21. April 2021
#neustartkultur, #portrait

Soziokultur hält uns zusammen! – Das Kulturzentrum CD-Kaserne wartet auf die Wiedereröffnung

Von:  Tobias Voigt

Die CD-Kaserne in Celle ist mit ihrem vielfältigen Angebot die zentrale soziokulturelle Schnittstelle der Region. Die Corona-Pandemie hat das kulturelle Leben in der ehemaligen Reiterkaserne zum Stillstand gebracht und gefährdet die über Jahre gewachsenen Strukturen. Doch das Team der Kultureinrichtung begegnet der Herausforderung mit Kreativität und Flexibilität und macht sich mit Hilfe von Fördermitteln aus NEUSTART KULTUR für die Wiedereröffnung unter freiem Himmel bereit.

Bereits vor 25 Jahren nahm die CD-Kaserne in Celle als Jugend- und Kulturzentrum ihre Arbeit auf. Seitdem hat sie sich zu einem zentralen kulturellen Anlaufpunkt in Celle entwickelt und gilt als wichtigste soziokulturelle Schnittstelle der Region. Vor der Pandemie besuchten pro Jahr mehrere hunderttausend Besucher*innen das 33.000 qm große Gelände auf dem ehemaligen Kasernen-Areal der „Cambridge Dragoner“.

An der Struktur des Geländes erkennt man noch heute seine Geschichte als ehemalige Reiterkaserne: Um einen 3.500 qm großen Innenhof (früher Reit- und Appellplatz) gruppieren sich zwei Veranstaltungshallen (früher Reithalle und Werkstatt) sowie viele Nebengebäude (früher Pferdeställe). Das frei zugängliche Außengelände mit Skatepark, Streetballplatz und Liegewiese war als größter informeller Treffpunkt der Region in Vor-Pandemiezeiten immer gut besucht.

Geländeplan CD-Kaserne

Geländeplan der CD-Kaserne

Illustration © CD-Kaserne gGmbH

Die Größe und Vielfalt der Infrastruktur spiegelt sich auch in den Aktivitäten des Zentrums wider: Zahlreiche Vereine, Initiativen und Projekte sind auf dem Areal zuhause und bieten eine bunte Mischung partizipativ gestalteter Angebote auf mehreren Ebenen.

Die Angebotspalette umfasst ein Kultur- und Veranstaltungsprogramm für Gäste aller Altersgruppen mit Konzerten, Partys, Comedy, Kabarett, Theater, Kinderveranstaltungen, Lesungen und außerschulischen Bildungsveranstaltungen. Hinzu kommen Angebote von Vereinen und Ehrenamtlichen wie der „Jugendtreff Haus 7“ oder das plenumsverwaltete „Bunte Haus e.V.“. Weitere Nutzer*innen und Mieter*innen des Kulturzentrums sind beispielsweise das preisgekrönte, kommunale Kino achteinhalb, der Deutsche Alpenverein, der ESV Fortuna Celle oder Lloyds Musicalschule Celle.

Ebenfalls auf dem Gelände beheimatet ist das Albert-Schweizer-Familienwerk. Hier werden Jugendliche zum Beispiel durch die Jugendgerichtshilfe zugewiesen und absolvieren Anti-Aggressionstrainings. Es gibt einen Kinder- und Jugendzirkus, künstlerische Ateliers und Werkstätten für Jugendliche. Darüber hinaus koordiniert die CD-Kaserne trägerübergreifend demokratiefördernde Projekte wie Jugendkonferenzen, Projekte zur demokratischen Partizipation, zur Diversität und gegen Menschenfeindlichkeit und ist Heimat für Beratungsangebote wie zum Beispiel der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur.

Zentraler Knotenpunkt dieses vielschichtigen soziokulturellen Organismus ist die gemeinnützige CD-Kaserne gGmbH. Ihr Geschäftsführer Kai Thomsen ist bereits seit rund 20 Jahren für die CD-Kaserne tätig. Mit seiner langjährigen Erfahrung und Expertise beriet und berät der systemische Coach im Rahmen des Niedersächsischen Programms SozioKChange auch viele andere soziokulturelle Zentren im Land.

Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hat sich der Alltag in der CD-Kaserne stark verändert. Die Corona-Pandemie hat das Zentrum in einen Zustand der Lähmung versetzt. Die vielen Aktivitäten der Nutzer*innen sind durch die pandemiebedingten Restriktionen nur stark eingeschränkt möglich oder mussten ganz eingestellt werden. Ihre soziokulturellen Aufgaben kann die CD-Kaserne seit geraumer Zeit nicht mehr im gewohnten Umfang wahrnehmen, mit direkten und indirekten negativen Auswirkungen für die Region.

Bis zum März 2020 wurde die Arbeit der CD-Kaserne maßgeblich durch selbst erwirtschaftete Einnahmen im Bereich Gastronomie, Veranstaltungen und Vermietungen querfinanziert. Seither musste das Team Umsatzeinbußen von bis zu 70% verkraften. Ohne die kommunale Förderung durch die Stadt Celle, über die Grundkosten wie Strom, Heizung, Wasser und Infrastruktur gesichert waren, hätte der CD-Kaserne womöglich die Zahlungsunfähigkeit gedroht.

Die finanziellen Verluste hatten unmittelbare Auswirkungen auf die Personalstrukturen: Bereits zu Beginn des ersten Lockdowns musste ein Großteil der 25 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit gehen. Während sich im Gastronomiebereich ganze Teams aus Honorarkräften auflösten, brach mit der Zeit auch die wichtige Stütze der ehrenamtlichen Helfer*innen weg.

Derweil sorgt der Lockdown für Isolation auf allen Seiten. „Zurzeit haben wir kaum Kontakt zu unseren Besucher*innen. Den Menschen geht es nicht gut. Sie haben sich auf ihre sozialen Inseln zurückgezogen.“, berichtet Kai Thomsen. In dieser Isolation sieht er nicht nur einen Widerspruch zur soziokulturellen Idee, sondern auch eine gesellschaftliche Gefahr.

Doch dieser Entwicklung begegnet das Team der CD-Kaserne mit Ideenreichtum, Kreativität und Agilität. Bereits seit Februar läuft das Live-Stream-Format „Check Out Celle“, in dem Kinder ab 8 Jahren zum gemeinsamen Entdecken der Stadt eingeladen werden. Auf digitale Formate allein möchte sich das Team in der Planung jedoch nicht beschränken. Mit Hilfe einer Förderung im Rahmen des Programm NEUSTART KULTUR „Zentren“ beim Bundesverband Soziokultur e.V. beginnen derzeit die Arbeiten an der großen Vision für die Wiedereröffnung mit Publikum. Dabei nutzen die Akteur*innen der Einrichtung den großen Vorteil, den die Architektur des Geländes bietet: Der große Innenhof, der wie ein Marktplatz im Zentrum liegt, macht es möglich, das kulturelle Leben nach draußen zu verlagern.

Das Team der CD-Kaserne plant die Wiedereröffnung unter freiem Himmel. Kernstück der Vision: Eine neue, überdachte Open-Air-Bühne

Das Team der CD-Kaserne plant die Wiedereröffnung unter freiem Himmel. Kernstück der Vision: Eine neue, überdachte Open-Air-Bühne

Foto © Natascha Hänle / CD-Kaserne gGmbH

Im Außenbereich soll ein offener, soziokultureller, attraktiver und kostenfrei zugänglicher Erlebnisraum für alle Nutzer*innen und Besucher*innen entstehen. Das Kernstück der Idee ist eine mobile, überdachte Open-Air-Bühne, die von allen Nutzer*innen der CD-Kaserne bespielt werden kann. So soll zur Wiedereröffnung eine Vielzahl von Veranstaltungsformaten möglich sein, von Open Air Kino (Kino 81/2) über lokale Rockabende (Celler Rockmusikinitiative) und Tanzaufführungen bis hin zu politischen Diskussionen (Buntes Haus) und Workshops: Die Open-Air-Bühne soll die CD-Kaserne wieder zum soziokulturellen Leben erwecken. Erste Erfahrungen mit Open-Air-Veranstaltungen wurden bereits im Sommer 2020 mit einem temporären Bühnenaufbau gemacht. Die neue Bühne soll das Open-Air-Konzept nun auf ein neues Niveau heben und dauerhaft in der CD-Kaserne verankern. Derzeit laufen die Arbeiten auf Hochtouren.

Auf YouTube: Video zum Probeaufbau der Open-Air-Bühne der CD-Kaserne
Video zum Probeaufbau der Open-Air-Bühne der CD-Kaserne
Achtung: Durch Klick auf obenstehenden Link oder Screenshot werden Sie zu YouTube.com weitergeleitet. Dort gelten die Regeln und Richtlinien von YouTube.

Daneben hat die CD-Kaserne aber auch die Innenräume bereits gut auf eine mögliche Wiedereröffnung vorbereitet: Über das Soforthilfeprogramm NEUSTART wurden bereits im letzten Jahr zahlreiche Umbauten und Maßnahmen finanziert, die eine Nutzung der Innenräume auch unter Pandemiebedingungen möglich machen sollen. Schutzvorrichungen, Einlassschleusen zur Besuchersteuerung, Desinfektionsstationen und vieles mehr sollen Nutzer*innen und Besucher*innen eine sichere Nutzung der Räume ermöglichen, wenn die Pandemiesituation dies in Zukunft wieder erlaubt.

Doch der anhaltende Lockdown schafft unvorhergesehene Probleme bei der Planung des Programms: Immer wieder müssen bereits geplante Veranstaltungen abgesagt und neu terminiert werden. Viele Veranstaltungen können nicht verschoben werden, da insbesondere Termine mit externen Künstler*innen nur mit viel Vorlauf organisiert werden können.

Zum Glück konnte mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Bereich NEUSTART KULTUR „Programm“ bereits eine Mitarbeiterin aus der Kurzarbeit geholt werden, die sich seither um Programmplanung und Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Stefanie Fritzsche konzipiert, organisiert und kommuniziert die Pläne zur Wiedereröffnung der CD-Kaserne. Die unter Lockdown-Bedingungen besonders notwendige Flexibilität für diesen Job kommt nicht von ungefähr: „Alle Mitarbeiter*innen der CD-Kaserne haben eine systemische Zusatzausbildung und Erfahrung in agilem Arbeiten. Das hat uns sehr geholfen.“, sagt Geschäftsführer Kai Thomsen.

Organisieren die Wiedereröffnung der CD-Kaserne: Steffi Fritzsche und Kai Thomsen (vlnr)

Organisieren die Wiedereröffnung der CD-Kaserne: Steffi Fritzsche und Kai Thomsen (vlnr)

Foto © Anna Schiller / CD Kaserne gGmbH

Doch auch wenn externe Künstler*innen abspringen – die CD-Kaserne kann bei der Programmplanung auf einen einzigartigen Pool von Kulturakteur*innen aus dem eigenen Haus zurückgreifen. Die Nutzer*innen des Kulturzentrums haben in der langen Zeit des Wartens zahlreiche Angebotsformate entwickelt, mit denen sie jederzeit starten könnten.

Nun heißt es zunächst weiter warten, bis die Pandemiesituation einen Neustart zulässt. Unter dem Motto „Soziokultur hält uns zusammen! Für die Region Celle in Coronazeiten“ soll die Wiedereröffnung dann die Menschen der Region einladen und wieder zusammenführen – und so das soziokulturelle Leben in die ehemalige Reiterkaserne zurückkehren lassen.


CD-Kaserne gGmbH
Hannoversche Straße 30b
29221 Celle

Website: www.cd-kaserne.de
Facebook: www.facebook.com/CDKaserne

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13. September 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Die SCHOTTE in Erfurt

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1. September 2021
#neustartkultur, #pressemeldung

Pressemeldung – Bundesverband Soziokultur fördert erneut pandemiegerechte Programmarbeit

Berlin, 01.09.21: Heute hat der Bundesverband Soziokultur die Ausschreibung von NEUSTART KULTUR in der Fördermaßnahme Programm 2 veröffentlicht. Die Antragstellung für NEUSTART KULTUR - Programm 2 ist ab dem 15.09.2021 möglich. Im Vorfeld bietet der Bundesverband öffentliche Videokonferenzen zur Antragsberatung an und hilft bei Fragen zur Antragstellung per E-Mail und Telefon weiter. Die Ausschreibung sowie weitere Informationen zu NEUSTART KULTUR - Programm 2 gibt es unter soziokultur.neustartkultur.de/programm2. Bundesgeschäftsführerin Ellen Ahbe erwartet großes Interesse: „Die erneute Ausschreibung bildet voraussichtlich die letzte Möglichkeit für finanzielle Unterstützung der Programmarbeit im Jahr 2022 durch unseren Verband. Ich hoffe, dass diesmal auch kleinere Einrichtungen die Entwicklung neuer, pandemiegerechter Formate und die Anpassung bestehender Angebote über NEUSTART KULTUR fördern lassen. Gerade in überwiegend ehrenamtlich geführten Organisationen erfordern die interne Abstimmung und die Beratung zu förderrechtlichen Bestimmungen seitens unseres Verbandes zeitlichen Vorlauf, den wir diesmal einräumen konnten.“ Programm 2 ist die Neuauflage der im vergangenen Jahr vom Bundesverband Soziokultur durchgeführten NEUSTART KULTUR Förderung zur Stärkung kultureller und soziokultureller Programmarbeit unter Pandemiebedingungen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) stellt dafür erneut 15 Millionen Euro zur Verfügung. Antragsberechtigt sind Kulturzentren, soziokulturelle Zentren und weitere Einrichtungen und Initiativen mit kulturellem Schwerpunkt und entsprechendem Aktivitätsprofil – auch dezentrale Träger. Einzelunternehmer*innen, die eine entsprechende Kultureinrichtung betreiben, können ebenfalls einen Antrag stellen. Die Förderung der Programmarbeit umfasst einzelne Veranstaltungen sowie kontinuierliche Angebote wie Kurse, Workshops und offene Treffs. Dabei werden Grundkosten, aktivitätsbezogene Kosten und Personalkosten für die Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Programmarbeit unter Pandemiebedingungen gefördert. Einrichtungen, die bereits eine NEUSTART KULTUR Förderung erhalten haben, können erneut eine Förderung ihrer Programmarbeit beantragen.
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23. August 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Das Jugendzentrum Aurich

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Sandra Grau | Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR Das Jugendzentrum Aurich - Schlachthof besteht seit 1980 in der heutigen Form und ist seit jeher wegen seines vielfältigen Veranstaltungs- und Kulturangebots überregional bekannt. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit Aurich setzt sich für Toleranz und Gleichberechtigung ein. Fremdenfeindliche, rassistische, homophobe und undemokratische Strukturen werden nicht geduldet, im Gegenteil sind interkulturelle sowie toleranzfördernde Angebote die Regel. Partizipation und Bürger-/Jugenbeteiligung stehen im Vordergrund. Das Jugendzentrum fungiert als Teil des Familienzentrum Aurich, welches im Förderprogramm Mehrgenerationenhaus und als Ehrenamtsagentur aktiv ist. 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[caption id="attachment_1588" align="aligncenter" width="929"] Der charmante Innenhof mit Baumbestand bietet vielfältige Möglichkeiten für Outdoor-Veranstaltungen.Foto © Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR[/caption] NEUSTART direkt nach dem Lockdown – Aktionstage Mehrgenerationenhaus mit "Puppets in Minutes" und "La Jazz" Eingeweiht wurde der neue Innenhof schließlich bei den bundesweiten „Aktionstagen Mehrgenerationenhaus“ im Jugend-und Familienzentrum Aurich. Am Samstag, dem 29. Mai 2021 wurden am Morgen die Loungemöbel mit den orangefarbenen Sitzkissen aufgebaut, die Stehtische und Hocker im Innenhof verteilt und die mobilen Bühnenelemente für die Eröffnungsshow platziert. Pünktlich mit den ersten Lockerungen nach dem Lockdown, der die erste Jahreshälfte 2021 überschattet hatte, konnte somit der neu gestaltete Innenhof endlich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das Bühnenprogramm wurde von den „Puppets in Minutes“ gestaltet - einem ebenfalls über NEUSTART KULTUR geförderten, pandemiegerechten mobilen Figurentheaterprogramm aus Aurich - gemeinsam mit dem Ensemble „La Jazz“, die eine bunte Show mit Marionetten und Musik zeigten. Das altersgemischte Publikum zeigte sich begeistert: Von der Möglichkeit, endlich wieder zusammenkommen zu dürfen, von der unterhaltsamen Mischung aus Poesie und Comedy des Programms und vom neuen Charme des Innenhofs des Jugendzentrums Aurich. An diesem Nachmittag zeigten sich nun erstmals die vielfältigen Perspektiven für einen NEUSTART KULTUR im Jugendzentrum Aurich, der insbesondere Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien zu Gute kommen soll. [caption id="attachment_1583" align="aligncenter" width="949"] Auftritt der „Puppets in Minutes“ bei der Eröffnungsveranstaltung des neu gestalteten Innenhofs.Foto © Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR[/caption] NEUSTART der offenen Kinder- und Jugendarbeit am 01.06.2021 – Begeisterung durch chilligen Loungeflair im Außenbereich Das neue Außenmobiliar kam bei den Besucher*innen sehr gut an: „Nach dem langen Lockdown wirkt das wie ein kleiner Urlaub“. Ein Bestuhlungsmix aus Sitzhockern, Lounge- Ecken und verschiedene Sitzkissen ermöglichen den Kindern und Jugendlichen, sich in gemütlicher Atmosphäre auszutauschen, Freunde zu treffen, neue (kulturelle) Ideen zu entwickeln und ein wenig Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. NEUSTART Jugendbeteiligung JUGA - Jugend gestaltet Aurich Auch bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „JUGA – Jugend gestaltet Aurich“ am 25.06.2021 kam das flexibal nutzbare zum Einsatz. Paletten Möbel, Stehtische, Hocker und verschiedene Sitzkissen ermöglichten es Jugendlichen, in gemütlicher Atmosphäre über ihre individuellen Vorstellungen, Sorgen und Wünsche für die Zukunft der Stadt Aurich zu sprechen. Gerade nach bzw. in der Corona-Krise sind neue Ideen und Beteiligungsformate relevant, um Entwicklungsmöglichkeiten kennenzulernen und zu nutzen. Kulturelles Entwicklungspotential stand bei der Ideenentwicklung im Vordergrund. [caption id="attachment_1589" align="aligncenter" width="854"]Auch das Format "JUGA - Jugend gestaltet Aurich" wurde durch das über NEUSTART KULTUR geförderte Mobiliar wieder möglich.Foto © Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR[/caption] JUGA - Jugend gestaltet Aurich geht am 16.07.2021 in die nächste Runde Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung „JUGA – Jugend gestaltet Aurich“ wurde bereits im Anschluss an den Termin ein neues Treffen vereinbart, bei welchem sich die interessierten Jugendlichen speziell zu dem Thema Kultur und Freizeitangebote austauschen sollten. Neben dem bereits erprobten Mobiliar, welches sowohl Outdoor als auch Indoor eingesetzt wurde, kamen – passend zum inhaltlichen Schwerpunkt der Veranstaltung – auch erstmalig die aufblasbare Kinoleinwand sowie der Beamer zum Einsatz. Dank NEUSTART KULTUR konnten alle Beteiligten diesen produktiven und kreativen Tag bei einem gemeinsamen Filmabend ausklingen lassen. Geplant sind viele weitere Angebote und Veranstaltungen, bei denen auch noch weiteres angeschafftes Ausstattungsmobiliar wie die Outdoor-Lichtanlage, das Outdoor-Thekenhäuschen, die Feuerschalen und die Pelletheizöfen eingesetzt werden. Wir freuen uns über die Möglichkeiten, die sich uns durch die Förderung im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur eröffnen und sagen auch im Namen unserer Besucher*innen und Gäste DANKE!!! Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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16. August 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Das KOMM-Haus in Leipzig

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Birgit Grunewald | KOMM-Haus Leipzig Das KOMM-Haus ist ein soziokulturelles Zentrum im Wohnkomplex 8 in Leipzig Grünau. Das Zentrum ist offen für alle Menschen unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen oder religiösen Herkunft und versteht sich als ein Begegnungs- und Kommunikationsort für Bürger, Familien, Vereine und Institutionen aus Grünau und darüber hinaus. Ziel ist die Schaffung eines Orts für Kunst, Kultur und Bildung. Ebenso bietet das Zentrum einen Nachbarschaftstreff, den Freizeittreff »Wilde 11« und einen Treffpunkt für Selbsthilfegruppen. Das Soziokulturelle Zentrum "KOMM-Haus" wird betrieben durch die VILLA gGmbH für Jugend, Kultur & Soziales in Leipzig. Von: Birgit Grunewald, Öffentlichkeitsarbeit Soziokulturelles Zentrum "Die VILLA" Unser Soziokulturelles Zentrum »KOMM-Haus« in Leipzig Grünau, einem Sozialen Brennpunkt ganz im Westen von Leipzig, steht für Gemeinschaft, Kultur und Engagement. Der Stadtteil leidet unter mehreren Herausforderungen. Eine davon: Im Umkreis gibt es keine Gaststätte oder ähnliches. Diesen Mangel thematisieren unsere Besucher*innen und die Bewohner*innen des Stadtteils immer wieder. Mit unserer Mitmach-Pizzeria gingen wir dieses Thema an. Unsere Idee: Zusammen mit den Bewohner*innen organisieren wir einen temporären Gemeinschaftsort in Grünau. So verwandelte sich im Juni 2021 wieder eine Brachfläche in eine Freiluft-Pizzeria mit traditionellem holzbefeuerten Pizzaofen. An einer Theke belegte sich jeder seine Pizza und ließ diese backen. Die originelle Gestaltung des Ofens und die bunten Sitzmöglichkeiten luden zum Kontakt und Gespräch zwischen den Besucher*innen ein. Die Freiluft-Pizzeria ist dabei auch ein prima Ort für kulturelle Aktivitäten: Konzerte, Lesungen und Workshops fanden hier statt und erreichten Menschen, welche sonst vielleicht das KOMM-Haus nicht besuchen. Die Rollen der Organisatoren und Besucher*innen waren fließend: Bewohner*innen übernahmen das Pizza backen; wir kamen ins Gespräch mit anderen Akteur*innen. Die Pizza und deren Belag sowie die Getränke konnten gegen eine Spende erworben werden. [caption id="attachment_1567" align="aligncenter" width="886"] Zahlreiche Künstler*innen spielten 2021 bei der Mitmach-PizzeriaFoto © KOMM-Haus Leipzig[/caption] Warum wählten wir als Mittel Pizza? Pizza bietet viele Anschlussmöglichkeiten: Alle mögen sie, sie lässt sich individuell belegen und eine Pizza wird gern geteilt. Dadurch ist es möglich, mit einfachen Mitteln und ohne mitgebrachte Fähigkeiten etwas zum Gemeinschaftserlebnis beizutragen. Das gemeinsame Kochen und Essen ist ein ideales Werkzeug für niederschwellige und gemeinschaftliche Erlebnisse im öffentlichen Raum. Es ist anknüpfungsfähig für jede Altersstufe, benötigt keine Sprachkenntnisse und weist im Falle der auf Spendenbasis basierenden Pop-Up Pizzeria keine monetäre Einschränkung auf. Unser Anliegen ist es, Impulse für Grünau zu setzen. Wir greifen den Bedarf der Bewohner*innen nach einer Gastronomie auf und geben einen temporären Lösungsvorschlag. Wir beziehen die Besucher*innen direkt in die Arbeit ein und lassen sie erleben, dass Engagement etwas verändern kann. Mit einem Pop-Up-System laden wir innerhalb des Stadtteils zum Begegnen und Verweilen ein und ermöglichen auf diese Weise Kultur. Wir gestalten öffentliche Orte und erreichen niederschwellig die vielfältigen Bewohner*innen von Grünau. Bereits im vergangenen Jahr fand die Mitmach-Pizzeria an einem anderen Ort in Grünau zum ersten Mal statt. Damals noch etwas improvisierter. Es zeigte sich, dass die Idee sehr großen Anklang fand und sehr gut in die Corona-Situation passte. Die Open-Air Situation auf einer vergleichsweise großen Fläche ermöglicht Aktivitäten mit wenigen Pandemie-Einschränkungen. Auch in diesem Jahr war unsere Mitmach-Pizzeria eine der ersten größeren kulturellen Aktivitäten in Grünau. [caption id="attachment_1568" align="aligncenter" width="886"] Die mobile Pizzeria ist auf einem umgebauten PKW-Anhänger installiert, auf dem Pizza-Ofen, Kühlschrank und Waschbecken Platz finden.Foto © KOMM-Haus Leipzig[/caption] Dafür entwickelten wir mithilfe der Förderung im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur unsere Idee noch einmal weiter. Entstanden ist eine mobile Pizzeria. Auf einem PKW-Anhänger installierten wir einen robusten Pizzaofen, welcher zünftig mit Holz geheizt wird. Dazu gibt es Kühlschränke für den Teig, ein Waschbecken und die Möglichkeit, einiges an Material zu verstauen. Zusammen mit einem mobilen Tresen für das Belegen der Pizzen und flexibler Möblierung können wir die Pizzeria mit relativ geringem Aufwand wieder aktivieren. So machte die Förderung unsere Mitmach-Pizzeria fit für die Zukunft. Zahlreiche Künstler*innen spielten 2021 bei der Mitmach-Pizzeria. Wir eröffneten feierlich bei Pizza und Getränk den Grünauer Kultursommer, ein großes Angebot, an welchem wir uns mit beteiligen. Neben unterschiedlichen Workshops zu Umweltthemen oder Nachhaltigkeit gab es in den Tagen der Pizzeria Musik von Thomas Katrozan, Franz Belger & Isabel Korda, Markus Dietrich, Carolin Greiner, CarPoSol, Mayakan, Savannah Soul, Maria Schüritz und Weltwärts. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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