Stephanie Bäcke

Projektmitteladministration und Förderreferentin
NEUSTART KULTUR


Festnetz:    030 235 93 05 - 78 
E-Mail:  stephanie.baecke@soziokultur.de 

Mo bis Fr  09:30 - 14:00 Uhr

Auf dem Laufenden bleiben

22. November 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Das Kilombo Kleinow

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Susanne Oesterreicher | Capoeira Angola e.V. Der Verein Capoeira Angola e. V. wurde 1993 gegründet und ist Trägerverein der 1997 eröffneten Academia Jangada, Europas erster Akademie für Capoeira Angola. Heute trainieren über 150 Schüler, darunter viele Kinder und Jugendliche, regelmäßig in der Akademie. Zahlreiche ehemalige Schüler der Akademie geben mittlerweile selbst Kurse oder unterrichten Capoeira Angola in Kindergärten und Jugendeinrichtungen in ganz Europa und tragen so zu einer einzigartigen Bereicherung der Kultur- und Sportlandschaft bei. Entsprechend der Historie der Capoeira als Kampf gegen Ausgrenzung, Benachteiligung, Unterdrückung und Ausbeutung, hat sich der Verein das Ziel gesetzt, Capoeira als Möglichkeit zur Integration von Kindern und Jugendlichen unterschiedlichster kultureller und sozialer Herkunft erfahrbar zu machen. Von: Susanne Oesterreicher, Capoeira Angola e.V. NEUSTART KULTUR in der Natur - Das Kilombo Kleinow Das „Kilombo Kleinow“ ist ein soziokulturelles Zentrum mit Schwerpunkt integrativer Kinder- und Jugendförderung auf dem ehemaligen Gutshof Kleinow in der Uckermark. Entstanden aus der jahrelangen Arbeit mit sozialbenachteiligten Kindern und Jugendlichen des Capoeira Angola e.V., bietet es heute einer Vielzahl an disziplinübergreifenden Kunst- und Kulturformen Raum und Zeit für Begegnung, Erholung sowie naturnahe Erlebnisse, die verzaubern und inspirieren. [caption id="attachment_2413" align="aligncenter" width="1024"] In den vergangenen Jahren wurde der Gutshof Kleinow schrittweise saniert und beherbergt heute das soziokulturelle Zentrum "Kilombo Kleinow".Foto © Susanne Oesterreicher / Capoeira Angola e.V.[/caption] Wir sehen uns als Brückenbauer und möchten mit unseren Projekten und Angeboten unterschiedliche Alters- und Gesellschaftsschichten erreichen und verbinden. Die behutsame und nachhaltige Begegnung mit Tier und Natur bildet dabei den Rahmen für diverse interkulturelle und interdisziplinäre Aktivitäten und Projekte. Vielfalt statt Monokultur auf allen Ebenen ist unser Motto. Von Capoeira Angola, Tanz, Theater, Fotografie, Film, Malen, Bildhauern, über Reiten, Naturwanderungen, Handwerken, Re- und Upcycling von Möbeln und Gebrauchsgegenständen bis Gärtnern, Grillen im Begehbaren Kamin oder Pizzabacken im Lehmziegel-Pizzaofen oder einfach nur „chillen“, ist so ziemlich alles möglich und erwünscht. Eingebettet in die ländliche und dünn besiedelte Landschaft der Uckermark an einem malerisch gelegenen Ort in der Natur eignet sich das ehemalige Gut Kleinow (UM) ausgezeichnet, um Jugendlichen und Kindern aus der Stadt eine Lernerfahrung abseits ihres alltäglichen sozialen Kontextes zu vermitteln. [caption id="attachment_2414" align="aligncenter" width="1024"]Der ehemalige Gutshof ist umringt von Tieren und einem kleinen Biotop mit eigenem See, Wald, und Pferdekoppeln.Foto © Susanne Oesterreicher / Capoeira Angola e.V.[/caption] Der „Shutdown der Kulturszene“ und damit das „Auf-Eis-Legen“ unserer geplanten Projekte sowie der offiziellen Eröffnung und Präsentation unseres soziokulturellen Zentrums „Kilombo Kleinow“, traf uns inmitten von Um-, Aus- und Vorbereitungsarbeiten in Mark und Bein. Erst die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung durch NEUSTART KULTUR und die sich damit neu ergebenden Möglichkeiten gab uns wieder Auftrieb, an neuen Ansätzen zu arbeiten, um uns auf die Wiedereröffnung vorzubereiten. Im Zentrum unserer Bemühungen nach den pandemiebedingten Schließungen von Kultureinrichtungen stand, neben einem ausgearbeiteten Hygienekonzept und der Schulung unseres Personals, vor allem das Bestreben, auf „Kilombo Kleinow“ dank der Weitläufigkeit des 3,5 ha großen Außengeländes neue Orte für Produktion und Präsentation zu schaffen, um so die Fläche auf der sich Menschen begegnen zu dezentralisieren und entzerren. [caption id="attachment_2419" align="aligncenter" width="1024"] Das weitläufige Außengelände des alten Gutshofs bietet viel Platz für eine dezentrale Nutzung.Foto © Susanne Oesterreicher / Capoeira Angola e.V.[/caption] Neben dem Hauptgebäude wurden Außenbühnen erweitert, Atelier- und Wohneinheiten in Form von Wohn-, Bau- und Zirkuswägen und mongolische Jurte aufgebaut und dezentral auf dem Gelände verteilt. Um das soziokulturelle Zentrum „Kilombo Kleinow“ wiedereröffnen zu können und auf die neuen Anforderungen eingehen zu können, wurden auch neue Kunstformate entwickelt, die stärker als zuvor die digitalen Medien und Möglichkeiten miteinbeziehen. Wir können nun stolz auf das Jahr 2021 zurückblicken: Wir haben unsere Sommertanz-Camps 'Kilombo on Tour' und 'N'golo Camps' mit über 80 Kindern durchgeführt. Wir hatten zwei externe Filmcamps und ein Tanzcamp bei uns im Sommer zu Gast. Eine Grundschule, ein Gymnasium aus dem Prenzlauer Berg und eine Waldorfschule haben erstmalig ihre Klassenfahrten auf „Kilombo Kleinow“ verbracht. Und im September fand hier die erste Europäische Jugendbegegnung 'KILOMBO Europe' statt. [caption id="attachment_2420" align="aligncenter" width="1024"] Dank der Förderung durch NEUSTART KULTUR konnten in diesem Jahr wieder viele Kinder und Jugendliche das „Kilombo Kleinow“ besuchen.Foto © Susanne Oesterreicher / Capoeira Angola e.V.[/caption] Doch was uns die letzten Monate im Würgegriff der Pandemie ( Maßnahmen ) am meisten gelehrt haben, ist der unbezahlbare Wert der Natur und ihr heilender Einfluss auf die menschliche Psyche. Daher freuen wir uns mit UckTopia den Auftakt für eine Reihe an LandArt-Projekten auf unserem Gelände initiiert zu haben. Das von Auf!leben geförderte Capoeira- und Tanzprojekt auf der Outdoor-Bühne umgeben von Natur und Tieren war eine kleine Wiedergutmachung für die Kinder, die in besonderem Maße unter den Einschränkungen der vergangenen Monate gelitten haben. Erste Schritte wurden unternommen um die Sanierung des „Schrotbodens“, eines bisher ungenutzten Nebengebäudes, in Angriff zu nehmen. Es soll ein Multifunktionsgebäude mit Keramik-, Holz-,Digitalwerkstatt und weiteren Proberäumen entstehen. Viel Arbeit liegt hinter und noch mehr vor uns, aber wir freuen uns darauf mit unserem „Kilombo Kleinow“ in der Zukunft vielen weiteren Kindern und Jugendlichen einen Ort bieten zu können, der ihre freie Entfaltung fördert, ihre Kreativität weckt und ihrer kindlichen Entwicklung positive Impulse setzt und Lernerfahrungen vermittelt, die für einen Großteil heutzutage nicht mehr möglich sind. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
Mehr lesen
16. November 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Der Eidelstedter KulturContainer

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Verena Reygers | Eidelstedter KulturContainer Der Verein Stadtteilkulturzentrum Eidelstedter Bürgerhaus e.V. betreibt in Hamburg-Eidelstedt das soziokulturelle Zentrum „Eidelstedter KulturContainer“. Der KulturContainer ist ein offenes Haus, das ein kulturelles Veranstaltungsangebot bietet, sowie niedrigschwellig Beratungs-, Bildungs- und stadtteilbezogene Informationsmöglichkeiten bereitstellt. Dies auch insbesondere für sozial benachteiligte Menschen im Stadtteil. Der KulturContainer stellt für alle Menschen in Eidelstedt einen Raum der Kommunikation dar, an dem Kultur- und Freizeitinteressen geweckt werden, wo ihnen nachgegangen werden kann und wo die aktive Beteiligung an der Gestaltung der lokalen Lebenssituation gefördert wird. Von: Verena Reygers, Eidelstedter KulturContainer Eidelstedt bleibt in Verbindung Das Eidelstedter Stadtteilkulturzentrum liegt im Herzen des Stadtteils – am Eidelstedter Markt. Eigentlich. Denn seit September 2020 entsteht dort ein neues Haus mit Kulturzentrum, Bücherhalle und Elternschule. Bis zur Fertigstellung arbeitet das Team vom Stadtteilkulturzentrum in einem etwas versteckt gelegenen Container neben der Sporthalle, dem KulturContainer. Von dort mit den Menschen im Stadtteil in Verbindung zu bleiben, ist eine besondere Aufgabe. Erst Recht, wenn dann noch eine Pandemie mit monatelangem Lockdown dazu kommt. Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Kreativworkshops mussten genauso pausieren wie die zahlreichen Beratungsangebote und Gruppen - von den handarbeitenden Wollmäusen über die Mieter*innenberatung bis zur Parkinson Selbsthilfegruppe. Nichts konnte stattfinden. Phasenweise schien der KulturContainer deshalb stark verwaist und die Mitarbeiter*innen beschäftigte durchweg die Frage: Wie bleibt Eidelstedt in Verbindung? Unter diesem Motto entstand dann auch die Projektreihe KulturConAction, die mit Hilfe von Fördergeldern aus NEUSTART KULTUR ein Angebot für die Zeit nach der Wiedereröffnung schaffen sollte. Doch die Wiedereröffnung blieb für lange Zeit unmöglich. Der KulturContainer wurde trotzdem aktiv und schuf ein Kulturangebot, das je nach Inzidenzlage und Wetterbedingungen online, live oder als Hybridveranstaltung angeboten werden konnte. Doch egal ob als Zoom-Talkrunde, Open-Air-Kino oder aufgezeichnete Video-Lesung: KulturConAction ermöglichte endlich wieder Begegnung und Gemeinschaft im Stadtteil. [caption id="attachment_2690" align="aligncenter" width="1024"]Bei der Talkrunde zur Auftaktveranstaltung diskutierten die Teilnehmer*innen die Frage, wie Solidarität im Stadtteil gelingen kann.Foto © ekulturell[/caption] Fragte der KulturContainer bei der Talkrunde zur Auftaktveranstaltung noch, wie Solidarität im Stadtteil gelingt, gelang das Miteinander in Eidelstedt mit jeder Woche mehr. Die mehrsprachige Kinderbuchlesung „Das Kleine WIR“ erfolgte in Kooperation mit dem Spielhaus Eidelstedt. Auf Deutsch, Türkisch und Nepali erfuhren die Kinder, was das Kleine WIR ausmacht, was es mag und was hilft, wenn es traurig ist. Im Anschluss organsierte das Team noch mehrere Lesungen als Videoaufzeichnung, unter anderem auf Russisch, Plattdeutsch, Dari und Spanisch – die in einer Woche des Hamburger Lesefestes für Kinder und Jugendliche „Seiteneinsteiger“ als tägliches Video auf den Social-Media-Kanälen des KulturContainers hochgeladen wurden. Abgeschlossen wurde die Kinderbuchreihe von einer Live-Lesung in Gebärdensprache. Während das kleine WIR in Eidelstedt immer bekannter wurde, bat die Fotografin Janina Wick Menschen aus dem Stadtteil vor ihre Kamera. Zusammen mit Nina Reiprich und Ishaq Quaraishi entstanden außergewöhnliche Portraits ganz „gewöhnlicher“ Eidelstedter*innen. Die „Gesichter Eidelstedts“ wurden als Freiluftausstellung konzipiert und waren über zwei Monate hinweg an unterschiedlichen Orten im Stadtteil zu sehen. Ein QR-Code verband die Fotos der Ausstellung mit einem Link zur Webseite des KulturContainers, wo neben der Ausstellung auch die Interviews mit den Porträtierten zu lesen waren und weiterhin zu lesen sind. Die Vernissage zur Ausstellung war eine der ersten Gelegenheiten, um endlich wieder mit Gästen im KulturContainer zusammenzukommen. Der zum Projekt entstandene Film von Sayad Aga Zekri zeigt die zugewandte Stimmung, die trotz Masken und Abstand herrschte. [caption id="attachment_2693" align="aligncenter" width="1024"]Bis zur Fertigstellung eines neuen Bürgerhauses mit Kulturzentrum, Bücherhalle und Elternschule arbeitet das Team vom Stadtteilkulturzentrum Eidelstedter Bürgerhaus e.V. vom "KulturContainer" aus.Foto © ekulturell[/caption] Warmherzig ging es auch bei den Open-Air-Kinoabenden zu: Der Film „Hidden Figures – unerkannte Heldinnen“ lockte zahlreiche Besucher*innen auf den Parkplatz des KulturContainers. Der zwei Wochen später gezeigte Trickfilm „Zoomania“ erreichte als ausgewiesener Familienfilm ein noch größeres Publikum. Ein Gewinn war auch das Wetter, das an beiden Abenden eine Pause vom regnerischen Sommer machte. Nach dem Erfolg und dem regen Austausch der ersten Talkrunde zum Thema „Solidarität im Stadtteil“ fand eine weitere digitale Gesprächsrunde statt, um den Eidelstedterinnen und Eidelstedtern die Fortschritte der Baustelle am Markt zu erläutern. Dort, wo 2022 das Stadtteilkulturzentrum zusammen mit der Bücherhalle und der Elternschule unter der Dachmarke steeedt einziehen wird, gab es einigen Erläuterungsbedarf, nachdem der Name des neuen Hauses im Stadtteil für Kritik gesorgt hatte. Der Eidelstedter KulturContainer nutzte das digitale Format, um in den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu treten, aber auch, um die Pläne und Aufgaben für die kommenden Monate zu präsentieren und um für Teilhabe an dem Projekt zu werben. Die Stadtteilerhebung zur inhaltlichen Ausrichtung des steeedt lief kurz nach der Veranstaltung an. Für Auflockerung in den doch sehr redelastigen Gesprächsrunden sorgte Pianist Barbod Soleymany mit seinem abwechslungsreichen Repertoire. [caption id="attachment_2696" align="aligncenter" width="1024"]Die mehrsprachige Kinderbuchlesung „Das Kleine WIR“ begeisterte Kinder live und als Videoaufzeichnung - unter anderem auf Deutsch, Türkisch, Nepali, Russisch, Plattdeutsch, Dari und Spanisch. Foto © ekulturell[/caption] Da der Corona-Lockdown sehr viel länger anhielt als erwartet, hat das Team des Eidelstedter KulturContainers die Reihe KulturConAction bis weit in den Herbst geplant. In der benachbarten Sporthalle fanden an den letzten Oktober-Samstagen noch Konzerte statt: Kreativ als Sockenkonzerte beworben – die Turnhalle darf nicht mit Straßenschuhen betreten werden – traten sowohl überregionale Bands als auch Musiker*innen aus dem Stadtteil auf. Auch hier bot sich durch die Fensterfront der Turnhalle ein hybrides Format an, für den Fall, dass eine steigende Inzidenz in Hamburg die Zugangsregeln wieder verschärft hätte. In diesem Fall wäre das Konzert drinnen gestreamt und draußen als Schaufenster-Konzert konzipiert worden. Gerade diese Planungsunsicherheit, teilweise bis kurz vor den Veranstaltungen, hat die Flexibilität des KulturContainer-Teams herausgefordert und es darüber hinaus beflügelt, mit Kreativität und Improvisationslust Veranstaltungen zu organisieren, Kultur im Stadtteil über alle Hindernisse hinweg aufrecht zu erhalten und eine Anlaufstelle für die Menschen im Stadtteil zu sein. Es war nicht immer alles perfekt, manches knapp am Chaos vorbei, aber der viele positive Zuspruch, die dankbaren Gesichter der Kinobesucher*innen, die leuchtenden Augen der Kinder bei den Lesungen oder die berührenden Geschichten und das Engagement der Menschen hinter den „Gesichtern Eidelstedts“ haben das alles wett gemacht und bewiesen: Eidelstedt ist in Verbindung. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
Mehr lesen
9. November 2021
Infos für Projekte, Zentren 2

Antragsberatung NEUSTART KULTUR – Zentren 2 – Aufzeichnung der ersten Videokonferenz jetzt online

Am 04.11.2021 fand die erste von zwei öffentlichen Videokonferenzen im Rahmen der Antragsberatung zur zweiten Ausschreibung von NEUSTART KULTUR – Zentren statt. Über 100 Teilnehmer*innen nutzten die Veranstaltung, um sich bei dieser Gelegenheit einen Überblick über die Rahmenbedingungen des Förderprogramms zu verschaffen und Fragen an unser Team zu stellen. Die Aufzeichnung der ersten Videokonferenz haben wir nun auf YouTube veröffentlicht: Antragsberatung NEUSTART KULTUR - Zentren 2 – Aufzeichnung Videokonferenz https://youtu.be/SsHdH3UdWhw Das Video ist in 2 Kapitel unterteilt: Teil 1: Vorstellung des Programms Teil 2: Antworten auf Fragen Achtung: Durch Klick auf obenstehenden Link oder Screenshot werden Sie zu YouTube.com weitergeleitet. Dort gelten die Regeln und Richtlinien von YouTube.
Mehr lesen
8. November 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Die Horner Freiheit in Hamburg

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Alexander Wilke | Horner Freiheit e.V. Die "Horner Freiheit" ist soziokulturelles Zentrum, Stadtteilkultureinrichtung und Stadtteiltreff - und der einzige Ort in Hamburg-Horn, wo niedrigschwellige, kostengünstige Kulturveranstaltungen angeboten werden. Mitglieder des Vereins und des Hauses sind soziale, soziokulturelle und kirchliche Einrichtungen, die eigene Aufgaben im Haus wahrnehmen – von der kleinen Geschichtswerkstatt bis zur Arbeiterwohlfahrt. Der Trägerverein Horner Freiheit e.V. ist soziokulturell ausgerichtet. Die Aufgaben des Horner Freiheit e.V. sind, neben der Koordinierung aller gemeinsamen Aufgaben im Haus, die Planung, Organisation und Durchführung des kulturellen Programms. Alle Programmangebote entstehen aber kooperativ unter Berücksichtigung der beruflichen Schwerpunkte und Interessensgebiete einzelner Mitstreiter*innen (Sozialarbeit, Psychologie, Kulturelle Bildung, Erziehung, Kirche und Religion, Kulturmanagement, usw.). Von: Alexander Wilke, Horner Freiheit e.V. NEUSTART KULTUR in Hamburg Horn - Die Horner Freiheit Horner Freiheit ist ein kleines Stadtteilhaus im lange von Politik und Medien stiefkindlich behandelten Hamburg-Horn, das sich seit 2016 für starke Nachbarschaften, Diversität und Inklusion einsetzt und mit kleinem, von Jahr zu Jahr besser werdendem Programm auch über die Stadtteilgrenzen hinaus von sich reden macht. Vor der Pandemie haben wir jährlich knapp 50 Veranstaltungen im und am Zentrum organisiert und durchgeführt, die meisten zusammen mit unseren im Haus ansässigen Einrichtungen. Das Angebot des Hauses ist ein Spiegel unserer eigenen Vielfalt: Soziale Arbeit, Kulturelle Bildung, Geschichtsverein, Bücherhalle, Gastronomie – die Mitarbeiter*innen und Freiwilligen bringen ihre Lebensgeschichten und -erfahrungen in das Angebot der Horner Freiheit ein. Gemeinsam schaffen wir so einen Ort für Gemeinschaft und Begegnung, Beratung und Unterhaltung – vom Singabend bis zum Stadtteilfest. Gleichzeitig lebt das Haus von der Inspiration und dem Feedback der Nachbarschaft im kleinen Kosmos Hamburg-Horn. [caption id="attachment_2431" align="aligncenter" width="551"] Alexander Wilke koordiniert seit 2016 das Programm der "Horner Freiheit".Foto © Alexander Wilke[/caption] 2019 hatten wir uns in Workshops strategisch neu aufgestellt und hatten uns für unser Programm der kommenden Jahre viel vorgenommen. Doch dann schickten uns die pandemiebedingten Lockdowns 2020 in eine lange Zwangspause. NEUSTART KULTUR öffnete für 2021 neue Perspektiven für die Horner Freiheit. Mit Hilfe der Förderung wollten wir in diesem Jahr endlich wieder richtig durchstarten. Als es zur Mitte des Jahres losgehen sollte, stellte sich allerdings heraus, dass es schwer war, unsere hauptamtlichen und freiwilligen Mitarbeiter*innen zu reaktivieren. Der Kontakt zur Horner Freiheit war während der Lockdown-Phasen brüchig geworden und viele haben sich verständlicherweise in ihren privaten Mikrokosmos zurückgezogen. Als wir versuchten, den Kontakt wiederherzustellen, wurde uns bewusst, wie groß die durch die Pandemie gewachsene Verunsicherung war. Die Vereinzelung und die Sorge um Ansteckung hatten über ein Jahr lang auf die Menschen rund um das Stadtteilhaus gewirkt und Spuren hinterlassen. So wurde unser Neustart zu einem mühsamen Prozess, der unglaublich viel Kraft gekostet hat. Wir begannen unter anderem mit kleinen Küchenkonzerten befreundeter Musiker über unseren YouTube Channel und mit Nachbarschaftsmärkten. So haben wir uns Schritt für Schritt wieder eine Routine erarbeitet. Allmählich wuchs das Vertrauen in die zum Schutz vor Ansteckung installierten Sicherheitsmaßnahmen des Hauses, die über NEUSTART KULTUR und das NEUSTART Sofortprogramm finanziert werden konnten. Die Sicherheit, Kultur ausprobieren zu können, ohne sich finanziell aufgrund reduzierter Besucher*innen zu ruinieren, hat uns kreativen Rückenwind gegeben. Wann werden sonst schon Gagen, Reinigungsaufwand oder interne Digitalisierungsprozesse gefördert? Mit diesem wiedergewonnenen Vertrauen gewinnen unsere Leute inzwischen nach und nach auch ihr kreatives Selbstbewusstsein als Teil der Horner Freiheit zurück. [caption id="attachment_2724" align="aligncenter" width="1024"]Unter dem Label "Kultur im Salon" streamte das Team der Horner Freiheit kleinere Küchenkonzerte über YouTube. Im Bild: Michael KnubbeFoto © Horner Freiheit e.V.[/caption] Im Sommer konnten wir spannende Formate wie „Horn to Go“ nutzen, ein Kult-Stadtteilspaziergang des kleinsten Hamburger Theaters „Das Zimmer“, bei dem versteckte Orte, kulinarische Köstlichkeiten, musikalische Highlights und jede Menge Überraschungen auf die Besucher warten. Über solche Formate werden Räume geschaffen, in denen die Menschen aus der Gemeinschaft heraus neue Stärke entwickeln können. Das ist nach den trennenden Erfahrungen während der Pandemie besonders wichtig. Seit Juni 2021 werden wir von Colleen Marie Livingston im Koordinationsbüro und bei der Raumvermietung unterstützt. Als selbständige Musikerin war sie dieses Jahr auch bei „Horn to Go“ dabei und kann daher die Perspektive der Musiker*innen aufzeigen: „Vor allem der Kontakt zum Publikum und der menschliche Austausch fehlte während der Pandemie. Umso wertvoller war es für mich und meinen Gitarristen Jonathan Brett, bei „Horn To Go“ endlich wieder live vor Publikum handgemachte Songs spielen zu dürfen. Die Resonanz war groß und hat uns sehr bewegt. Man kann nur hoffen, dass die während der Pandemie wiederentdeckte Wertschätzung für Live-Musik uns auch weiter begleitet, wenn wir die Pandemie endlich überwunden haben. Mithilfe einer staatlichen Förderung für Selbstständige konnte ich mir ein Heimstudio einrichten und so während der Pandemie auf Onlinemusik umschwenken. Das dadurch erlangte Tontechnik - und Produktionswissen kommt mir jetzt zugute und hat mich als Songwriterin und Künstlerin viel unabhängiger gemacht. Dieses Wissen möchte ich gerne mit jungen Mädchen und Frauen teilen, da Frauen in der Musikbranche nach wie vor unterrepräsentiert sind – vor allem in den Bereichen Tontechnik und Produktion. Für nächstes Jahr planen wir, hier in der Horner Freiheit Producing Workshops für Mädchen anzubieten.“ [caption id="attachment_2428" align="aligncenter" width="1024"]In Ihrem Heimstudio hat Colleen Livingston während der Pandemie viel zum Thema Musikproduktion gelernt. Dieses Know-How möchte sie im nächsten Jahr im Rahmen von Workshops mit anderen teilen.Foto © Colleen Livingston[/caption] Es sind solche kleinen Geschichten und persönlichen Erlebnisse, die unser kleines Haus zu einem Stadtteilzentrum machen. Wir sind stolz wie Bolle auf unsere Leute, aber auch auf die Nachbarschaft, die wieder herkommt, sich mit uns austauscht, sich bewegen, bilden und unterhalten lässt. Ohne die Förderung aus NEUSTART KULTUR hätten wir vermutlich unsere Besucher*innen und ebenso unseren Zusammenhalt verloren. Die Pandemie hat uns gelehrt, dass wir uns neu erfinden müssen, um in harten Zeiten zu bestehen. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
Mehr lesen