Artikel der Kategorie: #projektstimmen

22. November 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Das Kilombo Kleinow

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Susanne Oesterreicher | Capoeira Angola e.V. Der Verein Capoeira Angola e. V. wurde 1993 gegründet und ist Trägerverein der 1997 eröffneten Academia Jangada, Europas erster Akademie für Capoeira Angola. Heute trainieren über 150 Schüler, darunter viele Kinder und Jugendliche, regelmäßig in der Akademie. Zahlreiche ehemalige Schüler der Akademie geben mittlerweile selbst Kurse oder unterrichten Capoeira Angola in Kindergärten und Jugendeinrichtungen in ganz Europa und tragen so zu einer einzigartigen Bereicherung der Kultur- und Sportlandschaft bei. Entsprechend der Historie der Capoeira als Kampf gegen Ausgrenzung, Benachteiligung, Unterdrückung und Ausbeutung, hat sich der Verein das Ziel gesetzt, Capoeira als Möglichkeit zur Integration von Kindern und Jugendlichen unterschiedlichster kultureller und sozialer Herkunft erfahrbar zu machen. Von: Susanne Oesterreicher, Capoeira Angola e.V. NEUSTART KULTUR in der Natur - Das Kilombo Kleinow Das „Kilombo Kleinow“ ist ein soziokulturelles Zentrum mit Schwerpunkt integrativer Kinder- und Jugendförderung auf dem ehemaligen Gutshof Kleinow in der Uckermark. Entstanden aus der jahrelangen Arbeit mit sozialbenachteiligten Kindern und Jugendlichen des Capoeira Angola e.V., bietet es heute einer Vielzahl an disziplinübergreifenden Kunst- und Kulturformen Raum und Zeit für Begegnung, Erholung sowie naturnahe Erlebnisse, die verzaubern und inspirieren. [caption id="attachment_2413" align="aligncenter" width="1024"] In den vergangenen Jahren wurde der Gutshof Kleinow schrittweise saniert und beherbergt heute das soziokulturelle Zentrum "Kilombo Kleinow".Foto © Susanne Oesterreicher / Capoeira Angola e.V.[/caption] Wir sehen uns als Brückenbauer und möchten mit unseren Projekten und Angeboten unterschiedliche Alters- und Gesellschaftsschichten erreichen und verbinden. Die behutsame und nachhaltige Begegnung mit Tier und Natur bildet dabei den Rahmen für diverse interkulturelle und interdisziplinäre Aktivitäten und Projekte. Vielfalt statt Monokultur auf allen Ebenen ist unser Motto. Von Capoeira Angola, Tanz, Theater, Fotografie, Film, Malen, Bildhauern, über Reiten, Naturwanderungen, Handwerken, Re- und Upcycling von Möbeln und Gebrauchsgegenständen bis Gärtnern, Grillen im Begehbaren Kamin oder Pizzabacken im Lehmziegel-Pizzaofen oder einfach nur „chillen“, ist so ziemlich alles möglich und erwünscht. Eingebettet in die ländliche und dünn besiedelte Landschaft der Uckermark an einem malerisch gelegenen Ort in der Natur eignet sich das ehemalige Gut Kleinow (UM) ausgezeichnet, um Jugendlichen und Kindern aus der Stadt eine Lernerfahrung abseits ihres alltäglichen sozialen Kontextes zu vermitteln. [caption id="attachment_2414" align="aligncenter" width="1024"]Der ehemalige Gutshof ist umringt von Tieren und einem kleinen Biotop mit eigenem See, Wald, und Pferdekoppeln.Foto © Susanne Oesterreicher / Capoeira Angola e.V.[/caption] Der „Shutdown der Kulturszene“ und damit das „Auf-Eis-Legen“ unserer geplanten Projekte sowie der offiziellen Eröffnung und Präsentation unseres soziokulturellen Zentrums „Kilombo Kleinow“, traf uns inmitten von Um-, Aus- und Vorbereitungsarbeiten in Mark und Bein. Erst die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung durch NEUSTART KULTUR und die sich damit neu ergebenden Möglichkeiten gab uns wieder Auftrieb, an neuen Ansätzen zu arbeiten, um uns auf die Wiedereröffnung vorzubereiten. Im Zentrum unserer Bemühungen nach den pandemiebedingten Schließungen von Kultureinrichtungen stand, neben einem ausgearbeiteten Hygienekonzept und der Schulung unseres Personals, vor allem das Bestreben, auf „Kilombo Kleinow“ dank der Weitläufigkeit des 3,5 ha großen Außengeländes neue Orte für Produktion und Präsentation zu schaffen, um so die Fläche auf der sich Menschen begegnen zu dezentralisieren und entzerren. [caption id="attachment_2419" align="aligncenter" width="1024"] Das weitläufige Außengelände des alten Gutshofs bietet viel Platz für eine dezentrale Nutzung.Foto © Susanne Oesterreicher / Capoeira Angola e.V.[/caption] Neben dem Hauptgebäude wurden Außenbühnen erweitert, Atelier- und Wohneinheiten in Form von Wohn-, Bau- und Zirkuswägen und mongolische Jurte aufgebaut und dezentral auf dem Gelände verteilt. Um das soziokulturelle Zentrum „Kilombo Kleinow“ wiedereröffnen zu können und auf die neuen Anforderungen eingehen zu können, wurden auch neue Kunstformate entwickelt, die stärker als zuvor die digitalen Medien und Möglichkeiten miteinbeziehen. Wir können nun stolz auf das Jahr 2021 zurückblicken: Wir haben unsere Sommertanz-Camps 'Kilombo on Tour' und 'N'golo Camps' mit über 80 Kindern durchgeführt. Wir hatten zwei externe Filmcamps und ein Tanzcamp bei uns im Sommer zu Gast. Eine Grundschule, ein Gymnasium aus dem Prenzlauer Berg und eine Waldorfschule haben erstmalig ihre Klassenfahrten auf „Kilombo Kleinow“ verbracht. Und im September fand hier die erste Europäische Jugendbegegnung 'KILOMBO Europe' statt. [caption id="attachment_2420" align="aligncenter" width="1024"] Dank der Förderung durch NEUSTART KULTUR konnten in diesem Jahr wieder viele Kinder und Jugendliche das „Kilombo Kleinow“ besuchen.Foto © Susanne Oesterreicher / Capoeira Angola e.V.[/caption] Doch was uns die letzten Monate im Würgegriff der Pandemie ( Maßnahmen ) am meisten gelehrt haben, ist der unbezahlbare Wert der Natur und ihr heilender Einfluss auf die menschliche Psyche. Daher freuen wir uns mit UckTopia den Auftakt für eine Reihe an LandArt-Projekten auf unserem Gelände initiiert zu haben. Das von Auf!leben geförderte Capoeira- und Tanzprojekt auf der Outdoor-Bühne umgeben von Natur und Tieren war eine kleine Wiedergutmachung für die Kinder, die in besonderem Maße unter den Einschränkungen der vergangenen Monate gelitten haben. Erste Schritte wurden unternommen um die Sanierung des „Schrotbodens“, eines bisher ungenutzten Nebengebäudes, in Angriff zu nehmen. Es soll ein Multifunktionsgebäude mit Keramik-, Holz-,Digitalwerkstatt und weiteren Proberäumen entstehen. Viel Arbeit liegt hinter und noch mehr vor uns, aber wir freuen uns darauf mit unserem „Kilombo Kleinow“ in der Zukunft vielen weiteren Kindern und Jugendlichen einen Ort bieten zu können, der ihre freie Entfaltung fördert, ihre Kreativität weckt und ihrer kindlichen Entwicklung positive Impulse setzt und Lernerfahrungen vermittelt, die für einen Großteil heutzutage nicht mehr möglich sind. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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16. November 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Der Eidelstedter KulturContainer

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Verena Reygers | Eidelstedter KulturContainer Der Verein Stadtteilkulturzentrum Eidelstedter Bürgerhaus e.V. betreibt in Hamburg-Eidelstedt das soziokulturelle Zentrum „Eidelstedter KulturContainer“. Der KulturContainer ist ein offenes Haus, das ein kulturelles Veranstaltungsangebot bietet, sowie niedrigschwellig Beratungs-, Bildungs- und stadtteilbezogene Informationsmöglichkeiten bereitstellt. Dies auch insbesondere für sozial benachteiligte Menschen im Stadtteil. Der KulturContainer stellt für alle Menschen in Eidelstedt einen Raum der Kommunikation dar, an dem Kultur- und Freizeitinteressen geweckt werden, wo ihnen nachgegangen werden kann und wo die aktive Beteiligung an der Gestaltung der lokalen Lebenssituation gefördert wird. Von: Verena Reygers, Eidelstedter KulturContainer Eidelstedt bleibt in Verbindung Das Eidelstedter Stadtteilkulturzentrum liegt im Herzen des Stadtteils – am Eidelstedter Markt. Eigentlich. Denn seit September 2020 entsteht dort ein neues Haus mit Kulturzentrum, Bücherhalle und Elternschule. Bis zur Fertigstellung arbeitet das Team vom Stadtteilkulturzentrum in einem etwas versteckt gelegenen Container neben der Sporthalle, dem KulturContainer. Von dort mit den Menschen im Stadtteil in Verbindung zu bleiben, ist eine besondere Aufgabe. Erst Recht, wenn dann noch eine Pandemie mit monatelangem Lockdown dazu kommt. Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Kreativworkshops mussten genauso pausieren wie die zahlreichen Beratungsangebote und Gruppen - von den handarbeitenden Wollmäusen über die Mieter*innenberatung bis zur Parkinson Selbsthilfegruppe. Nichts konnte stattfinden. Phasenweise schien der KulturContainer deshalb stark verwaist und die Mitarbeiter*innen beschäftigte durchweg die Frage: Wie bleibt Eidelstedt in Verbindung? Unter diesem Motto entstand dann auch die Projektreihe KulturConAction, die mit Hilfe von Fördergeldern aus NEUSTART KULTUR ein Angebot für die Zeit nach der Wiedereröffnung schaffen sollte. Doch die Wiedereröffnung blieb für lange Zeit unmöglich. Der KulturContainer wurde trotzdem aktiv und schuf ein Kulturangebot, das je nach Inzidenzlage und Wetterbedingungen online, live oder als Hybridveranstaltung angeboten werden konnte. Doch egal ob als Zoom-Talkrunde, Open-Air-Kino oder aufgezeichnete Video-Lesung: KulturConAction ermöglichte endlich wieder Begegnung und Gemeinschaft im Stadtteil. [caption id="attachment_2690" align="aligncenter" width="1024"]Bei der Talkrunde zur Auftaktveranstaltung diskutierten die Teilnehmer*innen die Frage, wie Solidarität im Stadtteil gelingen kann.Foto © ekulturell[/caption] Fragte der KulturContainer bei der Talkrunde zur Auftaktveranstaltung noch, wie Solidarität im Stadtteil gelingt, gelang das Miteinander in Eidelstedt mit jeder Woche mehr. Die mehrsprachige Kinderbuchlesung „Das Kleine WIR“ erfolgte in Kooperation mit dem Spielhaus Eidelstedt. Auf Deutsch, Türkisch und Nepali erfuhren die Kinder, was das Kleine WIR ausmacht, was es mag und was hilft, wenn es traurig ist. Im Anschluss organsierte das Team noch mehrere Lesungen als Videoaufzeichnung, unter anderem auf Russisch, Plattdeutsch, Dari und Spanisch – die in einer Woche des Hamburger Lesefestes für Kinder und Jugendliche „Seiteneinsteiger“ als tägliches Video auf den Social-Media-Kanälen des KulturContainers hochgeladen wurden. Abgeschlossen wurde die Kinderbuchreihe von einer Live-Lesung in Gebärdensprache. Während das kleine WIR in Eidelstedt immer bekannter wurde, bat die Fotografin Janina Wick Menschen aus dem Stadtteil vor ihre Kamera. Zusammen mit Nina Reiprich und Ishaq Quaraishi entstanden außergewöhnliche Portraits ganz „gewöhnlicher“ Eidelstedter*innen. Die „Gesichter Eidelstedts“ wurden als Freiluftausstellung konzipiert und waren über zwei Monate hinweg an unterschiedlichen Orten im Stadtteil zu sehen. Ein QR-Code verband die Fotos der Ausstellung mit einem Link zur Webseite des KulturContainers, wo neben der Ausstellung auch die Interviews mit den Porträtierten zu lesen waren und weiterhin zu lesen sind. Die Vernissage zur Ausstellung war eine der ersten Gelegenheiten, um endlich wieder mit Gästen im KulturContainer zusammenzukommen. Der zum Projekt entstandene Film von Sayad Aga Zekri zeigt die zugewandte Stimmung, die trotz Masken und Abstand herrschte. [caption id="attachment_2693" align="aligncenter" width="1024"]Bis zur Fertigstellung eines neuen Bürgerhauses mit Kulturzentrum, Bücherhalle und Elternschule arbeitet das Team vom Stadtteilkulturzentrum Eidelstedter Bürgerhaus e.V. vom "KulturContainer" aus.Foto © ekulturell[/caption] Warmherzig ging es auch bei den Open-Air-Kinoabenden zu: Der Film „Hidden Figures – unerkannte Heldinnen“ lockte zahlreiche Besucher*innen auf den Parkplatz des KulturContainers. Der zwei Wochen später gezeigte Trickfilm „Zoomania“ erreichte als ausgewiesener Familienfilm ein noch größeres Publikum. Ein Gewinn war auch das Wetter, das an beiden Abenden eine Pause vom regnerischen Sommer machte. Nach dem Erfolg und dem regen Austausch der ersten Talkrunde zum Thema „Solidarität im Stadtteil“ fand eine weitere digitale Gesprächsrunde statt, um den Eidelstedterinnen und Eidelstedtern die Fortschritte der Baustelle am Markt zu erläutern. Dort, wo 2022 das Stadtteilkulturzentrum zusammen mit der Bücherhalle und der Elternschule unter der Dachmarke steeedt einziehen wird, gab es einigen Erläuterungsbedarf, nachdem der Name des neuen Hauses im Stadtteil für Kritik gesorgt hatte. Der Eidelstedter KulturContainer nutzte das digitale Format, um in den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu treten, aber auch, um die Pläne und Aufgaben für die kommenden Monate zu präsentieren und um für Teilhabe an dem Projekt zu werben. Die Stadtteilerhebung zur inhaltlichen Ausrichtung des steeedt lief kurz nach der Veranstaltung an. Für Auflockerung in den doch sehr redelastigen Gesprächsrunden sorgte Pianist Barbod Soleymany mit seinem abwechslungsreichen Repertoire. [caption id="attachment_2696" align="aligncenter" width="1024"]Die mehrsprachige Kinderbuchlesung „Das Kleine WIR“ begeisterte Kinder live und als Videoaufzeichnung - unter anderem auf Deutsch, Türkisch, Nepali, Russisch, Plattdeutsch, Dari und Spanisch. Foto © ekulturell[/caption] Da der Corona-Lockdown sehr viel länger anhielt als erwartet, hat das Team des Eidelstedter KulturContainers die Reihe KulturConAction bis weit in den Herbst geplant. In der benachbarten Sporthalle fanden an den letzten Oktober-Samstagen noch Konzerte statt: Kreativ als Sockenkonzerte beworben – die Turnhalle darf nicht mit Straßenschuhen betreten werden – traten sowohl überregionale Bands als auch Musiker*innen aus dem Stadtteil auf. Auch hier bot sich durch die Fensterfront der Turnhalle ein hybrides Format an, für den Fall, dass eine steigende Inzidenz in Hamburg die Zugangsregeln wieder verschärft hätte. In diesem Fall wäre das Konzert drinnen gestreamt und draußen als Schaufenster-Konzert konzipiert worden. Gerade diese Planungsunsicherheit, teilweise bis kurz vor den Veranstaltungen, hat die Flexibilität des KulturContainer-Teams herausgefordert und es darüber hinaus beflügelt, mit Kreativität und Improvisationslust Veranstaltungen zu organisieren, Kultur im Stadtteil über alle Hindernisse hinweg aufrecht zu erhalten und eine Anlaufstelle für die Menschen im Stadtteil zu sein. Es war nicht immer alles perfekt, manches knapp am Chaos vorbei, aber der viele positive Zuspruch, die dankbaren Gesichter der Kinobesucher*innen, die leuchtenden Augen der Kinder bei den Lesungen oder die berührenden Geschichten und das Engagement der Menschen hinter den „Gesichtern Eidelstedts“ haben das alles wett gemacht und bewiesen: Eidelstedt ist in Verbindung. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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8. November 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Die Horner Freiheit in Hamburg

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Alexander Wilke | Horner Freiheit e.V. Die "Horner Freiheit" ist soziokulturelles Zentrum, Stadtteilkultureinrichtung und Stadtteiltreff - und der einzige Ort in Hamburg-Horn, wo niedrigschwellige, kostengünstige Kulturveranstaltungen angeboten werden. Mitglieder des Vereins und des Hauses sind soziale, soziokulturelle und kirchliche Einrichtungen, die eigene Aufgaben im Haus wahrnehmen – von der kleinen Geschichtswerkstatt bis zur Arbeiterwohlfahrt. Der Trägerverein Horner Freiheit e.V. ist soziokulturell ausgerichtet. Die Aufgaben des Horner Freiheit e.V. sind, neben der Koordinierung aller gemeinsamen Aufgaben im Haus, die Planung, Organisation und Durchführung des kulturellen Programms. Alle Programmangebote entstehen aber kooperativ unter Berücksichtigung der beruflichen Schwerpunkte und Interessensgebiete einzelner Mitstreiter*innen (Sozialarbeit, Psychologie, Kulturelle Bildung, Erziehung, Kirche und Religion, Kulturmanagement, usw.). Von: Alexander Wilke, Horner Freiheit e.V. NEUSTART KULTUR in Hamburg Horn - Die Horner Freiheit Horner Freiheit ist ein kleines Stadtteilhaus im lange von Politik und Medien stiefkindlich behandelten Hamburg-Horn, das sich seit 2016 für starke Nachbarschaften, Diversität und Inklusion einsetzt und mit kleinem, von Jahr zu Jahr besser werdendem Programm auch über die Stadtteilgrenzen hinaus von sich reden macht. Vor der Pandemie haben wir jährlich knapp 50 Veranstaltungen im und am Zentrum organisiert und durchgeführt, die meisten zusammen mit unseren im Haus ansässigen Einrichtungen. Das Angebot des Hauses ist ein Spiegel unserer eigenen Vielfalt: Soziale Arbeit, Kulturelle Bildung, Geschichtsverein, Bücherhalle, Gastronomie – die Mitarbeiter*innen und Freiwilligen bringen ihre Lebensgeschichten und -erfahrungen in das Angebot der Horner Freiheit ein. Gemeinsam schaffen wir so einen Ort für Gemeinschaft und Begegnung, Beratung und Unterhaltung – vom Singabend bis zum Stadtteilfest. Gleichzeitig lebt das Haus von der Inspiration und dem Feedback der Nachbarschaft im kleinen Kosmos Hamburg-Horn. [caption id="attachment_2431" align="aligncenter" width="551"] Alexander Wilke koordiniert seit 2016 das Programm der "Horner Freiheit".Foto © Alexander Wilke[/caption] 2019 hatten wir uns in Workshops strategisch neu aufgestellt und hatten uns für unser Programm der kommenden Jahre viel vorgenommen. Doch dann schickten uns die pandemiebedingten Lockdowns 2020 in eine lange Zwangspause. NEUSTART KULTUR öffnete für 2021 neue Perspektiven für die Horner Freiheit. Mit Hilfe der Förderung wollten wir in diesem Jahr endlich wieder richtig durchstarten. Als es zur Mitte des Jahres losgehen sollte, stellte sich allerdings heraus, dass es schwer war, unsere hauptamtlichen und freiwilligen Mitarbeiter*innen zu reaktivieren. Der Kontakt zur Horner Freiheit war während der Lockdown-Phasen brüchig geworden und viele haben sich verständlicherweise in ihren privaten Mikrokosmos zurückgezogen. Als wir versuchten, den Kontakt wiederherzustellen, wurde uns bewusst, wie groß die durch die Pandemie gewachsene Verunsicherung war. Die Vereinzelung und die Sorge um Ansteckung hatten über ein Jahr lang auf die Menschen rund um das Stadtteilhaus gewirkt und Spuren hinterlassen. So wurde unser Neustart zu einem mühsamen Prozess, der unglaublich viel Kraft gekostet hat. Wir begannen unter anderem mit kleinen Küchenkonzerten befreundeter Musiker über unseren YouTube Channel und mit Nachbarschaftsmärkten. So haben wir uns Schritt für Schritt wieder eine Routine erarbeitet. Allmählich wuchs das Vertrauen in die zum Schutz vor Ansteckung installierten Sicherheitsmaßnahmen des Hauses, die über NEUSTART KULTUR und das NEUSTART Sofortprogramm finanziert werden konnten. Die Sicherheit, Kultur ausprobieren zu können, ohne sich finanziell aufgrund reduzierter Besucher*innen zu ruinieren, hat uns kreativen Rückenwind gegeben. Wann werden sonst schon Gagen, Reinigungsaufwand oder interne Digitalisierungsprozesse gefördert? Mit diesem wiedergewonnenen Vertrauen gewinnen unsere Leute inzwischen nach und nach auch ihr kreatives Selbstbewusstsein als Teil der Horner Freiheit zurück. [caption id="attachment_2724" align="aligncenter" width="1024"]Unter dem Label "Kultur im Salon" streamte das Team der Horner Freiheit kleinere Küchenkonzerte über YouTube. Im Bild: Michael KnubbeFoto © Horner Freiheit e.V.[/caption] Im Sommer konnten wir spannende Formate wie „Horn to Go“ nutzen, ein Kult-Stadtteilspaziergang des kleinsten Hamburger Theaters „Das Zimmer“, bei dem versteckte Orte, kulinarische Köstlichkeiten, musikalische Highlights und jede Menge Überraschungen auf die Besucher warten. Über solche Formate werden Räume geschaffen, in denen die Menschen aus der Gemeinschaft heraus neue Stärke entwickeln können. Das ist nach den trennenden Erfahrungen während der Pandemie besonders wichtig. Seit Juni 2021 werden wir von Colleen Marie Livingston im Koordinationsbüro und bei der Raumvermietung unterstützt. Als selbständige Musikerin war sie dieses Jahr auch bei „Horn to Go“ dabei und kann daher die Perspektive der Musiker*innen aufzeigen: „Vor allem der Kontakt zum Publikum und der menschliche Austausch fehlte während der Pandemie. Umso wertvoller war es für mich und meinen Gitarristen Jonathan Brett, bei „Horn To Go“ endlich wieder live vor Publikum handgemachte Songs spielen zu dürfen. Die Resonanz war groß und hat uns sehr bewegt. Man kann nur hoffen, dass die während der Pandemie wiederentdeckte Wertschätzung für Live-Musik uns auch weiter begleitet, wenn wir die Pandemie endlich überwunden haben. Mithilfe einer staatlichen Förderung für Selbstständige konnte ich mir ein Heimstudio einrichten und so während der Pandemie auf Onlinemusik umschwenken. Das dadurch erlangte Tontechnik - und Produktionswissen kommt mir jetzt zugute und hat mich als Songwriterin und Künstlerin viel unabhängiger gemacht. Dieses Wissen möchte ich gerne mit jungen Mädchen und Frauen teilen, da Frauen in der Musikbranche nach wie vor unterrepräsentiert sind – vor allem in den Bereichen Tontechnik und Produktion. Für nächstes Jahr planen wir, hier in der Horner Freiheit Producing Workshops für Mädchen anzubieten.“ [caption id="attachment_2428" align="aligncenter" width="1024"]In Ihrem Heimstudio hat Colleen Livingston während der Pandemie viel zum Thema Musikproduktion gelernt. Dieses Know-How möchte sie im nächsten Jahr im Rahmen von Workshops mit anderen teilen.Foto © Colleen Livingston[/caption] Es sind solche kleinen Geschichten und persönlichen Erlebnisse, die unser kleines Haus zu einem Stadtteilzentrum machen. Wir sind stolz wie Bolle auf unsere Leute, aber auch auf die Nachbarschaft, die wieder herkommt, sich mit uns austauscht, sich bewegen, bilden und unterhalten lässt. Ohne die Förderung aus NEUSTART KULTUR hätten wir vermutlich unsere Besucher*innen und ebenso unseren Zusammenhalt verloren. Die Pandemie hat uns gelehrt, dass wir uns neu erfinden müssen, um in harten Zeiten zu bestehen. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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13. September 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Die SCHOTTE in Erfurt

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Juliane Kolata | Schotte e.V. Die SCHOTTE in Erfurt ist ein Kinder- und Jugendtheater mit angeschlossenem theaterpädagogischen Zentrum. Als kulturelle Bildungs- und Freizeiteinrichtung gibt sie Kindern ab 10 Jahren und Jugendlichen bis 27 Jahren die Möglichkeit, sich im Theaterspiel auszuprobieren. Mit ihren Spieler:innen arbeitet das Team der SCHOTTE künstlerisch und pädagogisch über viele Jahre hinweg und ermöglicht ihnen so, ihre kreativen und darstellerischen Fähigkeiten auf der Bühne in hoher Qualität und mit großem Spielspaß zu zeigen. Im Regelfall bestreiten bis zu 15 Inszenierungsgruppen den ganzjährigen Spielplan. Jede Inszenierung läuft etwa 3 Jahre. Jährlich sehen ca. 20.000 Zuschauer jeden Alters die Vorstellungen der SCHOTTE. Die SCHOTTE konnte sich deutschlandweit als anerkanntes Jugendtheater etablieren, ist im Bereich des Amateurtheaters ein gefragter Partner und unterstützt auf vielfältige Weise auch das Schultheater. Sie ist öffentlich anerkannt als Träger der freien Jugendhilfe. Von: Juliane Kolata, Schotte e.V. Auf eine Minute! – Das SCHOTTE- Minutentheater Seit Beginn der Pandemie konnten viele unserer Gruppen auf unserer Bühne im Haus nicht mehr aufführen – Uminszenierungen auf den nötigen Mindestabstand waren auf Grund der Gruppengröße nicht möglich. Um unsere Darsteller:innen dennoch wieder ins Spiel zu bringen und für sie das Theater als sinn- und selbstwertstiftendes Freizeitangebot zu erhalten, entwickelten wir im Rahmen der Förderung durch NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur verschiedene pandemiekonforme Spielformate. [caption id="attachment_2169" align="aligncenter" width="1024"] Die SCHOTTE in Erfurt ist ein Jugendtheater und theaterpädagogisches Zentrum, das auch soziokulturell wirkt.Foto © Schotte e.V.[/caption] Eines davon war das sogenannte "Minutentheater", ein Straßentheaterformat à la „delivery on demand“ – oder anders: „Die Zuschauer machen Pling - und dann startet das Ding!“ Alle interessierten Darsteller:innen ließen wir kurze Monologe oder Dialoge aus ihren Inszenierungen in ihrer jeweiligen Rolle zeigen - auf kleinen Bühnen, mit Abstand, unter freiem Himmel. Das vorbeischlendernde Publikum war aufgefordert, die jeweiligen Figuren per Fußklingel „zum Spielen zu bringen“. In der Mix-Version unseres Minutentheaters lieferten sich so zeitgleich zum Beispiel Sommernachtstraums Puck und Oberon ein zauberhaftes Wortgefecht, klagte Hamlets Ophelia den Zuschauern ihr Liebesleid oder holte Moby Dicks Kapitän Ahab zum vermeintlich letzten Schlag gegen den weißen Wal aus. [caption id="attachment_2150" align="aligncenter" width="1024"] Bei der Mix-Version des Minutentheaters ergaben sich spannende Wortgefechte zwischen berühmten Figuren der Theatergeschichte.Foto © Schotte e.V.[/caption] Die Zuschauer:innen schienen mal vergnügt, mal nachdenklich, auch ernsthaft bewegt ob dieser kleinen Theater-Kostproben. Deutlich zu spüren war, dass sowohl Spieler:innen als auch Zuschauer:innen die so lang entbehrte gegenseitige Anwesenheit sichtlich genossen. „Jetzt weiß ich, was die ganze Zeit gefehlt hat“, äußerte sich zum Beispiel eine gerührte Zuschauerin. Einer unserer Spieler gab zu: „Ich hatte ganz vergessen, dass Spielen so viel Spaß macht.“ Überraschend war die Resonanz auf das Projekt jedoch auch für uns, denn was wir als “Notlösung“ geboren hatten, entpuppte sich als hervorragende Möglichkeit, um auch „theaterfremdes“ Publikum zu erreichen. [caption id="attachment_2152" align="aligncenter" width="1024"]Die SCHOTTE möchte das Format "Minutentheater" auch in Zukunft auf den Straßen Erfurts zeigen.Foto © Schotte e.V.[/caption] Während unseres Antigone-Minutentheaters gab es solch ein Beispiel: Eine Gruppe von Jugendlichen lief vor der Aufführung an den bereits präparierten Minibühnen vorbei. Laut lasen sie sich die Namen der Figuren vor. Nur einer aus der Gruppe erinnerte sich dunkel, dass er in der Schule schon mal etwas über „dieses Antigone“ gehört hatte – kam bei der Nacherzählung jedoch ins Stocken und bemühte dann sogar sein Handy, um die Erinnerung wieder aufzufrischen. Wir rechneten nicht damit sie wiederzusehen, doch offensichtlich war ihr Interesse geweckt: Kurz nachdem die Minutentheater-Vorstellung begonnen hatte, kehrte die Gruppe zurück, um sich dann akribisch durch alle Monologe „hindurch zu klingeln“. Ein toller Erfolg. [caption id="attachment_2151" align="aligncenter" width="1024"] Die Zuschauer:innen reagierten mal vergnügt, mal nachdenklich, auch ernsthaft bewegt auf die kleinen Theater-Kostproben.Foto © Schotte e.V.[/caption] Und eine weitere kleine Beobachtung machten wir während dieses Minutentheaters: Ein älteres Pärchen klingelte mehrfach den Dialog zwischen Antigone und Kreon an. Die Figuren stritten darin um die Grundlage rechtschaffenden Handelns: Moral oder Gesetz?! Die Intimität und Nähe des Theatermoments und vielleicht auch das Thema selbst trieben den beiden Zuschauenden auf offener Straße die Tränen in die Augen. Auch für die beiden Darsteller war dies ein emotionaler Moment und eine kostbare Erfahrung, die sie so während einer Vorstellung im Haus, allein auf Grund der dortigen räumlichen Distanz, nicht gemacht hätten. Wir sind sehr dankbar dafür, dass sich unsere Minutentheater eines so großen Zuspruchs erfreuen und werden sie deshalb wohl auch in Zukunft immer mal wieder auf die Straße bringen – womöglich auch wenn der Spielbetrieb auf der Bühne wieder läuft. Die Förderungen im Rahmen von NEUSTART KULTUR machten die vielen zusätzlichen Proben – zunächst digital und später auch vor Ort – möglich. Die Alternative, gemeinsam auf der Straße zu agieren, wieder in ihre Rollen schlüpfen zu dürfen und die Aufregung vor und die Freude nach dem Auftritt zu teilen, hat unsere Darsteller:innen nach langer Pause wieder neu verbunden. Darüber sind wir wirklich froh. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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23. August 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Das Jugendzentrum Aurich

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Sandra Grau | Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR Das Jugendzentrum Aurich - Schlachthof besteht seit 1980 in der heutigen Form und ist seit jeher wegen seines vielfältigen Veranstaltungs- und Kulturangebots überregional bekannt. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit Aurich setzt sich für Toleranz und Gleichberechtigung ein. Fremdenfeindliche, rassistische, homophobe und undemokratische Strukturen werden nicht geduldet, im Gegenteil sind interkulturelle sowie toleranzfördernde Angebote die Regel. Partizipation und Bürger-/Jugenbeteiligung stehen im Vordergrund. Das Jugendzentrum fungiert als Teil des Familienzentrum Aurich, welches im Förderprogramm Mehrgenerationenhaus und als Ehrenamtsagentur aktiv ist. Hier engagieren sich mehr als 60 Vereine, Gruppen, Initiativen, Selbsthilfegruppen, Kulturangebote und Bündnisse in den Handlungsfeldern Begegnung, Bildung, Beratung und Betreuung. Von: Sandra Grau, Leitung Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR Die Veranstaltungshalle des JUZ bietet unter normalen Bedingungen Raum für eine Vielzahl von Events für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen. Aufgrund der Corona-Krise ergibt sich nun jedoch die Notwendigkeit, auch alternative Veranstaltungsorte - vor allem Outdoor - zu erschließen, um den unterschiedlichen pandemiebedingten Vorgaben gerecht werden zu können und Kultur dennoch zu leben. Der schöne Innenhof des Jugendzentrums bietet hierfür durch seine charmante Atmosphäre genau den richtigen Rahmen. Unser Konzept macht aus unserem Hof einen Outdoor-Veranstaltungsbereich, der durch flexible und mobile Gestaltungsmöglichkeiten (Möbel, Bühne, Licht und Technik) ein breites Spektrum an neuen und alten Veranstaltungsformaten ermöglicht. [caption id="attachment_1588" align="aligncenter" width="929"] Der charmante Innenhof mit Baumbestand bietet vielfältige Möglichkeiten für Outdoor-Veranstaltungen.Foto © Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR[/caption] NEUSTART direkt nach dem Lockdown – Aktionstage Mehrgenerationenhaus mit "Puppets in Minutes" und "La Jazz" Eingeweiht wurde der neue Innenhof schließlich bei den bundesweiten „Aktionstagen Mehrgenerationenhaus“ im Jugend-und Familienzentrum Aurich. Am Samstag, dem 29. Mai 2021 wurden am Morgen die Loungemöbel mit den orangefarbenen Sitzkissen aufgebaut, die Stehtische und Hocker im Innenhof verteilt und die mobilen Bühnenelemente für die Eröffnungsshow platziert. Pünktlich mit den ersten Lockerungen nach dem Lockdown, der die erste Jahreshälfte 2021 überschattet hatte, konnte somit der neu gestaltete Innenhof endlich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das Bühnenprogramm wurde von den „Puppets in Minutes“ gestaltet - einem ebenfalls über NEUSTART KULTUR geförderten, pandemiegerechten mobilen Figurentheaterprogramm aus Aurich - gemeinsam mit dem Ensemble „La Jazz“, die eine bunte Show mit Marionetten und Musik zeigten. Das altersgemischte Publikum zeigte sich begeistert: Von der Möglichkeit, endlich wieder zusammenkommen zu dürfen, von der unterhaltsamen Mischung aus Poesie und Comedy des Programms und vom neuen Charme des Innenhofs des Jugendzentrums Aurich. An diesem Nachmittag zeigten sich nun erstmals die vielfältigen Perspektiven für einen NEUSTART KULTUR im Jugendzentrum Aurich, der insbesondere Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien zu Gute kommen soll. [caption id="attachment_1583" align="aligncenter" width="949"] Auftritt der „Puppets in Minutes“ bei der Eröffnungsveranstaltung des neu gestalteten Innenhofs.Foto © Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR[/caption] NEUSTART der offenen Kinder- und Jugendarbeit am 01.06.2021 – Begeisterung durch chilligen Loungeflair im Außenbereich Das neue Außenmobiliar kam bei den Besucher*innen sehr gut an: „Nach dem langen Lockdown wirkt das wie ein kleiner Urlaub“. Ein Bestuhlungsmix aus Sitzhockern, Lounge- Ecken und verschiedene Sitzkissen ermöglichen den Kindern und Jugendlichen, sich in gemütlicher Atmosphäre auszutauschen, Freunde zu treffen, neue (kulturelle) Ideen zu entwickeln und ein wenig Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. NEUSTART Jugendbeteiligung JUGA - Jugend gestaltet Aurich Auch bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „JUGA – Jugend gestaltet Aurich“ am 25.06.2021 kam das flexibal nutzbare zum Einsatz. Paletten Möbel, Stehtische, Hocker und verschiedene Sitzkissen ermöglichten es Jugendlichen, in gemütlicher Atmosphäre über ihre individuellen Vorstellungen, Sorgen und Wünsche für die Zukunft der Stadt Aurich zu sprechen. Gerade nach bzw. in der Corona-Krise sind neue Ideen und Beteiligungsformate relevant, um Entwicklungsmöglichkeiten kennenzulernen und zu nutzen. Kulturelles Entwicklungspotential stand bei der Ideenentwicklung im Vordergrund. [caption id="attachment_1589" align="aligncenter" width="854"]Auch das Format "JUGA - Jugend gestaltet Aurich" wurde durch das über NEUSTART KULTUR geförderte Mobiliar wieder möglich.Foto © Jugend- und Familienzentrum Aurich AöR[/caption] JUGA - Jugend gestaltet Aurich geht am 16.07.2021 in die nächste Runde Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung „JUGA – Jugend gestaltet Aurich“ wurde bereits im Anschluss an den Termin ein neues Treffen vereinbart, bei welchem sich die interessierten Jugendlichen speziell zu dem Thema Kultur und Freizeitangebote austauschen sollten. Neben dem bereits erprobten Mobiliar, welches sowohl Outdoor als auch Indoor eingesetzt wurde, kamen – passend zum inhaltlichen Schwerpunkt der Veranstaltung – auch erstmalig die aufblasbare Kinoleinwand sowie der Beamer zum Einsatz. Dank NEUSTART KULTUR konnten alle Beteiligten diesen produktiven und kreativen Tag bei einem gemeinsamen Filmabend ausklingen lassen. Geplant sind viele weitere Angebote und Veranstaltungen, bei denen auch noch weiteres angeschafftes Ausstattungsmobiliar wie die Outdoor-Lichtanlage, das Outdoor-Thekenhäuschen, die Feuerschalen und die Pelletheizöfen eingesetzt werden. Wir freuen uns über die Möglichkeiten, die sich uns durch die Förderung im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur eröffnen und sagen auch im Namen unserer Besucher*innen und Gäste DANKE!!! Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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16. August 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Das KOMM-Haus in Leipzig

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Birgit Grunewald | KOMM-Haus Leipzig Das KOMM-Haus ist ein soziokulturelles Zentrum im Wohnkomplex 8 in Leipzig Grünau. Das Zentrum ist offen für alle Menschen unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen oder religiösen Herkunft und versteht sich als ein Begegnungs- und Kommunikationsort für Bürger, Familien, Vereine und Institutionen aus Grünau und darüber hinaus. Ziel ist die Schaffung eines Orts für Kunst, Kultur und Bildung. Ebenso bietet das Zentrum einen Nachbarschaftstreff, den Freizeittreff »Wilde 11« und einen Treffpunkt für Selbsthilfegruppen. Das Soziokulturelle Zentrum "KOMM-Haus" wird betrieben durch die VILLA gGmbH für Jugend, Kultur & Soziales in Leipzig. Von: Birgit Grunewald, Öffentlichkeitsarbeit Soziokulturelles Zentrum "Die VILLA" Unser Soziokulturelles Zentrum »KOMM-Haus« in Leipzig Grünau, einem Sozialen Brennpunkt ganz im Westen von Leipzig, steht für Gemeinschaft, Kultur und Engagement. Der Stadtteil leidet unter mehreren Herausforderungen. Eine davon: Im Umkreis gibt es keine Gaststätte oder ähnliches. Diesen Mangel thematisieren unsere Besucher*innen und die Bewohner*innen des Stadtteils immer wieder. Mit unserer Mitmach-Pizzeria gingen wir dieses Thema an. Unsere Idee: Zusammen mit den Bewohner*innen organisieren wir einen temporären Gemeinschaftsort in Grünau. So verwandelte sich im Juni 2021 wieder eine Brachfläche in eine Freiluft-Pizzeria mit traditionellem holzbefeuerten Pizzaofen. An einer Theke belegte sich jeder seine Pizza und ließ diese backen. Die originelle Gestaltung des Ofens und die bunten Sitzmöglichkeiten luden zum Kontakt und Gespräch zwischen den Besucher*innen ein. Die Freiluft-Pizzeria ist dabei auch ein prima Ort für kulturelle Aktivitäten: Konzerte, Lesungen und Workshops fanden hier statt und erreichten Menschen, welche sonst vielleicht das KOMM-Haus nicht besuchen. Die Rollen der Organisatoren und Besucher*innen waren fließend: Bewohner*innen übernahmen das Pizza backen; wir kamen ins Gespräch mit anderen Akteur*innen. Die Pizza und deren Belag sowie die Getränke konnten gegen eine Spende erworben werden. [caption id="attachment_1567" align="aligncenter" width="886"] Zahlreiche Künstler*innen spielten 2021 bei der Mitmach-PizzeriaFoto © KOMM-Haus Leipzig[/caption] Warum wählten wir als Mittel Pizza? Pizza bietet viele Anschlussmöglichkeiten: Alle mögen sie, sie lässt sich individuell belegen und eine Pizza wird gern geteilt. Dadurch ist es möglich, mit einfachen Mitteln und ohne mitgebrachte Fähigkeiten etwas zum Gemeinschaftserlebnis beizutragen. Das gemeinsame Kochen und Essen ist ein ideales Werkzeug für niederschwellige und gemeinschaftliche Erlebnisse im öffentlichen Raum. Es ist anknüpfungsfähig für jede Altersstufe, benötigt keine Sprachkenntnisse und weist im Falle der auf Spendenbasis basierenden Pop-Up Pizzeria keine monetäre Einschränkung auf. Unser Anliegen ist es, Impulse für Grünau zu setzen. Wir greifen den Bedarf der Bewohner*innen nach einer Gastronomie auf und geben einen temporären Lösungsvorschlag. Wir beziehen die Besucher*innen direkt in die Arbeit ein und lassen sie erleben, dass Engagement etwas verändern kann. Mit einem Pop-Up-System laden wir innerhalb des Stadtteils zum Begegnen und Verweilen ein und ermöglichen auf diese Weise Kultur. Wir gestalten öffentliche Orte und erreichen niederschwellig die vielfältigen Bewohner*innen von Grünau. Bereits im vergangenen Jahr fand die Mitmach-Pizzeria an einem anderen Ort in Grünau zum ersten Mal statt. Damals noch etwas improvisierter. Es zeigte sich, dass die Idee sehr großen Anklang fand und sehr gut in die Corona-Situation passte. Die Open-Air Situation auf einer vergleichsweise großen Fläche ermöglicht Aktivitäten mit wenigen Pandemie-Einschränkungen. Auch in diesem Jahr war unsere Mitmach-Pizzeria eine der ersten größeren kulturellen Aktivitäten in Grünau. [caption id="attachment_1568" align="aligncenter" width="886"] Die mobile Pizzeria ist auf einem umgebauten PKW-Anhänger installiert, auf dem Pizza-Ofen, Kühlschrank und Waschbecken Platz finden.Foto © KOMM-Haus Leipzig[/caption] Dafür entwickelten wir mithilfe der Förderung im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur unsere Idee noch einmal weiter. Entstanden ist eine mobile Pizzeria. Auf einem PKW-Anhänger installierten wir einen robusten Pizzaofen, welcher zünftig mit Holz geheizt wird. Dazu gibt es Kühlschränke für den Teig, ein Waschbecken und die Möglichkeit, einiges an Material zu verstauen. Zusammen mit einem mobilen Tresen für das Belegen der Pizzen und flexibler Möblierung können wir die Pizzeria mit relativ geringem Aufwand wieder aktivieren. So machte die Förderung unsere Mitmach-Pizzeria fit für die Zukunft. Zahlreiche Künstler*innen spielten 2021 bei der Mitmach-Pizzeria. Wir eröffneten feierlich bei Pizza und Getränk den Grünauer Kultursommer, ein großes Angebot, an welchem wir uns mit beteiligen. Neben unterschiedlichen Workshops zu Umweltthemen oder Nachhaltigkeit gab es in den Tagen der Pizzeria Musik von Thomas Katrozan, Franz Belger & Isabel Korda, Markus Dietrich, Carolin Greiner, CarPoSol, Mayakan, Savannah Soul, Maria Schüritz und Weltwärts. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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19. Juli 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: Das Glasperlenspiel in Asperg

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Klaus Bühlmeyer | Glasperlenspiel Asperg Das Glasperlenspiel in Asperg e.V. ist ein eingetragener, gemeinnütziger Kulturverein mit eigener Amateurtheaterbühne in Asperg bei Ludwigsburg / Stuttgart. Der vor über 30 Jahren gegründete Verein hat knapp 200 Mitglieder und bietet ca. 150 Veranstaltungen pro Jahr in den Bereichen Theater, Kabarett, Chanson, Kinderveranstaltungen, Klassik, Musik und Jazz. Die Leitung (Vorstand) und Organisation des Spielbetriebs (Abendkasse, Vorverkauf, Theke und Technik) werden komplett durch ehrenamtliche Kräfte abgedeckt. Die Einnahmen fließen in die Gestaltung des Kulturprogramms und in den Erhalt der Institution "Das Glasperlenspiel in Asperg". Von: Klaus Bühlmeyer, Schatzmeister des Kulturvereins Das Glasperlenspiel in Asperg e.V. #Frische Luft im Theater Über die Programme „Neustart – Sofortprogramm für Coronabedingte Investitionen für Kultureinrichtungen“ und „Neustart Kultur – Zentren“ war es uns möglich, die Lüftungs- und Klimaanlagen in Theatersaal und Foyer auf einen modernen und sicheren Stand zu bringen. Ein herzliches Dankeschön hierfür. #Lockdown 1 Coronabedingt hatten wir vom 15. März bis Mitte September 2020 geschlossen. Wir haben am 11. September 2020 – nach sechsmonatiger Spielpause – mit unserem Herbstprogramm begonnen. Dank der finanziellen Unterstützung durch „Neustart – Sofortprogramm für Corona-bedingte Investitionen für Kultureinrichtungen“ konnten wir alle Hygienemaßnahmen, die für eine Wiedereröffnung geplant waren, umsetzen: Dies war u.a. die Verkleidung mit Plexiglas für Abendkasse / Vorverkauf und für die Theke. Auch die Tische zur Besuchersteuerung im Theatersaal sowie die Stehtische zur Besuchersteuerung in der Pause im Freien konnten realisiert werden. Zudem haben wir die Lüftungsanlage überarbeiten lassen: Es wurde ein leistungsstärkerer Motor zur Erhöhung der Abluftleistung eingebaut; die Steuerungselektronik für die Zu- und Abluft wurde aktualisiert; zudem wurden Filterelemente zur Reinigung der Zuluft verbaut. [caption id="attachment_1498" align="aligncenter" width="1024"]Mindestens bis zur Sommerpause Mitte August 2021 bietet das Glasperlenspiel eine coronataugliche Bestuhlung von 30% an.Foto © Sabine Geiger[/caption] #Lüftungsanlagen - Sicherheit im Theater Die genannten Maßnahmen stellen einen wesentlichen Baustein unseres Hygienekonzepts dar. Vom Publikum wurde das Gesamtkonzept im September 2020 positiv gewürdigt. Die Rückmeldungen vom Publikum waren durchweg positiv – alle Besucher hatten ein sehr gutes und sicheres Gefühl, sich während der Veranstaltungen im Innenraum des Glasperlenspiels aufzuhalten. #Lockdown 2 Aufgrund steigender Inzidenzen und neuer Virusmutationen wurden die Theater ab Anfang November 2020 erneut geschlossen. Dieses Mal sollte der Lockdown bis Juni 2021 dauern. In dieser Zeit beantragten wir über „Neustart Kultur – Zentren“ die Modernisierung der bestehenden Klimaanlagen in Theatersaal und Foyer mit Reduktion der Aerosol- und Virusbelastung. #Virusreduktion und Energieeffizienz Von April bis Mai 2021 wurden die neuen Klimaanlagen in Theatersaal und Foyer eingebaut. Die bestehenden Klimaanlagen waren bereits 25-30 Jahre alt, und so war eine Modernisierung, gerade im Hinblick auf die Virusreduktion, äußerst sinnvoll. Die neuen Klimaanlagen sind zudem energieeffizienter und geräuschärmer, sowohl im Innenraum als auch in der Umgebung der beiden Außengeräte. [caption id="attachment_1500" align="aligncenter" width="1024"]Seit dem 16. Juni 2021 wird die Bühne des Glasperlenspiels wieder bespielt.Foto © Sabine Geiger[/caption] #Klimaanlage - Sicherheit Mit der Maßnahme „Modernisierung der Klimaanlage mit Reduktion der Aerosol- und Virusbelastung“, welche über „Neustart Kultur – Zentren“ finanziert wurde, tragen wir zur nachhaltigen Reduktion von Ansteckungsgefahren (insbesondere mit dem SARS-CoV-2-Virus) bei. Unsere Kleinkunstbühne wird somit dauerhaft attraktiv für unsere Gäste. #Spielbetrieb ab Juni 2021 Am 16. Juni 2021 haben wir den Spielbetrieb im Glasperlenspiel wieder aufgenommen. Das bestehende Hygienekonzept wurde hierzu um die neuen Vorgaben ergänzt: Wir bieten (mindestens) bis zur Sommerpause Mitte August 2021 eine 30% Bestuhlung an. Somit entfällt bei Inzidenzstufe 1 die 3G Regel, ab Inzidienzstufe 2 müssen die Besucher den entsprechenden Coronanachweis an der Abendkasse vorlegen. [caption id="attachment_1499" align="aligncenter" width="1024"]Premiere „Arthur und Claire“ - Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte von Stefan Vögel. Regie: Margarete VolzFoto © Mark Schuler[/caption] #Juhu, es geht weiter Wir sind guter Dinge, dass wir nun dauerhaft den Spielbetrieb in unserer Innenraumbühne aufnehmen können - natürlich unter Einhaltung des Hygienekonzepts und gerne mit eingeschränkter Platzanzahl. Bis Jahresende haben wir rund 80 Veranstaltungen geplant, darunter drei Theater-Eigenproduktionen über unsere eigene Amateurtheaterbühne. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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1. Juli 2021
#neustartkultur, #projektstimmen

#projektstimmen: kreativ:LABOR der Kulturetage Oldenburg

In unserer Blogkategorie #projektstimmen kommen über NEUSTART KULTUR beim Bundesverband Soziokultur geförderte Projekte selbst zu Wort. Dieser Gastbeitrag stammt von: Susan Mertineit | kreativ:LABOR der Kulturetage gGmbH Oldenburg Die Kulturetage gGmbH ist ein soziokulturelles Zentrum in Oldenburg. Als Schnittstelle für Stadt und Region gestaltet das Team des Zentrums ein spartenübergreifendes Kulturangebot für unterschiedliche Bevölkerungskreise und Altersgruppen, setzt innovative Impulse, stärkt interkulturelle Vernetzung und bereichert die Lebensqualität in Oldenburg nachhaltig. Mit ca. 60.000 Besucher*innen und über 500 Veranstaltungen jährlich ist das soziokulturelle Zentrum eine der größten Kultureinrichtungen (4000 qm) in Oldenburg. Hinzu kommen ca. 80.000 Besucher*innen bei Open-Air Veranstaltungen des Oldenburger Kultursommers. Das Kreativ:LABOR in der Kulturetage sind Räume, Menschen und eine Plattform für kreatives Engagement. Pioniergeist wird unterstützt und ein Experimentierfeld geschaffen und zur Verfügung gestellt zur Unterstützung von gesellschafltichem Wandel hin zu einer sozial gerechteren und ökologisch tragfähigeren Welt. Von: Susan Mertineit, Möglichmacherin des kreativ:LABORs PLATZ:schaffen KUNST | KULTUR | ZUKUNFTSFRAGEN Mit der Unterstützung durch NEUSTART KULTUR konnten wir uns aufmachen und den (Park-)Platz hinter der Kulturetage als einen temporären Kulturplatz umgestalten — einen lebendigen und öffentlichen Ort für Kunst, Kultur und Zukunftsfragen, auch und gerade in Pandemiezeiten. Ab Juni 2021 finden an den Wochenenden und bei Anbruch der Dunkelheit Draußen-Kino und bunte Vorabendprogramme mit Musik, Literatur und Kleinkunst statt. Das rettet unser Kino, das schafft Aufführungsmöglichkeiten für Soloselbständige, das gibt uns Unabhängigkeit von unseren Indoor-Räumen. #kooperation Im Sommer 2020 haben im Rahmen des Arbeitskreises “Corona: Wir lassen uns nicht unterkriegen, bestehend aus kreativ:LABOR, Kulturetage gGmbH, Medienbüro e.V. und Jugendmigrationsdienst e.V., unsere Nöte, Wünsche, Erfahrungen und mögliche Perspektiven ausgewertet. Ergebnis: Wir haben Ziele für einen zu gestaltenden Kulturplatz (auf unserem Parkplatz) und Anforderungen an mobiles Outdoor-Equipment formuliert. #covid-19 Mit COVID-19 und den notwendigen Einschränkungen des kulturellen Angebotes im Indoor-Bereich hat die Weiterentwicklung der Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche auf dem Platz hinter der Kulturetage eine neue Dynamik erfahren. Im Hinblick auf verschärfte Sicherheitsanforderungen haben wir ein zukunftsweisendes und flexibles Konzept für die Nutzung des Platzes hinter der Kulturetage als Open-Air-Spielfläche entwickelt. [caption id="attachment_1418" align="aligncenter" width="1024"] Kulturetage Oldenburg / kreativ:LABOR - Ab Juni 2021 finden auf neu gestalteten "Kulturplatz" an den Wochenenden und bei Anbruch der Dunkelheit Draußen-Kino und bunte Vorabendprogramme mit Musik, Literatur und Kleinkunst statt.Foto © Rike Schroer[/caption] #ohnemoosnichtslos Mit Neustart Kultur hat die Bundesregierung im Sommer 2020 ein umfassendes Rettungs- und Zukunftsprogramme für den Kultur- und Medienbereich geschaffen, um den Kulturbetrieb und die kulturelle Infrastruktur dauerhaft zu erhalten. Über die vom Bundesverband Soziokultur ausgereichte Förderung können wir über 90% der Kosten unseres Vorhabens finanzieren und freuen uns, mit dem Umbau des Kulturplatzes beginnen zu können. #container Um eine flexible Nutzung des Platzes zu gewährleisten, werden ein 20ft Seecontainer als offener Bühnenraum für unterschiedliche Formate sowie ein 10ft Container als Kassenhäuschen, Kiosk und Infopoint ausgebaut und aufgestellt. Darüber hinaus markiert ein mobiler und schöner Zaun das Kulturareal in Abgrenzung zu den Parkmöglichkeiten und reguliert die Besucher*innenführung und die Feuerwehrzufahrten durch ausgewiesene Ein- und Ausgänge. [caption id="attachment_1399" align="aligncenter" width="1024"] Kulturetage Oldenburg / kreativ:LABOR - Über NEUSTART KULTUR finanzierte Container sollen als Kassenhäuschen, Kiosk und Infopoint genutzt werden.Foto © Holger de Graf / BauCon Vertriebs GmbH & Co.KG[/caption] #zaun Für die Pläne des Zauns haben wir den Metallbaumeister Hans-Jürgen Raabe beauftragt. Hans Jürgen hat sich total ins Zeug gelegt und den Zaun zu seiner Herzensangelegenheit gemacht. In Anlehnung an ein geschmiedetes maritimes Kunstwerk bekam der Zaun eine netzartige, wellenförmige Anmutung. Fest verankerter, etwa 80 cm tiefe Bodenhülsen mit Betonsockelt trotzen der Windlast und sorgen für einen flexiblen Auf- und Abbau des Gestänges. Danke an Profil, die Schlosserei – ein schöner Zaun! #behördengänge Ideen und Pläne müssen zunächst dem Bauordnungsamt für Leib und Leben vorgelegt werden, um das geltende Baurecht auf dem Platz zu klären. Der Oldenburger Bereichsleiter Matthias Wagner stand uns beratend zur Seite und hat uns mit wertvollen Tipps versorgt. Für Bodenarbeiten und Konstruktion des Zauns müssen Sondergenehmigungen beim Tiefbauamt eingeholt werden. Architektin aus dem Wasserturm, Sandra Giese, fertigt maßstabsgerechte Pläne inkl. aller verborgenen Unwegsamkeit auf dem Platz. Das Tiefbauamt zeigte sich bemüht, die Kunst- und Kulturlandschaft nicht hängen zu lassen; jedoch könne eine Genehmigung nur in Absprache mit der Feuerwehr hinsichtlich des Brandschutzes ausgestellt werden. Die Feuerwehr wies uns an, das Gewicht der Zaunelemente zu reduzieren und die Zufahrt auf den Platz zu vergrößern. Anfang Februar erhielten wir die Zusage, das Projekt umsetzen zu können. [caption id="attachment_1403" align="aligncenter" width="1024"]Das kreativ:LABOR-Team: von links: Alexandra Meier, Rike Schroer, Susan MertineitFoto © Jörg Hemmen[/caption] #barrierefreiheit Lange haben wir gewartet bzw. ging es häufig nur sehr langsam voran, doch nun sind wir auf dem besten Weg in Richtung eines barrierefreien kreativ:LABORs. Bereits im letzten Jahr wurde der Fahrstuhl in dem dafür vorgesehenen Schacht installiert. Nun erhielt der Fahrstuhl endlich den letzten Feinschliff. Dank NEUSTART KULTUR begannen die Bauarbeiten für eine rollstuhlgerechte Sanitäranlage im 1. OG des Hauses. Wir freuen uns auf viele tolle Formate und Veranstaltungen, welche wir aufgrund des Umbaus ermöglichen können! #shopping Um den Platz optimal bespielen zu können, sind neben den Containern auch verhältnismäßig kleinere Anschaffungen vorgesehen. Uns ist besonders wichtig, dass all diese Dinge mobil und flexibel einsetzbar sind, um Kunst & Kultur an unterschiedlichen Orten möglich zu machen. So haben wir uns mit anderen Initiativen zusammengetan, um gemeinsam dieselben Kopfhörer zu bestellen, damit in Summe auch für größere Veranstaltungen ausreichend zur Verfügung stehen. Zudem Stühle und Tische für pandemiebedingte Picknick-Formate; LED-Lichter, um den Platz schöner zu machen; sowie einen individuell gestalteten Technik- und Projektionsanhänger. Unglaublich, dass manche Lieferzeiten sich immer wieder verzögern – Corona, Panamakanal…. Aber die Vorfreude war und ist riesig. #shipping Unsere Container wurden per LKW von BauCon geliefert. Am 10. Mai rollten die beiden ausgebauten Container auf den Platz hinter der Kulturetage. Keine zwei Stunden später standen sie bereits an Ort und Stelle und luden zur ersten improvisierten Lesung auf dem Kulturplatz ein. [caption id="attachment_1415" align="aligncenter" width="1024"]Improvisierte Lesung im gerade erst gelieferten ContainerFoto © Susan Mertineit / kreativ:LABOR[/caption] Es fehlt noch der letzte Feinschliff, bevor es im Juni mit Programm losgehen kann. Michael Olsen von Kunstbauten Olsen wird noch einige Anpassungen vor Ort vornehmen. Er fertigt einen Tresen für den Kiosk-Container auf Maß und auch der Zaun wir eine passende Plane erhalten. Auch muss die gesamte Elektrik nach dem Transport von einem Meister durchgemessen und abgestempelt werden und wir haben ordentlich geschwitzt, als die Erdungskabel 3m in die Erde gebuddelt und geschlagen werden mussten. Aber wir haben großartige Spannungswerte und haben alle Zertifikate bekommen. #Kunst, Kultur und Zukunftsfragen Am 03. Juni konnten wir mit den Veranstaltungen starten. Alle Verordnungen waren uns gnädig, alle Hygienekonzepte wurden eingereicht und es gab das "Go!" – und eine saftige Rechnung – von den kommunalen Ordnungsbehörden. Schaut auf unsere Webseite – es gibt eine Reihe von Veranstaltungen vom kreativ:LABOR und ein Umfangreiches Programm vom cine K und dem Medienbüro Oldenburg e.V. Einen riesen Dank an das Team von NEUSTART KULTUR und unsere tolle Beraterin Katharina. Bis hierhin sind wir supergut und glücklich gekommen. Nun hoffen wir noch auf Support und Unterstützung bei der Abrechnung und Berichtslegung. Ihr Beitrag in #projektstimmen! Um das in unserem Blog entstehende bunte Mosaik aus Portraits und Geschichten weiter zu vergrößern, laden wir alle geförderten Projekte dazu ein, einen eigenen Blogbeitrag auf unserer Webseite zu veröffentlichen. Weiter Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!
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