9. März 2021
#neustartkultur

NEUSTART im Alten Bahnhof Gerresheim

Von:  Tobias Voigt

Der Alte Bahnhof Gerresheim in der Landeshauptstadt Düsseldorf ist ein historisches und denkmalgeschütztes Gebäude. Gebaut im Jahr 1841 handelt es sich um den ältesten Bahnhof Westdeutschlands. Vor ca. 10 Jahren wurde der Bahnhof aufwändig restauriert. Ziel der Eigentümer war es damals, die Kunst- und Kulturarbeit im Stadtteil Gerresheim zu fördern und ihr eine Heimat zu geben.

Seitdem fand hier über viele Jahre ein bunt gemischtes Kulturprogramm statt: Konzerte, Lesungen, Vorträge, Ausstellungen, Musicals, Flüchtlingstreffen – die Veranstaltungen im Alten Bahnhof Gerresheim stießen von Beginn an auf große Publikumsresonanz.

Alter Bahnhof Gerresheim - Außenansicht

Alter Bahnhof Gerresheim – Außenansicht

Foto © Münchhausen Gastronomie GmbH

Um den Standort dauerhaft wirtschaftlich zu betreiben wurden vor wenigen Jahren Kooperationspartner gesucht und gefunden: Gabriele und Dietrich Ahrens erweiterten zunächst das Konzept durch einen parallel zum Kulturprogramm laufenden Eventbetrieb mit Hochzeiten und privaten Feiern und übernahmen schließlich die volle Verantwortung für den Bahnhof.

Das Mischkonzept war erfolgreich: Allein 2019 zählte der Alte Bahnhof Gerresheim über 25.000 Besucher*innen. Durch den Erfolg motiviert investierten die Betreiber in den Standort und bauten eigenfinanziert eine an den Bahnhof anschließende Terrasse.

Neue Terrasse für den Alten Bahnhof Gerresheim

Kurz vor der Pandemie: Anbau einer Außenterrasse auf den Gleisen des Alten Bahnhofs.

Foto © Münchhausen Gastronomie GmbH

Doch kurz nach der Fertigstellung kam die Corona-Pandemie und brachte alles zum Stillstand. Die wichtige finanzielle Stütze des Eventbetriebs brach weg. Die reduzierten Besucherzahlen des Kulturbetriebs, die im Sommer 2020 noch möglich waren, konnten die weggefallenen Einnahmen nicht ansatzweise kompensieren. Dann kam die zweite Welle und mit ihr der erneute Lockdown. Seitdem ist der Alte Bahnhof Gerresheim für Besucher*innen geschlossen.

Doch jetzt kehrt das kulturelle Leben endlich in den Bahnhof zurück: Mit Hilfe von Fördermitteln aus NEUSTART KULTUR startete Ende Februar eine neue Veranstaltungsreihe – wenn auch zunächst noch ohne Livepublikum. Der erste eigene facebook-Livestream war mit über 2000 virtuellen Besucher*innen ein voller Erfolg. Den Auftakt machte das „Jump Blues Trio“ mit einem Konzert, das inzwischen auch auf YouTube zu sehen ist.

Jump and Blues Trio

Jump and Blues Trio im Livestream-Konzert auf YouTube

Foto © Münchhausen Gastronomie GmbH

Gabriele und Dietrich Ahrens hoffen, dass sie die Türen des Bahnhofs für Besucher*innen bald wieder öffnen können. Geplant ist ein Programm mit 26 Kunst- und Kulturveranstaltungen bis einschließlich Juni. Für den Moment muss das Team vom Alten Bahnhof Gerresheim mit den Veranstaltungen noch auf das Medium Livestream ausweichen – sobald es wieder möglich ist, sollen die Menschen aus Gerresheim und Umgebung auch endlich wieder im Bahnhof zusammenkommen.


Alter Bahnhof Gerresheim
Heyestraße 194
40625 Düsseldorf

Website: www.bahnhof-gerresheim.de

Facebook: www.facebook.com/bahnhofgerresheim

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14. April 2021
#neustartkultur

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Litprom e. V. unterstützt seit über 40 Jahren Autor*innen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Arabischen Welt und verschafft ihnen, wie auch ihren Übersetzer*innen Bekanntheit im deutschsprachigen Raum. Über das Programm NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur im Bereich "Programm" gefördert, präsentiert Litprom e. V. nichtsdestotrotz eine hochkarätig besetzte Veranstaltung, die online dazu beitragen soll, den Austausch zu befördern und Einsamkeit durch gemeinsames Erleben von Kultur zu minimieren. Zur Eröffnung sprechen Angela Dorn, Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Juergen Boos, 1. Vorsitzender Litprom e.V., Dr. Thomas Gaens, Projektleitung NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur sowie die Kuratorinnen der Literaturtage, Barbara Weidle und Zoë Beck. "Global vernetzt oder jede*r für sich?" Unter dem Motto "Global vernetzt oder jede*r für sich?" betrachten die Literaturtage am Samstag, den 24. und am Sonntag, den 25. April, zwei Seiten einer Medaille in der globalisierten Gesellschaft: Vernetzung und Einsamkeit.  Wie verbinden wir uns miteinander in einer sich ständig im Ausnahmezustand befindlichen Welt? Wie teilen wir unsere Geschichten und Träume? Wie können wir uns überhaupt verständigen? In der Krise entstehen neue Netzwerke, im Internet und analog. Die Literaturtage bieten Gespräche, Lesungen, Diskussionen und erstmals auch "Shared Reading", ein Format, in dem alle Beteiligten einen Teil eines gemeinsamen Textes vorlesen und anschließend über den Text sprechen. Das gemeinsame Lesen und gegenseitige Zuhören ist die Basis für einen niedrigschwelligen Austausch und ein gemeinsames Erleben und Teilen von Literaturerfahrung. Alle Veranstaltungen werden gedolmetscht. Die Autor*innen erzählen von der sich verändernden Rolle der Frauen, dem Kampf um das wirtschaftliche Überleben, Rassismus und moderner Sklaverei, Vernetzung und Unterwegssein. Sie erforschen, wie sich Gewissheiten unter dem Einfluss von Flucht und Einwanderung verändern und sich Horizonte erweitern. Wie Leid, Gewalt und Verlust der Neugier und dem Aufbruch gegenüberstehen. Dem Aufbruch in eine andere Kultur, eine neue Sprache. Beteiligte, Programm und Anmeldung Einige Veranstaltungen sind kostenfrei, für andere kann man Streamingpässe für Einzelveranstaltungen bzw. den gesamten Tag erstehen. Einen Überblick finden sich auf der Webseite von Litprom e. V.. Einen Streamingpass für das Eröffnungspanel könnt ihr hier buchen. Das Programm wird kuratiert von Barbara Weidle und Zoë Beck. Mit: Yvonne Adhiambo Owuor – Kenia Larissa Bender (Übersetzerin aus dem Arabischen) Katja Cassing (Übersetzerin aus dem Japanischen) Helon Habila – Nigeria / USA Gudrun Ingratubun - Buchkünstlerin Mieko Kawakami - Japan Intan Paramaditha – Indonesien / Australien Pilar Quintana – Kolumbien Annika Reich – Deutschland Samanta Schweblin – Argentinien / Deutschland Zukiswa Wanner – Südafrika [caption id="attachment_1187" align="aligncenter" width="1024"]Litprom Literaturtage - am Samstag, den 24. und am Sonntag, den 25. April 2021[/caption] Unterstützt durch ein Projektstipendium »Hessen kulturell neu eröffnen« des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR Bereich Programm beim Bundesverband Soziokultur. Mit freundlicher Unterstützung der Büchergilde Gutenberg und der Frankfurter Buchmesse.
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