur und Kompetenz, die auch nach der Pandemie digitale bzw. hybride Angebote ermöglichen werden. Förderbereich „Programm“: Warten auf die Wiedereröffnung mit Publikum Bei der im Programmteil „Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur“ verorteten Einzelmaßnahme „Programm“ gestaltet sich die Situation aufgrund des anhaltenden Lockdowns schwieriger. Die in diesem Bereich verfügbaren Fördermittel von initial 17,7 Mio. Euro sollen Kulturarbeit und -angebote auch unter unwirtschaftlichen Pandemiebedingungen ermöglichen. Dass die zweite und dritte Corona-Welle Kulturarbeit mit Live-Publikum über Monate hinweg unmöglich machen würden, war jedoch zum Start des Förderprogramms nicht vorhersehbar. So konnten viele entsprechend beantragte und bewilligte Maßnahmen noch nicht wie geplant realisiert werden. Die in den Förderanträgen dargestellte Programmplanung muss mit jeder weiteren Woche im Lockdown neu angepasst werden. Zudem hat sich während der langen Zeit der pandemiebedingten Schließungen in den Einrichtungen viel verändert: Teamstrukturen haben sich aufgelöst, Honorarkräfte und ehrenamtliche Helfer*innen sind als wichtige Stützen weggebrochen. Darüber hinaus können mit langer Vorlaufzeit terminierte Auftritte bereits gebuchter Künstler*innen oft nicht verschoben werden. Konkrete Zahlen hierzu wird der Bundesverband Soziokultur am 21. Mai 2021 veröffentlichen. Trotz aller Widrigkeiten: Die Einrichtungen und Initiativen haben eine breite Palette an Angebotsformaten vorbereitet, mit denen sie jederzeit starten könnten. Besucher*innen und Teilnehmer*innen können darauf vertrauen, künftig in sicher ausgestatteten Einrichtungen ein reichhaltiges Programmangebot wahrnehmen zu können. Der Bundesverband Soziokultur wird darüber berichten.
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21. April 2021
#neustartkultur, #portrait

Soziokultur hält uns zusammen! – Das Kulturzentrum CD-Kaserne wartet auf die Wiedereröffnung

Die CD-Kaserne in Celle ist mit ihrem vielfältigen Angebot die zentrale soziokulturelle Schnittstelle der Region. Die Corona-Pandemie hat das kulturelle Leben in der ehemaligen Reiterkaserne zum Stillstand gebracht und gefährdet die über Jahre gewachsenen Strukturen. Doch das Team der Kultureinrichtung begegnet der Herausforderung mit Kreativität und Flexibilität und macht sich mit Hilfe von Fördermitteln aus NEUSTART KULTUR für die Wiedereröffnung unter freiem Himmel bereit. Bereits vor 25 Jahren nahm die CD-Kaserne in Celle als Jugend- und Kulturzentrum ihre Arbeit auf. Seitdem hat sie sich zu einem zentralen kulturellen Anlaufpunkt in Celle entwickelt und gilt als wichtigste soziokulturelle Schnittstelle der Region. Vor der Pandemie besuchten pro Jahr mehrere hunderttausend Besucher*innen das 33.000 qm große Gelände auf dem ehemaligen Kasernen-Areal der „Cambridge Dragoner“. An der Struktur des Geländes erkennt man noch heute seine Geschichte als ehemalige Reiterkaserne: Um einen 3.500 qm großen Innenhof (früher Reit- und Appellplatz) gruppieren sich zwei Veranstaltungshallen (früher Reithalle und Werkstatt) sowie viele Nebengebäude (früher Pferdeställe). Das frei zugängliche Außengelände mit Skatepark, Streetballplatz und Liegewiese war als größter informeller Treffpunkt der Region in Vor-Pandemiezeiten immer gut besucht. [caption id="attachment_1219" align="aligncenter" width="920"] Geländeplan der CD-KaserneIllustration © CD-Kaserne gGmbH[/caption] Die Größe und Vielfalt der Infrastruktur spiegelt sich auch in den Aktivitäten des Zentrums wider: Zahlreiche Vereine, Initiativen und Projekte sind auf dem Areal zuhause und bieten eine bunte Mischung partizipativ gestalteter Angebote auf mehreren Ebenen. Die Angebotspalette umfasst ein Kultur- und Veranstaltungsprogramm für Gäste aller Altersgruppen mit Konzerten, Partys, Comedy, Kabarett, Theater, Kinderveranstaltungen, Lesungen und außerschulischen Bildungsveranstaltungen. Hinzu kommen Angebote von Vereinen und Ehrenamtlichen wie der „Jugendtreff Haus 7“ oder das plenumsverwaltete „Bunte Haus e.V.“. Weitere Nutzer*innen und Mieter*innen des Kulturzentrums sind beispielsweise das preisgekrönte, kommunale Kino achteinhalb, der Deutsche Alpenverein, der ESV Fortuna Celle oder Lloyds Musicalschule Celle. Ebenfalls auf dem Gelände beheimatet ist das Albert-Schweizer-Familienwerk. Hier werden Jugendliche zum Beispiel durch die Jugendgerichtshilfe zugewiesen und absolvieren Anti-Aggressionstrainings. Es gibt einen Kinder- und Jugendzirkus, künstlerische Ateliers und Werkstätten für Jugendliche. Darüber hinaus koordiniert die CD-Kaserne trägerübergreifend demokratiefördernde Projekte wie Jugendkonferenzen, Projekte zur demokratischen Partizipation, zur Diversität und gegen Menschenfeindlichkeit und ist Heimat für Beratungsangebote wie zum Beispiel der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur. Zentraler Knotenpunkt dieses vielschichtigen soziokulturellen Organismus ist die gemeinnützige CD-Kaserne gGmbH. Ihr Geschäftsführer Kai Thomsen ist bereits seit rund 20 Jahren für die CD-Kaserne tätig. Mit seiner langjährigen Erfahrung und Expertise beriet und berät der systemische Coach im Rahmen des Niedersächsischen Programms SozioKChange auch viele andere soziokulturelle Zentren im Land. Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hat sich der Alltag in der CD-Kaserne stark verändert. Die Corona-Pandemie hat das Zentrum in einen Zustand der Lähmung versetzt. Die vielen Aktivitäten der Nutzer*innen sind durch die pandemiebedingten Restriktionen nur stark eingeschränkt möglich oder mussten ganz eingestellt werden. Ihre soziokulturellen Aufgaben kann die CD-Kaserne seit geraumer Zeit nicht mehr im gewohnten Umfang wahrnehmen, mit direkten und indirekten negativen Auswirkungen für die Region. Bis zum März 2020 wurde die Arbeit der CD-Kaserne maßgeblich durch selbst erwirtschaftete Einnahmen im Bereich Gastronomie, Veranstaltungen und Vermietungen querfinanziert. Seither musste das Team Umsatzeinbußen von bis zu 70% verkraften. Ohne die kommunale Förderung durch die Stadt Celle, über die Grundkosten wie Strom, Heizung, Wasser und Infrastruktur gesichert waren, hätte der CD-Kaserne womöglich die Zahlungsunfähigkeit gedroht. Die finanziellen Verluste hatten unmittelbare Auswirkungen auf die Personalstrukturen: Bereits zu Beginn des ersten Lockdowns musste ein Großteil der 25 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit gehen. Während sich im Gastronomiebereich ganze Teams aus Honorarkräften auflösten, brach mit der Zeit auch die wichtige Stütze der ehrenamtlichen Helfer*innen weg. Derweil sorgt der Lockdown für Isolation auf allen Seiten. „Zurzeit haben wir kaum Kontakt zu unseren Besucher*innen. Den Menschen geht es nicht gut. Sie haben sich auf ihre sozialen Inseln zurückgezogen.“, berichtet Kai Thomsen. In dieser Isolation sieht er nicht nur einen Widerspruch zur soziokulturellen Idee, sondern auch eine gesellschaftliche Gefahr. Doch dieser Entwicklung begegnet das Team der CD-Kaserne mit Ideenreichtum, Kreativität und Agilität. Bereits seit Februar läuft das Live-Stream-Format „Check Out Celle“, in dem Kinder ab 8 Jahren zum gemeinsamen Entdecken der Stadt eingeladen werden. Auf digitale Formate allein möchte sich das Team in der Planung jedoch nicht beschränken. Mit Hilfe einer Förderung im Rahmen des Programm NEUSTART KULTUR „Zentren“ beim Bundesverband Soziokultur e.V. beginnen derzeit die Arbeiten an der großen Vision für die Wiedereröffnung mit Publikum. Dabei nutzen die Akteur*innen der Einrichtung den großen Vorteil, den die Architektur des Geländes bietet: Der große Innenhof, der wie ein Marktplatz im Zentrum liegt, macht es möglich, das kulturelle Leben nach draußen zu verlagern. [caption id="attachment_1218" align="aligncenter" width="1024"] Das Team der CD-Kaserne plant die Wiedereröffnung unter freiem Himmel. Kernstück der Vision: Eine neue, überdachte Open-Air-BühneFoto © Natascha Hänle / CD-Kaserne gGmbH[/caption] Im Außenbereich soll ein offener, soziokultureller, attraktiver und kostenfrei zugänglicher Erlebnisraum für alle Nutzer*innen und Besucher*innen entstehen. Das Kernstück der Idee ist eine mobile, überdachte Open-Air-Bühne, die von allen Nutzer*innen der CD-Kaserne bespielt werden kann. So soll zur Wiedereröffnung eine Vielzahl von Veranstaltungsformaten möglich sein, von Open Air Kino (Kino 81/2) über lokale Rockabende (Celler Rockmusikinitiative) und Tanzaufführungen bis hin zu politischen Diskussionen (Buntes Haus) und Workshops: Die Open-Air-Bühne soll die CD-Kaserne wieder zum soziokulturellen Leben erwecken. Erste Erfahrungen mit Open-Air-Veranstaltungen wurden bereits im Sommer 2020 mit einem temporären Bühnenaufbau gemacht. Die neue Bühne soll das Open-Air-Konzept nun auf ein neues Niveau heben und dauerhaft in der CD-Kaserne verankern. Derzeit laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Auf YouTube: Video zum Probeaufbau der Open-Air-Bühne der CD-Kaserne https://www.youtube.com/watch?v=06eBYhp9gg4 Achtung: Durch Klick auf obenstehenden Link oder Screenshot werden Sie zu YouTube.com weitergeleitet. Dort gelten die Regeln und Richtlinien von YouTube. Daneben hat die CD-Kaserne aber auch die Innenräume bereits gut auf eine mögliche Wiedereröffnung vorbereitet: Über das Soforthilfeprogramm NEUSTART wurden bereits im letzten Jahr zahlreiche Umbauten und Maßnahmen finanziert, die eine Nutzung der Innenräume auch unter Pandemiebedingungen möglich machen sollen. Schutzvorrichungen, Einlassschleusen zur Besuchersteuerung, Desinfektionsstationen und vieles mehr sollen Nutzer*innen und Besucher*innen eine sichere Nutzung der Räume ermöglichen, wenn die Pandemiesituation dies in Zukunft wieder erlaubt. Doch der anhaltende Lockdown schafft unvorhergesehene Probleme bei der Planung des Programms: Immer wieder müssen bereits geplante Veranstaltungen abgesagt und neu terminiert werden. Viele Veranstaltungen können nicht verschoben werden, da insbesondere Termine mit externen Künstler*innen nur mit viel Vorlauf organisiert werden können. Zum Glück konnte mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Bereich NEUSTART KULTUR „Programm“ bereits eine Mitarbeiterin aus der Kurzarbeit geholt werden, die sich seither um Programmplanung und Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Stefanie Fritzsche konzipiert, organisiert und kommuniziert die Pläne zur Wiedereröffnung der CD-Kaserne. Die unter Lockdown-Bedingungen besonders notwendige Flexibilität für diesen Job kommt nicht von ungefähr: „Alle Mitarbeiter*innen der CD-Kaserne haben eine systemische Zusatzausbildung und Erfahrung in agilem Arbeiten. Das hat uns sehr geholfen.“, sagt Geschäftsführer Kai Thomsen. [caption id="attachment_1217" align="aligncenter" width="1024"] Organisieren die Wiedereröffnung der CD-Kaserne: Steffi Fritzsche und Kai Thomsen (vlnr)Foto © Anna Schiller / CD Kaserne gGmbH[/caption] Doch auch wenn externe Künstler*innen abspringen – die CD-Kaserne kann bei der Programmplanung auf einen einzigartigen Pool von Kulturakteur*innen aus dem eigenen Haus zurückgreifen. Die Nutzer*innen des Kulturzentrums haben in der langen Zeit des Wartens zahlreiche Angebotsformate entwickelt, mit denen sie jederzeit starten könnten. Nun heißt es zunächst weiter warten, bis die Pandemiesituation einen Neustart zulässt. Unter dem Motto „Soziokultur hält uns zusammen! Für die Region Celle in Coronazeiten" soll die Wiedereröffnung dann die Menschen der Region einladen und wieder zusammenführen – und so das soziokulturelle Leben in die ehemalige Reiterkaserne zurückkehren lassen. CD-Kaserne gGmbH Hannoversche Straße 30b 29221 Celle Website: www.cd-kaserne.de Facebook: www.facebook.com/CDKaserne
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14. April 2021
#neustartkultur

„Global vernetzt oder jede*r für sich?“ – Start der Litprom Literaturtage

Litprom e. V. unterstützt seit über 40 Jahren Autor*innen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Arabischen Welt und verschafft ihnen, wie auch ihren Übersetzer*innen Bekanntheit im deutschsprachigen Raum. Über das Programm NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur im Bereich "Programm" gefördert, präsentiert Litprom e. V. nichtsdestotrotz eine hochkarätig besetzte Veranstaltung, die online dazu beitragen soll, den Austausch zu befördern und Einsamkeit durch gemeinsames Erleben von Kultur zu minimieren. Zur Eröffnung sprechen Angela Dorn, Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Juergen Boos, 1. Vorsitzender Litprom e.V., Dr. Thomas Gaens, Projektleitung NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur sowie die Kuratorinnen der Literaturtage, Barbara Weidle und Zoë Beck. Auf YouTube können Sie sich das Video-Grußwort von Dr. Thomas Gaens, Projektleiter NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur e.V. ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=uDFOR9IuiEY Achtung: Durch Klick auf obenstehenden Link oder Screenshot werden Sie zu YouTube.com weitergeleitet. Dort gelten die Regeln und Richtlinien von YouTube. "Global vernetzt oder jede*r für sich?" Unter dem Motto "Global vernetzt oder jede*r für sich?" betrachten die Literaturtage am Samstag, den 24. und am Sonntag, den 25. April, zwei Seiten einer Medaille in der globalisierten Gesellschaft: Vernetzung und Einsamkeit.  Wie verbinden wir uns miteinander in einer sich ständig im Ausnahmezustand befindlichen Welt? Wie teilen wir unsere Geschichten und Träume? Wie können wir uns überhaupt verständigen? In der Krise entstehen neue Netzwerke, im Internet und analog. Die Literaturtage bieten Gespräche, Lesungen, Diskussionen und erstmals auch "Shared Reading", ein Format, in dem alle Beteiligten einen Teil eines gemeinsamen Textes vorlesen und anschließend über den Text sprechen. Das gemeinsame Lesen und gegenseitige Zuhören ist die Basis für einen niedrigschwelligen Austausch und ein gemeinsames Erleben und Teilen von Literaturerfahrung. Alle Veranstaltungen werden gedolmetscht. Die Autor*innen erzählen von der sich verändernden Rolle der Frauen, dem Kampf um das wirtschaftliche Überleben, Rassismus und moderner Sklaverei, Vernetzung und Unterwegssein. Sie erforschen, wie sich Gewissheiten unter dem Einfluss von Flucht und Einwanderung verändern und sich Horizonte erweitern. Wie Leid, Gewalt und Verlust der Neugier und dem Aufbruch gegenüberstehen. Dem Aufbruch in eine andere Kultur, eine neue Sprache. Beteiligte, Programm und Anmeldung Einige Veranstaltungen sind kostenfrei, für andere kann man Streamingpässe für Einzelveranstaltungen bzw. den gesamten Tag erstehen. Einen Überblick finden sich auf der Webseite von Litprom e. V.. Einen Streamingpass für das Eröffnungspanel könnt ihr hier buchen. Das Programm wird kuratiert von Barbara Weidle und Zoë Beck. Mit: Yvonne Adhiambo Owuor – Kenia Larissa Bender (Übersetzerin aus dem Arabischen) Katja Cassing (Übersetzerin aus dem Japanischen) Helon Habila – Nigeria / USA Gudrun Ingratubun - Buchkünstlerin Mieko Kawakami - Japan Intan Paramaditha – Indonesien / Australien Pilar Quintana – Kolumbien Annika Reich – Deutschland Samanta Schweblin – Argentinien / Deutschland Zukiswa Wanner – Südafrika [caption id="attachment_1187" align="aligncenter" width="1024"]Litprom Literaturtage - am Samstag, den 24. und am Sonntag, den 25. April 2021[/caption] Unterstützt durch ein Projektstipendium »Hessen kulturell neu eröffnen« des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR Bereich Programm beim Bundesverband Soziokultur. Mit freundlicher Unterstützung der Büchergilde Gutenberg und der Frankfurter Buchmesse.
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17. März 2021
#neustartkultur, #portrait

KulturGießerei Saarburg will „KULTUR in Zeiten von Corona LEBEN“

In der ehemaligen Glockengießerei, unterhalb der Saarburg an der Saar gelegen, baut der Verein "Lokales Bündnis für Familie e.V." seit 2008 ein soziokulturelles Zentrum auf, das den Menschen der Region inzwischen als KulturGießerei Saarburg bekannt ist. An diesem einzigartigen historischen Ort haben sich seither verschiedene Einrichtungen in einer offenen Netzwerkstruktur unter einem gemeinsamen Dach zusammengefunden, die sich alle mit offenen Komm- und Gehstrukturen den Bedarfen der Menschen in ihrem Wirkungskreis verbunden fühlen. So befinden sich in dem aus Alt- und Neubau bestehenden Gebäudekomplex heute ein Museum, ein integratives Begegnungscafé, eine Ehrenamtsbörse, ein Mehrgenerationenhaus, eine Kinder- und Jugendkunstschule, sowie Koordinierungs- und Fachstellen u.a. für Demokratie leben!.
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12. März 2021
#neustartkultur, #portrait

Die Heinrich-Heine-Bibliothek ist jetzt online: Live und in Farbe

Mithilfe von Geldern des Förderprogramms NEUSTART KULTUR der Beauftragten für Kultur und Medien, steht der Heinrich-Heine-Bibliothek in Schmalkalden nun modernste Kameratechnik sowie das richtige Werkzeug für Streamingangebote zur Verfügung. Mit der neuen Technik kann das Angebot der Bibliothek ausgebaut und das Kulturprogramm der Stadt- und Kreisbibliothek auf höchstem Standard weitergeführt werden. Die Stadt- und Kreisbibliothek Schmalkalden steht allen Bürger*innen der Stadt Schmalkalden und des Umlandes offen. Mit ihrer großen Auswahl an Medien sowie dem breiten Bildungs- und Kulturangebot bildet sie einen wichtigen Akteurin in der Kulturlandschaft des Landkreises. Die Bibliothek bietet als soziokulturelles Zentrum ein vielseitiges Kulturangebot von Theater über Lesungen bis hin zu Ausstellungen, Gamingangeboten und Bilderbuchkino.
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9. März 2021
#neustartkultur, #portrait

NEUSTART im Alten Bahnhof Gerresheim

Der Alte Bahnhof Gerresheim in der Landeshauptstadt Düsseldorf ist ein historisches und denkmalgeschütztes Gebäude. Gebaut im Jahr 1841 handelt es sich um den ältesten Bahnhof Westdeutschlands. Vor ca. 10 Jahren wurde der Bahnhof aufwändig restauriert. Ziel der Eigentümer war es damals, die Kunst- und Kulturarbeit im Stadtteil Gerresheim zu fördern und ihr eine Heimat zu geben. Seitdem fand hier über viele Jahre ein bunt gemischtes Kulturprogramm statt: Konzerte, Lesungen, Vorträge, Ausstellungen, Musicals, Flüchtlingstreffen - die Veranstaltungen im Alten Bahnhof Gerresheim stießen von Beginn an auf große Publikumsresonanz. Um den Standort dauerhaft wirtschaftlich zu betreiben wurden vor wenigen Jahren Kooperationspartner gesucht und gefunden: Gabriele und Dietrich Ahrens erweiterten zunächst das Konzept durch einen parallel zum Kulturprogramm laufenden Eventbetrieb mit Hochzeiten und privaten Feiern und übernahmen schließlich die volle Verantwortung für den Bahnhof.
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